Archive for the ‘Mäusegeschichten’ Category

mausman

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im weichen moos räkelte sich heinz  in den ersten sonnenstrahlen dieses oktobervormittags – zwar etwas verschlafen nach einem längeren abend in der miau-miau-runde seines käsekegelclubs waldbach e.v. , dennoch voller zuversicht, dass dieser tag sich trotz des kalten morgens als exzellenter haselnuss-sammeltag entwickeln würde. bei seiner intensiv betriebenen fellpflege – prävention vor medikation – vermeinte er jedoch eine gewisse, nicht zu überspürende spannung in der luft zu vermerken und sah auf.

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naja – bis auf den zuweilen etwas zu aktiven nachwuchs aus  dem spatzennest war nicht viel zu entdecken – und voller hoffnung auf leisere tage sah heinz neugierig den ersten flugversuchen des juniors (der ihn – zugegebenermaßen desöfteren mit seinem lauten getschilpe und seiner jugendlich offenen art den letzten nerv raubte) zu. seine sinne aber sagten ihm, dass dieses ausbaufähige rumgeflattere nicht das einzige gewesen war, das seine aufmerksamkeit bis in die schnurrbartspitzen erregt hatte. da – ein leises, kaum zu vernehmendes schmatzen und schlucken… als ob jemandem bereits das wasser im mund zusammenlief und der es nur mühsam unterdrücken konnte…

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gefahr!!!! nach einem moment gefrorenen blutes regte sich sein wacher geist und sein innerstes jubelte – endlich! endlich wieder eine gelegenheit, diesem menschen geliebten fellbuschel mit dem scharfen ende eins auszuwischen. jede sekunde zählte – aber wer muss das heinz erzählen….

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im pfotenumdrehen war er im anzug und stürzte sich richtung des feindes – wollen doch mal sehen, wer hier die maske trägt….mausman flog nur zwei waghalsige angriffe und die katze nahm reißaus….heinz war das fast langweilig. wo waren die guten alten zeiten, in denen kater noch kater und keine verwöhnten fettklopse waren – oder war es gar einer dieser neumodischen hunde gewesen, die in eine dieser menschentaschen passten? hatte er diese wesen nicht sogar schon mal in einem sogenannten kinderwagen gesehen? heinz war sich da gerade gar nicht mehr sicher ….

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mit dem untrüglichen gefühl, dass sich das leben seit seiner jugend ganz schön verändert hatte kehrte er zurück – konnte sich aber eine ehrenrunde über dem mittlerweile etwas verschreckten spatzenpubertätling nicht verkneifen

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nachdem der anzug in der kammer sauber aufgehängt und die barthaare wieder in ordnung gebracht waren gönnte er sich erstmal einen warmen eichelkaffee (entgerbt) und kehrte an seinen sonnenplatz zurück

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werde du mal erst so alt wie ich – murmelte er dem spatzenkind einigermaßen wohlwollend zu, der seine immer noch tolpatschig anmutenden flugversuche wieder aufgenommen hatte. und mit einem letzten blick auf die angesichts der sie umgebenden gefahren so ungerührt wirkende jugend widmete er sich der tätigkeit, die seinem alter entsprach  – der vorsorge für den winter.

 

weitere einblicke in das leben der sippe finden sich in den mäusegschichten

 

amandas große fahrt

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vielleicht erinnert ich euch noch an die wunderbare mäuseliebe von erich und amanda (klick)

da nach einer traumhochzeit auch eine traumhochzeitsreise ein absolutes muß ist, fackelten die zwei nicht lange. mit mann und maus stieg man ein

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und fuhr noch vor sonnenuntergang über die weiten himmel, über täler, flüsse und berge.

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um beiden mäuseschwänzen gerecht zu werden entschloß sich der troß zuerst erichs verwandschaft mütterlicherseits in siegburg zu besuchen. dort vertrieb man sich etwas die zeit mit lebkuchenknabbern und bootsfahrten. dann ging es weiter in die niederlande – amandas betagtes und innig geliebtes kindermädchen hatte sich dort in einem komfartablen pförtnerhaus in haarlem zur ruhe gesetzt und war komplett aus dem häuschen, ihr kindchen wieder in die arme schließen zu können – und das auch noch in so ausgesucht höflicher begleitung.

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der letzte teil der reise führte die mäuse nach bella italia, nach prato, wo man eine weile mit ein paar extrovertierten und weltmeererfahrenen fischen abhing – eine ganz neue erfahrung für den berggewohnten erich.

nach einigen monaten des lazy life aber ergriff die beiden eine innere unruhe – genug cappuccino. sie wollten wieder nach hause – denn bald würden schon wieder ihr schneeglöckchen sprießen, unter welchem sie sich das erste mal begegneten.

 

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„leinen los!“ und der wind trug sie sicher zurück.

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nun richtet man sich wieder ein hier am schneebedeckten sonnenberg – ja, es wird eine ganz schöne umgewöhnung werden. während amanda und erich bereits in ihrer mit duftendem heu gefüllten höhle unter dem schafstall schlummern, hängen die anderen, allen voran kurti, der aufregenden zeit im ballon nach

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der umtriebige wohlfühlminister des bergstaates kam auch im nu seiner aufgabe nach und ließ für die rückkehrer eine schaukel hoch über dem holunderbusch installieren – da sitzen sie nun und halten hre schnäuzchen in die wintersonne – und träumen von weite, holländischen käse und la dolce vita…

 

alles über die restliche mäusesippe findet ihr in den mäusegeschichen

 

 

 

mäuseliebe

langsam sorgte sich kurti – erich, sein langjähriger freund aus kindertagen kam dieses frühjahr so gar nicht aus dem spekulieren heraus. kaum waren am morgen die noch starren glieder gestreckt und der ärgste hunger an den zu boden gefallenen sonnenblumenkernen aus dem vogelhaus gestillt, war erich verschwunden.

meist fand er sich einsam sinnierend unter einem schneeglöckchen, die nase der frühlingssonne entgegenhaltend – und doch so traurig und mißgestimmt, dass es selbst die gesammelte mäusebande nicht fertig brachte, ihn in den kreis der guten laune aufzunehmen.

„wie soll das nur weitergehen?“ fragten sich josef und jochen. den zwillingen fiel nun schon gar nichts mehr ein, erichs aufmerksamkeit auf ihre – zugegebenermaßen etwas derben mäusespäße zu lenken. nicht mal das mäuschen von seite 3 schien ihn noch zu interessieren – und da er weder zum katzkopfen noch zum käsekegeln zu gewinnen war, verließ die beiden nun wirklich der mut. etwas mußte geschehen…

aber da die meisten lebenswendungen einfach passieren – ohne irdisches zutun, ohne kartenspiel oder käsekegeln – und die mäuschen von seite 3 auch gut daran tun, diese bis hin zum altpapiercontainer nicht zu verlassen, kann an dieser stelle auch wohl nicht erschöpfend geklärt werden,wie es ihre königliche majestät amanda leonora von den cat islands direkt hierher unter erichs schneeglöckchen verschlug – wahrscheinlich ist das auch egal – interessant zu vermerken ist, dass sie just in dem moment der höchsten sonnenfinsternis plötzlich da war. sicher ist nur ,dass amanda einfach so, still und leise vor erich hin trat und es bedurfte nicht vieler worte. es waren die leisen mausetöne, die erichs herz zum klingen und seine einsamkeit zum mäuseschwanzeinziehen brachten.

so brachte erich seine amanda zum glücksstein, an dem sich von alters her alle mäuse vom berg ihr versprechen geben – und die ganze mäusebande war dabei, als die kleinen aber feinen mauseworte fielen:

amanda und erich

bleibt immer ehrlich

ein ganzes mauseleben lang

gemeinsam springen, gemeinsam freuen

seid ein klang.

 

 

tante hedwig

obwohl der frühling heute tatsächlich schon zu riechen war, machte sich tante hedwig sorgen. der so sorgfältig aufgeschichtete brennholzberg vor ihrem mauseloch unter der alten eiche am fluß nahm in den letzten wochen so schnell ab, dass sie beschloss, die sonnigen stunden zu nutzen, um etwas nachschub zu holen. gerade hier kommt der winter oft mit voller wucht zurück,  wenn bereits die schneeglöckchen läuteten – und von diesen war bisher weit und breit nichts zu sehen…der weg am fluß entlang war nicht gerade ungefährlich, nicht immer hielt die schmilzende eisschicht hungrige raubfische ab, aus dem wasser zu schnellen und kleine unvorsichtige mäuse zu verschlingen-

tante hedwig schauderte, denn die geschichte von urgroßonkel oskar, der beim algenfischen von einem riesenhaften hecht ins wasser gerissen worden  und seitdem nie wieder aufgetaucht war, war eine legendäre und allgegenwärtige familiengeschichte, die mit vorliebe allen kleinen mäuschen erzählt wurde, wenn diese zum ersten mal ans wasser geführt wurden.

dass urgroßonkel oskar nachweislich von einer über ecken verwandten wanderratte auf einem überseedampfer nach amerika im laderaum gesichtet wurde, wo er es sich in einem maissack wohl sein ließ, gehört nicht an diese stelle –  ist auch nicht teil der familiensaga und wird bis dato totgeschwiegen. einzig und allein urgroßtante adalberta, die mit ihren 15 kindern im witwenstand zurückblieb, schien seit dem besuch der wanderratte doch leicht verstimmt, schloß sich der frühen mäusinnenbewegung an und trug seither eine lila schleife am mäuseschwanz.

nachdem die holzsammelei in einer vom wind heimgesuchten hecke erledigt war, schnürte tante hedwig, in gedanken immer noch von der schaurigen vorstellung des raubfisches und seiner 18 zahnreihen (cousin erwin sprach sogar von 21) gefangen, ihr bündel und begab sich auf den heimweg. mittlerweile blies der rauhe ostwind wieder heftiger und sie war froh um ihr kuscheliges kopftuch, ein erbstück von oma friedel. 

 

den heimweg über den katzentobel nahm sie dieses mal recht frohen mutes – hier lauerte zu dieser jahreszeit mit sicherheit keine gefahr. der dicke, graugetigerte kater, der hier desöfters ein nickerchen hielt, kam erst wieder in den sonnigen monaten heraus. jetzt lag er schnarchend und sabbernd im warmen menschenhaus auf der couch –  keine zehn tiger würden ihn in die nasse winterkälte bringen.

nun kann der winter auch noch ein bisschen ums loch pfeiffen, dachte tante hedwig. genug weizen im bau, genug holz vor der hütten – so konnte maus es sich gefallen lassen – und vielleicht kam ja heute nachmittag noch cousine agatha aus agatharied zu besuch – der eichelkaffee blubberte bereits schmatzend auf dem herd – wie lecker…

 

mehr geschichten findet ihr unter der kategorie „mäusegeschichten“

 

 

 

 

wellnessen mit erwin

nachdem sich der große weihnachts- und neujahrstrubel gelegt hat, beschloß onkel erwin, den zum feste erhaltenen wellness-gutschein einzulösen.  das geschenk der amerikanischen großnichten latoya, samantha und angelina  mutete ihm zunächst doch etwas befremdlich an (oben ein archivbild) – er sollte in heu baden, sich mit schlamm einschmieren lassen, seine empfindliche mäusehaut mit 156 anderen mäusen (die bestimmt nicht alle so rüstig und um ein gepflegtes äußeres bemüht wären wie er) in lauwarmen solebädern einweichen? er sollte sich vibrierende klangschalen auf den mäuserücken stellen lassen, quieck-gong, thai-cheese und morgenmeditation zum sonnenaufgang betreiben – pfotenreflexzonenmassage und romantisches candle-blütenbad inklusive???

 

aber da die lieben großnichten so incredibly happy waren, ein wahrlich passendes und so brauchbares geschenk für ihren grauen onkel gefunden zu haben („something very special – with love“) brachte er es nicht übers herz, den gutschein an die kleine lucy lou  weiter zu schenken, die ihn in all dem show und performance trubel ja auch nicht einlösen hätte können – außerdem war sie kein kind der provinz mehr und fand sich nur schwerlich außerhalb n.y. zurecht.

also machte sich erwin auf den weg nach bad katzbach, das ihm – trotz des unappetittlichen namens – unglaublich gut gefiel und ließ sich mal ein wochenende so richtig verwöhnen

ob sich denn nun ein wellness-schatten fand, um die romantischen teile des 38-stunden-programms nicht alleine absolvieren zu müssen konnte nicht ermittelt werden – onkel erwin stritt eine liason mit einem zimmermäuschen vehement ab…

man wird sehen…

wer die vorangegangenen geschichten der großfamilie verpasst hat: unter der kategorie „mäusegeschichten“ werdet ihr gebrieft!

 

 

 

cousinen aus amerika

 

ihr erinnert euch noch an lucy lou, das glitzernde starlet aus den laborkatakomben? (archivbild)

pünktlich zu new year kamen ihre drei cousinen from boulder, colorado zu besuch – latoya, samantha und angelina

die drei nutzten die letzten tage zum ausgiebigen powerumtausching in der einzelhandelslandschaft, berauschten sich an der vielfalt des angebots der alten welt, betrieben eifriges sight-seeing und begeisterten sich am althergebrachten brauchtum wie z.b. dem abbau des christkindlmarktes.

im nächsten jahr wollen die drei (die übrigens natürlich 1. klasse DB ab münchen in nur 4,23 std ab munich airport in deggendorf eintrafen) unbedingt schon die vorweihnachtszeit nutzen, um noch mehr traditionen und brauchtum (noch mehr powershoppen, glühweintrinken und evtl. christkindlmarkt AUFbau) nah, unverfälscht und kulturell integriert zu erleben.

„absolutely gorgeous, so nativ!“ schwärmt latoya und ist sich sicher, dass dieser besuch im tor zum bayrischen wald nicht der letzte gewesen ist. und wenn sie es nächstes jahr nicht schafft, dann bestimmt zur landesgartenschau – die architektur des geplanten parkdecks interessiert sie da am meisten – denn da stecken gewiss eine ganze menge mäuse drin.

dramatischer zwischenfall beim fotoshoot

zu einem dramatischen zwischenfall mit dem starlet lucy lou kam es am frühen donnerstagmorgen mitten auf einer belebten wiese im bayrischen wald. während ihres posings wurde die bekannte labormaus opfer eines heimtückischen angriffs aus dem hinterhalt – gerade noch rechtzeitig warf die fotographin die kamera aus der hand, eilte zur hilfe und verhinderte damit schlimmeres.

die fassungslosen fans verfolgten das geschehen hilflos und hautnah hinter den absperrungen – einige mussten anschließend vom hinzugezogenen kriseninterventionsteam psychologisch betreut werden.

trotz aller dramatik ist lucy lou unversehrt und wohlauf und äußerte sich gewohnt souverän nach dieser attacke: „die katze, die es schafft, mich zu fressen, muß erst noch geboren werden“.