Kursleben

Langsam aber sicher kommt das Kursleben wieder in Gang.

So entstanden an einem Samstag putzige Stachelfreunde. Diese Handpuppen sind nicht nur freundliche Familienbegleiter sondern können auch bestens in der Gruppenarbeit oder im Schulalltag eingesetzt werden.

Im Kurs „Sofakiesel“ filzten die Teilnehmerinnen wollige Donaukieselkissen.

Nach einigen Stunden des Legens und Walkens ging frau fröhlich und auch etwas geschafft nach Hause – natürlich mit dem eigenen Kieselkissen auf dem Arm.

Und auch ich war so frei, erstmal die Füße hoch zu legen und dem nahenden Frühling durch das offene Werkstattfenster zu lauschen.

Und da nach dem Kurs ja bekanntlich immer vor dem Kurs ist freue ich mich auf die letzten beiden offenen Werkstattkurse“Tasche Waldliebe “ und die“ Handpuppe Drachenfreund“ im Mai.

Neben einigen Aufträgen, die die Werkstatt die letzten 3 Wochen verlassen haben ging auch dieser kleine grün-blaue Vorfilze auf die Reise nach Ungarn, um Teil eines großen Ganzen zu werden. Vielen Danke Corinna für die Idee und deine Kraft – ich bin gespannt…gerne teile ich das Ergebnis dann hier.

Für den Restapril wünsche ich euch alles Gute und immer ein warmes Fellchen zum Einkuscheln – bis wir es im Mai schon bald nicht mehr brauchen werden. Hoffentlich…

Eine Handvoll Glück

Für alle, die es heute besonders gut brauchen können….

Kommt gut durch die Woche.

Schneeglöckchen ade

Die letzten Schneeglöckchen haben sich nun alle verabschiedet – zu warm ist der Märzenwind bereits.

Auch aus der Werkstatt sind die Vorfrühlingsboten ausgeflogen.

Auch die Krokusse ziehen sich nun langsam wieder ins Erdreich zurück.

Und wir freuen uns auf die vielen neuen Triebe und Blüten, die uns Mutter Erde nun jeden Tag schenken wird.

In Dankbarkeit nehme ich die Veränderungen meiner Umgebung wahr – die Natur nimmt Fahrt auf – an uns liegt es, sie zu achten und zu schützen

Es liegt in unserer Hand…

Filzkurs Dirndltasche

Der diesjährige Frühjahrskurs am Samstag, 2.April, 9.30 – 17.00 in der LVHS Niederalteich steht vor der Tür. Ein Tag des gemeinsamen Gestaltens, Zeit für kreativen Ausdruck und Austausch, Zeit für stilles Arbeiten und einem sichtbaren, handgemachte Ergebnis zum Heimtragen.

Ich würde mich freuen, die ein oder andere nach langer Zeit wieder zu sehen, die Hände tief in die Wolle zu graben und der Phantasie ein bisschen Raum zu geben – noch sind ein paar Plätze zu vergeben ( Anmeldung unter www.lvhs.niederalteich.de)

Hier der Ausschreibungstext aus dem Programm – geschrieben bereits vor mehr als einem Jahr – die Bilder zeigen, wie immer, nur Gestaltungsbeispiele und – möglichkeiten.

Diese einfache kleine Tasche ist ideale Begleiterin für Alltag oder Festzelt. Kombiniert aus naturfarbenen und bunten regionalen Wollen und verschlossen mit einem Magnetdruckknopf bietet sie genug Platz für die nötigen Kleinigkeiten.
Nahtlos und stabil gefilzt mit Gürtelschlaufe oder einem Trägerband, auf Wunsch auch mit einem Schlüsselband findet sich auf ihrer Klappe Platz für verschiedenste individuelle Gestaltungswünsche – vielleicht sogar passend zum Lieblingsdirndl?

Herzlich willkommen sind sowohl Anfänger*innen als auch erfahrene Filzer*innen zu einem Tag voller bunter Ideen.

Ein Tag zum Auftanken – vielleicht auch für dich?

Frühlingstraum

Heute ohne viele Worte – die fehlen hier und mir.

Sonnenwarmes Wintergelb

Um ein bisschen Sonnengelb in die Webarbeiten auf einer Kinderfreizeit der Naturschule MV zu bringen erhielt ich diesen Färbeauftrag. Da auf unserer Streuobstwiese immer Baumschnitt anfällt und wir uns auch von einem Gartenapfel trennen mussten war genug Färbedroge da. Nun nehme ich euch wie versprochen gerne mit – Handschuhe an und los!

Bitte achtet auf alle Schutzmaßnahmen ( schon des Öfteren hier in meinen Beiträgen beschrieben), die euch und eurer Umwelt dienen. Ich beschreibe hier einen meiner Färbegänge – eine Anleitung stellt dies jedoch nicht dar.

Zuerst muss mal die Rinde von den Ästen. Ob ihr diese trocknen lasst oder frisch verarbeitet ist euch überlassen – ich arbeite hier nach dem Prinzip 1:1, sprich :

1 Teil Färbegut : 1 Teil Färbedroge getrocknet

aber

1 Teil Färbegut : 2 Teile Färbedroge frisch

Da ich immer gebeizte Wollstränge vorrätig habe (Kaltbeizverfahren) konnte ich auch diesen Punkt überspringen und gleich zum Wiegen übergehen. Für die Färbung mit Apfelrinde eignet sich neben der für mich so unkomplizierten Kaltbeize natürlich auch die klassische Alaun-Vorbeize aber auch die sogenannte Einbadfärbung mit Alaun, sprich das Beizmittel wird direkt: in den vorbereiteten Farbsud gegeben und man erspart sich so den separaten Vorbeizvorgang. Sollte euch dieser Vorgang interessieren schreibe ich dazu ein anderes Mal gerne mehr.

8x 25g Bergschafwolle zu 208 g Rinde – das sollte gut und gerne für ein sonniges Gelb ausreichen. Es war der Rest des Rindenvorrats und ich wollte keine Krümelchen aufbewahren.

Mit warmen Wasser übergossen ließ ich die Rinde über Nacht einweichen – das Wasser färbte sich umgehend gelb. Die Einweichzeit kann ohne weiteres verlängert werden, doch die Zeit drängte, sollte die Wolle doch rechtzeitig den Weg an die Ostsee finden. Zudem könnten auch die Rindenstückchen noch stärker zerkleinert sein – auch das trägt zum verbesserten Farbaustritt bei.

Am nächsten Tag wanderte alles in den Topf und wurde dann ca . 2 – 3 Stündchen gesiedet. Ich achte darauf, dass der Topf nicht sprudelnd kocht – was mir bei anderen Pflanzen und ihren Farben allerdings wichtiger erscheint als hier bei der Rinde des Apfelbaums ( eigene Einschätzung – keine Anleitung!)

Danach habe ich die Platte ausgestellt und den Farbsud abkühlen lassen – wiederum über Nacht. Am nächsten Morgen habe ich den Sud abgeseiht ( durch ein Tuch, um möglichst viele Schwebstückchen zu erwischen), habe die zuvor in Wasser eingelegte Wolle hineingelegt und alles langsam auf ca. 80 Grad erhitzt.

Nach ca. 1 Stunde habe ich die Platte wieder ausgeschalten und die Wolle bis Abends im Sud abkühlen lassen ( das geht im Winter dann doch schneller als im Sommer – mein Färbeplatz ist ja draussen)

Dann habe ich mit einem großen Schöpfer die Wolle entnommen und wiederum in ein Wasserbad gelegt um die nicht gebundenen Farbpartikel auszuwaschen.

Nach dem Schleudern bot sich nun im feuchten Zustand diese Farbe – erst das Trockenen an der Luft bringt aber die endgültige Farbe zum Vorschein.

Diese hier leuchtete aber auch im trockenen Zustand unbeirrt weiter.

Denkt also beim bald fälligen Zuschnitt eurer Apfelbäume an das strahlende Gelb, das uns dieser Baum neben seinen weißen Blütenblätterregen im Frühling und den saftigen Früchten im Herbst schenkt.

Oder schaut euch um, wo ihr Apfelbaumholz geschenkt bekommen könnt, trocknet die Rinde und verwahrt sie dann in einer Papiertüte, die ihr mit Pflanze und Erntezeitpunkt beschriftet, bis ihr sie einsetzen könnt.

Es ist dieses sonnenwarme Wintergelb, was mich gerade fröhlich macht – ich hoffe, es leuchtet für euch mit.

Zur Mitte kommen

Eineinhalb Tage Überlegen, Legen, Überlegen, Legen, Schneiden, Legen, Anfilzen, Legen, Anfilzen, Filzen, Walken, Formen

und SCHON war es soweit:

Drei Mandalasitzkissen waren fertig zum Schleudern.

Die Ergebnisse sprechen für sich – was für eine Farbenpracht. Noch liegen sie hier fürs Gruppenbild auf dem nassen Tisch und warten auf ihre Befüllung.

Sicher aber werden sie dann – so sorgfältig aufgebaut und intensiv bearbeitet – sehr lange Freude bereiten.

Rückblick und Ausblick

Zugegeben : Die Zeit für einen Jahresrückblick wird Ende Januar bereits etwas knapp…schon liegt der erste Monat des neuen Jahres 2022 fast hinter uns.

Und trotzdem tut ein Blick auf einiges, was durch meine Hände aus meiner Werkstatt hinaus ging gut – immer mal wieder.

Gefehlt haben mir die Kursabende mit den vielen verschiedenen Menschen, die sonst in den Jahren meine Werkstatt bevölkert haben. Nur wenige Filzkurse konnten – in veränderter Form – stattfinden.

Auf diesem Wege:

Schön, dass ihr da wart.

Ich hoffe, wir können uns in Zukunft wieder häufiger zusammen in die Wolle stürzen

Unglaublich bunt und intensiv leuchtend waren die Mandalas, die im Januarkurs entstanden sind – dazu mehr in Kürze. Die Ergebnisse dieser Tage sind einfach zu schön, um ungesehen in der digitalen Ablage zu verschwinden!

Ich denke, ich werde euch in einem der nächsten Beiträge durch meine aktuelle Apfelrindenfärbung mitnehmen – damit das Jahr auch leuchtend weitergeht. Denkt jetzt beim demnächst fälligen Apfelbaumschnitt daran, Rinde und/oder Zweigabschnitte zu sammeln und zu trocknen. Mehr dazu bald.

Nun sende ich allen, die nach so vielen Jahren mehr oder minder regelmäßigen Bloglebens immer noch Muße haben, mich auf meiner Reise mit Wolle zu begleiten alle guten Wünsche für dieses Jahr 2022.

Bleibt zuversichtlich und froh.

In dieser Nacht

– das wünsche ich dir von Herzen.

Rund

Eingetreten in die Zeit des Advent neigt sich das Jahr 2021 dem Ende zu. Der Kreis schließt sich. Ich liebe das Bild des Kreises, der umfasst und nie aufhört – und so sind in diesem Jahr eine Vielzahl an Erzählkränzen entstanden.

Erzählkranz – diesen Namen habe ich den kleinen Szenen gegeben, die ich einzeln, Stück für Stück in den Ringen anbringe.

Erzähl mir eine Geschichte!

Manche Geschichten kennt man aus Büchern, manche folgen dem Jahreslauf und den Jahreszeiten.

Manche davon waren aber auch sehr persönlich. Ein Erzählkranz, in dem die Erinnerungen an einen bestimmten Menschen, an ein Gefühl oder an eine ganz persönliche Szene im Leben im Mittelpunkt steht.

Nun ist und bleibt ein Erzählkranz immer eine Handarbeit aus Wolle. Aus vielen kleinen Einzelteilen, in denen mehr Zeit steckt, als man ihnen gemeinhin ansehen wird;
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Auch deren Zusammenstellung und Anordnung klappt an einem Tag spielerisch, am nächsten will jedes Element etwas anderes und nichts will passen und sich fügen. Manchmal brauche ich zum Fertigstellen fast genau so lange wie zum Filzen der einzelnen Elemente. Da hilft nur Zeit, Geduld und Feingefühl. Auch wenn die Idee des Motivs steht – jedes Stück entwickelt ein Eigenleben – ist es nicht so?


Und doch bleibt alles Idee, Wolle und Handwerk – bis der Mensch kommt, der die Geschichte erzählt, sich erfreut und inspirieren läßt. Erst dann findet sich schlussendlich alles zusammen

Jeder Erzählkranz ist anders, jeder hat seine eigene Geschichte. Jeder einzelne lehrt mich andere Fertigkeiten, eine andere Sicht auf die Dinge und: Geduld.

Und Geduld ist ja eine Tugend, die oft vergessen, ja verdrängt wird von allzeit bereit, 24/7 und von sofort lieferbar.

Geduld bringt Rosen

… Wie meine Schwiegergroßmutter zu sagen pflegte

Und so werden die endgültig letzten Erzählkränze diesen Jahres in diesen Tagen die Werkstatt verlassen

… auf dass der Kreis sich schließt.