Wachse!

Ein kleines Keimlingskind streckt die grünen Blättchen aus seiner Erdhöhle der immer stärker werdenden Sonne entgegen – ein Stückchen kleiner noch als die Blütenzwiebelchen,

aber nicht minder mutig.

Neuanfang – der Frühling kommt!

Filzbegegnung in Bad Schandau


Eine echt schöne Woche habe ich in Bad Schandau verbracht – am meisten hat mich die tolle Organisation, die Umtriebigkeit und die Herzlichkeit der sächsischen Filzergemeinschaft beeindruckt – vielen Dank euch allen für den warmen Empfang und all eure Mühen.

Angefangen hat die Woche mit einem Vorkurs bei Sabine Reichert-Kassube. (neben 3 anderen Kursen mit Heidi Greb, Anemie Koenen und Anette Quentin-Stoll).

Sie führte uns ausführlich und geduldig in ihre Art des Röcke filzens ein und unsere Gruppe hatte – ganz im Thema verhaftet – auf engstem Raum eine Menge Spaß.

Den Nachmittag vor dem offiziellen Beginn der Begegnung (weitere Eindrücke hier von findet ihr HIER) nutzten wir um Bad Schandau etwas näher zu erkunden – unter anderem mit dem historischen Personenaufzug aus dem Jahre 1905.

Das Treffen verlief kreativ, lustig, launig, bisweilen etwas lauter in ungebrochen guter Stimmung aller über 70 Teilnehmenden aus ganz Deutschland, Niederlande und Österreich.

Gekrönt wurde die Veranstaltung am Samstag Abend von einem Empfang im Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz, zu dem die sächsischen Filzerinnen sogar eine beeindruckende Ausstellung ihrer Arbeiten vorbereitet hatten (diese Ausstellung ist noch einige Zeit zu sehen – es lohnt sich!) Hier nur ein kleiner Eindruck, da ich vor lauter Begeisterung vergaß, die Werke den Künstlerinnen zuzuordnen – oben jedoch eine Gemeinschaftsarbeit mit geklöppelten Elementen von Evelyn Hertel und Ina Jeromin aus Freiberg und

hier zwei Stücke im Vordergrund von Claudia Blickling.

Ein kleiner Spaziergang mit Blick auf die Schrammsteine und die Elbe rundeten am Sonntag den Aufenthalt im mir bis dato recht unbekannten Gebiet der sächsischen Schweiz ab – Wiederholungsbedarf!

Ein schöner Nebeneffekt des Treffens war die Gewährung der erfolgreichen Zertifizierung meiner Arbeit durch das Qualitätssiegel des deutschen Filznetzwerks (als eine von drei anderen erfolgreichen Teilnehmerinnen) – vielen Dank für die Anerkennung meiner Arbeit.

So bin ich nun inspiriert und wieder mal neu bekräftigt, das was ich hier tue mit Fleiß und auch ein bisschen Stolz weiter zu führen – und mir schon mal den Termin für die 25. Filzbegegnung im nächsten Frühjahr – dann im Kloster Roggenburg – im Kalender für 2020 vorzumerken:

27.02. – 01.03.2020

Bis dahin bleibt alle wohl behütet – es war wirklich schön mit euch allen!

Avocado moon

Wie schon erwähnt beschäftige ich mich – wie so viele von euch – seit geraumer Zeit mit dem Färben mit Pflanzen aus meiner Umgebung und mit Küchenutensilien oder auch -resten/ -abfällen. Da ich zwar gerne Garn jeglicher Art färbe aber ungern stricke habe ich mich mittlerweile hauptsächlich auf das Färben von ungesponnenener Wolle, Wolllocken und Stickgarnen verlegt – diese kann ich auch in Kleinstmengen sehr gut für allerlei Kleines verwenden .

Interessant – wie immer – die verschiedensten Farben, die eine Pflanze – hier: Avocado (Schale-Kerne-Schale&Kerne) hervorbringt, je nach Temperatur, Zusätzen, Vorbeizen oder Weiterentwicklern ( von Faktoren wie z.B. Avocadosorte, Reifegrad, Herkunft, Sonnentage während des Wachsens, Erntezeitpunkt, Lagerung…..erstmal nicht zu sprechen, denn das kann ich als Ottonormalguacamolenesserin ja leider schlecht beeinflussen….)

Oben seht ihr ein Beispiel einer Färbung ungebeizten Färbeguts aus Wolle und Baumwolle in einem Farbsud aus Schale & Kernen.

Gerne nehme ich mir die Zeit, bei Gelenheit und Interesse eurerseits meine Versuche genauer zu beschreiben – dazu muß ich noch ein paar mehr Bilder machen. Viel ist auch wie immer und wie zu jedem Thema im WWW zu finden, aber : es funktioniert nicht alles! (welche Überraschung…) Kleiner Tip: lest sorgfältig die kleineren leiseren Einträge…..

Oder aber ihr probiert es einfach selber aus – mit allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, die das Färben jeglicher Art so mit sich bringen bitte!

Die Tage werden heller und wärmer, so dass man auch fern ab der Küche draußen arbeiten kann, ein alter Topf, Sieb und ein alter Löffel nur fürs Färben wird aufzutreiben sein und Handschuhe und, solltet ihr mit pulverförmigen Weiterentwicklern oder auch Farbpulvern arbeiten, eine Staubmaske sind einfach Pflicht – keine Diskussion! Soviel Zeit muss sein- das sollte euch eure und die Gesundheit der im Haushalt Lebenden einfach wert sein.

Dieses Kleine habe ich aus drei verschiedenen Avocadofärbungen gewickelt, deren Farbpalette von beige, apricot über rose, pink bis fast orange gehen kann.

Hier richtet sie sich einen kuscheligen Schlafplatz in ihrer Avocadoschalenwiege ein –

under the Avocado moon….

PUUUUUHHH….

… die Zeit rennt gerade irgendwie an mir vorbei…. zwar liegt der Schnee noch hoch und vereist in unserem Garten, was nicht nur mich sondern auch die Schafe ordentlich langweilt



Einige Kurse haben in den letzten Wochen in der Werkstatt stattgefunden – ich möchte es nicht versäumen, ein paar Werkbilder und auch zugesandte Bilder hier zu zeigen – ein bisschen Zeitvertreib zum Schauen, damit das Warten auf den Frühling nicht so lange dauert..

In verschiedenen Lichterkettenabenden haben noch mehr Menschen den Frühling herbeigesehnt – ich war in prima Gesellschaft

Ziemlich geräumige Fische wurden gefilzt – aus der kleinen Handtasche, die ich vorgeschlagen hatte wurden an zwei Abenden große Fischkörbe – ich dachte da schon mehrmals an Jona und den Wal…..

dahingehend nahm sich mein Täschchen ja fast mini aus!

Groß ging es mit den tierischen Kuschelkissen weiter – viele entschieden sich für die gemütliche Eule


aber auch ein flippiger Vogel und ein Lama komplettierten bald den außergewöhnlichen Schwarm – auch drei Filzneulinge arbeiteten sich mit großem Durchhaltevermögen durch diesen Kurs – Glückwunsch!

Die Details an einem ruhigen Abend aufzusticken, eingekuschelt vor dem Ofen – das ist noch eine schöne Aufgabe für die restlichen Winterwochen

Aus bunten Resten allerlei Art ein kunterbuntes Etui mit Dreh zu filzen war die Aufgabe des letzten Kursabends – bewaffnet mit Karden und auch Tierfellbürsten eine spannende und unterhaltsame Tätigkeit, zumal ich vorschlug, doch mal zu Farbkombinationen zu greifen, die einem eher gar nicht sofort zusagen

So schreitet das Kursjahr voran und ich denke tatsächlich schon wieder übers neue Progamm ab September nach – irgendwelche Wünsche ?!


Eiszeit


In kuscheliger Runde entstand am Dienstagabend hier in der Filzwerkstatt Augentrost eine Herde freundlicher Pinguine

Aufgrund des aktuellen Schneetreibens da draußen in Wald und Flur blieb die Herde etwas kleiner als gedacht – so hielt sich auch der Futterneid in Grenzen und jeder konnte seinen Fischproviant sicher und unbehelligt in seinen Taschen verstauen.


Fürs Eisschlecken war leider keine Zeit mehr – so schnell verflogen die Stunden…das kann aber ohne weiteres jederzeit draußen nachgeholt werden ( aber denkt an die Regel mit dem gelben Schnee…. 😉 )


Sternträger

Sternträger – auch auf dich wartet ein Stern.

Während meine zwei hier noch irgendwo in den Sternen schweben haben die Kursteilnehmerinnen den Ihren schon gefunden

Vielleicht ist es manchmal gar nicht so leicht, den Kopf zu den Sternen zu heben – die Gewissheit, dass sie da sind, die wünsche ich euch allen von Herzen.

Und auch jemanden, der euch zur Seite steht, wenn es wieder all zu finster umadum ist – einen, der euch leuchten kann – einen, der voran geht –  einen, der Licht und Wärme verbreitet

und ebenso die Sicherheit, dass auch ihr Sternträger im Dunkeln sein könnt

– frohe Weihnachten

Attendre

Auf wen hier die kleine Rose noch so ganz ohne Windschutz wartet – on verra….

Gute Reise – bon voyage…

 

Advenire

In 2 Wochen werde ich mich mal wieder auf den Weg nach Lindau zum Zeughausmarkt machen – nach einem ereignis- und arbeitsreichen Filzjahr. Auch wenn in diesem Jahr noch ein Filzkurs im Dezember auf mich wartet ( Krippenfiguren aus Wolle gewickelt – noch sind ein paar Plätze zu haben) markiert diese Veranstaltung für mich doch das Ende des Werkstattjahres. So stehen dann noch einige Weihnachtsaufträge auf der Agenda – eingehüllt vom Jubel und auch Trubel der Adventszeit. Diese genieße ich übrigens sehr gerne und halte wenig vom inflationsmäßig verbrauchten Ausdrücken wie „Weihnachtsstress“ oder „stressigste Zeit des Jahres“. Ich liebe es, für die Menschen Geschenke zu suchen und herzustellen, die mir am Herzen liegen, abends zu backen, zu oft zur Post zu gehen, da ich immer noch jemanden nicht bedacht hatte und mich zuhause in einem Chaos von bunten Bändern und Papieren einzuigeln und Schokolade zu essen.

Bis dahin bin ich hier in meiner Werkstatt zu finden

wo derzeit viele kleine Gestalten das Licht der Welt erblicken.

So sind die Tage gefüllt mit filzen und die Abende um zu nähen, zu sticken, zu nadeln und zu packen – Stück für Stück mit ganz viel Liebe. Womit sich auch der Kreis zu meinen Gedanken zum Advent und zum Jahresende wieder schließt, wenn eines meiner Werkstücke unter dem Baum wieder Freude bringen darf für andere, mir völlig unbekannte große oder kleine Menschen – schön.

 

Happy

– das bin ich in und mit meiner Arbeit. Die letzten Kursabende haben mir wieder gezeigt dass ich den richtigen Weg mit meiner Filzwerkstatt gehe.

Die Kieselsteintaschen sind – trotz oder gerade wegen- des erweiterten Arbeitsaufwands echt toll geworden. Das Farbspektrum zeigt, dass beim Filzen wenig bis gar nichts unmöglich in Sachen Farbkombination ist und Mut zur Farbe belohnt wird.

Wer selbst sein Handwerk oder seine Kunst in Kursen weiter ( und auch preis-) gibt kennt was ich meine:

In all den Vorbereitungen sprich im Material ausprobieren und sortieren, im Themen konzipieren, Recherchieren, Adaptieren (und sonstigen …TIEREN…) steckt bei mir sehr viel Herzblut. Kurse sind für mich dann gelungen, wenn die Teilnehmer entspannt (aber gerne mit roten Ohren), glücklich und mit neu erworbenen oder verfestigten Kenntnissen und Fertigkeiten nach Hause gehen. Das kann dann geschehen, wenn die Kursthemen und deren Vermittlung die Bedürfnisse, die Neugier aber auch das Vermögen der Kursteilnehmer trifft und der Lehrer bereit ist, sein Wissen in respektvoller, fordernder und offener Weise mit den Lernenden zu teilen. Dazu bedarf es meiner Meinung nach viel der oben genannten Tätigkeiten von Seiten des Referenten, zudem Zeit und Erfahrung, dazu Reflexion, Geduld und gute Laune.

Da gibt es Zeiten, die auszuhalten sind – wenn eigenes Schaffen in den Hintergrund rückt. So tragen meine Filzereien gerade die  Spuren der momentanen oder zukünftiger Thematik  und schaffen es oft nicht selbstbewußt in den Vordergrund, da sie für mich nur ein Sinnbild meiner Beschäftigung mit den einzelnen Themenbereichen darstellen.

Abschalten kann ich momentan (oder schon längere Zeit) am besten – völlig ökonomisch losgelöst – beim Färben und Drucken mit Naturgut.

Es begeistert mich, die Farben so unmittelbar vor meinen Augen sich entwickeln zu sehen – und auch wenn einige Engelskleidchen für den Lindauer Zeughausmarkt am 1. Adventswochenende mit in den Avocadotopf wandern steht nicht irgendeine Produktionslinie von Adventswaren sondern Lust und Laune im Vordergrund. Schön ist es, mit jeder Aktion dazu zu lernen und seinen Erfahrungsschatz zu erweitern. Dieser – und auch der immer wieder neu entflammbare Wille, Neues auszuprobieren und zu lernen – kommt dann auch wieder dem Kursgeschehen zu Gute, denn: Wer immer in der gleichen Suppe fischt, wird irgendwann eine Diät machen müssen…..

und: für eine Filzdiät bin ich (noch) nicht bereit – zu süß ist die Verlockung……

 

 

 

 

Taschentaschentaschen

Der Herbst ist da – das ist oft die Zeit, in der Frau sich eine neue Tasche wünscht.

 

Gedacht war ein Traum in wollweiß  (Walliser Schwarznase, Bergschaf, Merinomix) und rosa….kann man ja machen – ich fand das Ergebnis … sagen wir mal ausbaufähig. Also nach dem ersten Schmollen ab in den Farbtopf – jetzt entspricht mir das rauchgrau-lila doch schon um so viel mehr.

Ein großer Shopper in einem smaragdgrün-grau Mix – der entstand nicht durch Färben sondern durch anständiges Walken. Auf der Klappe tummelt sich allerlei Blätterhaftes – das ganze kommt aber doch robust in Bergschaf daher, meiner- nicht nur –  momentan erklärten Lieblingswolle.

Als Henkel dient ein (ausgedienter) Hosenträger einer Kinderlederhose –

mit Knöpfen aus der Schatzkiste in bereits vorhandenen Knopflöchern befestigt.

Diese Tasche wird uns diese Woche noch als Sample für den 2teiligen Kurs „Kieselsteintasche“ dienen

da sie ohne Klappe und nur mit Riegel konzipiert ist wird Zeit genug für die Oberflächengestaltung sein

In welchen Farben das geschieht entscheidet wie immer jede Teilnehmerin selbst – ich bin schon gespannt….

Mit Kieseln und Klappe – so präsentiert sich diese Auftragsarbeit – die Ränder der Klappe habe ich vor dem letzten Walken den Kieseln etwas angeglichen.

Jetzt geht’s aber wieder an kleines Feines – die Vorbereitungen für den Zeughausmarkt in Lindau am 1. Adventswochenende laufen und da wird es in diesem Jahr ziberzauberzwergenklein…..