Filzkurs Winterschlaf

Das Kursjahr ist eingeläutet – auch wenn dieses kleine Kerlchen eigentlich den ganzen Abend verschlafen hat – kein Wunder, so mitten im Januar….

Die kleinen Haselmäuse – die eigentlich gar keine Mäuse sind sondern zur Familie der Bilche gehören- würden im Winter gar nicht genug Nahrung finden, um ihren winzigen Körper bei Kräften zu halten. So ziehen sie sich von Oktober bis April zum Winterschlaf zurück – in Baumhöhlen, Nistkästen oder selbstgegrabenen Höhlen im Laub. Ihr Lebensraum sind artenreiche Hecken und Waldsäume von Laub- und Mischwäldern – wenn sie eben nicht so rasiert sind, wie das momentan wieder aller Orten passiert…

An diesem Montag Abend verließen nach nach dreieinhalb Stunden fünf müde Mäuse die Werkstatt – gemütlich eingekuschelt in ihren Nestchen. Auch deren Erschafferinnen waren zu dieser Stunde rechtschaffen müde, denn dieser Abend war mit seinem Doppelfeature aus Nass- und Trockenfilz etwas für die fleissigen Filzmäuse…mit einer Portion Schokolade und viel Konzentration beim Figurenbau und vorallem beim Nadeln hat dies wunderbar geklappt – herzlichen Glückwunsch!

Auch meine Mäuse legen sich nun wieder zur Ruhe, bis sie bald in neue Wälder reisen dürfen –

Ich bin mir aber sicher, dass sie auch dort ein gemütliches Plätzchen finden werden.

Färben mit Ligusterbeeren

Immer wieder sah ich wunderbare Blautöne aus Ligusterfärbungen auf Bildern pflanzenfärbender Menschen – das ließ mich nach meinem ersten, sehr stahlgrauen Färbeversuch im letzten Jahr einfach nicht mehr los. Also nutzte ich die eisigen Tage im Dezember, um mich noch einmal der Herausforderung zu stellen.

Ein kleines Körbchen tiefgefrorener Beeren ließ den Vögeln noch mehr als genug als Wintervorrat und so machte ich mich erneut an die Färbung – allerdings erst 10 Tage später. Bis dahin waren die Beeren zwar wieder aufgetaut aber in keinster Weise matschig und noch sehr viel frischer als beim viel späteren Erntezeitpunkt meines ersten Färbeversuchs. Sie ließen sich leicht von den Stielen lösen ( mit Handschuhen!) – das war meine zweite Änderung zum ersten Färbeversuch, ich verwendete dieses Mal nur die Beeren.

Langsam und sanft erhitzte ich die Beeren – die Grammzahl habe ich leider nicht, da ich zu faul war, meine Waage zu holen….da sie sehr schwer sind gehe ich von knapp einem Pfund aus. Ich ließ sie also gut 1 Stunde simmern, und zwar nur im Durchschlag.

Währenddessen bereitete ich die Stränge von Sockenwolle vor und beizte sie und ein bisschen Vlies mit Alaun vor.

Als die Wolle fertig ausgewaschen und geschleudert war waren auch die Beeren geplatzt und das Farbbad unglaublich intensiv lila und ich ließ es mit offenem Deckel abkühlen. Später wanderte dann alles in den Topf, auch Stickgarn, Baumwollstoff und ein klein wenig Tussaseide (alles ebenfalls zu einem früheren Zeitpunkt mit Alaun vorgebeizt).

Den Topf erwärmte ich dann wieder schrittweise auf ca. 80 Grad, schaltete dann die Platte aus und ließ alles bei geschlossenem Deckel an die 6 Stunden ziehen und abkühlen.

Nach dem Auswaschen, Schleudern und Trocknen zeigt sich nun dieses Ergebnis

Eine Vielzahl an blaugrau Tönen auf Wolle und Baumwolle, die Seide zeigt sich eher in einem blassen grün/türkis

Da die Intensität des Farbbads nach dem 1. Zug weiter hoch war wagte ich einen zweiten – das Ergebnis ist ein noch blaueres Blau ( oder wie sag ich das jetzt…) – im nächsten Bild links der zweite Zug.

So bin ich nun sehr glücklich, diese Pflanze noch einmal gebeten zu haben, mir ihre Farbe zu schenken. Es wird sicher nicht die letzte Ligusterfärbung gewesen sein –

zumal ich jetzt auch so hübsche Knäuel wickeln kann….was für schöne Geschenke ich nun damit machen kann….oder ich fange doch noch an selber zu stricken – mal sehen.

Filzkurse Figuren

In großen Schritten geht es Weihnachten entgegen. Die Kurse für dieses Jahr sind abgeschlossen, viele Bestellungen gepackt, die meisten versandt….so habe ich zwischendurch Luft für einen kleinen Blick ins Neue Jahr.

Am Samstag, 21.1.23 wird in meiner Filzwerkstatt Augentrost der Kurs „Figurenfilz“ stattfinden. Über den Dächern von Deggendorf werde ich euch dort in gemütlicher und inspirierender Atmosphäre auf eurem Weg zur ganz eigenen nadelgefilzten Figur begleiten. Entstehen werden größere ( ca. 25cm) Symbol- und Erzählfiguren nach ganz persönlicher Vorstellung und Idee. Die Einführung in Gerüstbau, Aufbau- und Wickeltechnik, Fragen und Antworten zur Verwendung verschiedener Filznadeln und ein kleiner Ausflug in Wollkunde und Verwendbarkeit geeigneter Fasern wird unterfüttert von einem bunten Fundus an verschiedensten Farben, Fasern, Stoffen und Texturen, die die jeweilige Figur zur ganz eigenen werden lassen. Natürlich können einzelne Details auch nass gefilzt werden – ihr werdet aber erstaunt sein, welches Zauberwerkzeug eine geeignete Filznadel sein kann….Egal ob der eigenen Phantasie entsprungen, biografisch aufgeladen oder angelehnt an ein Märchen oder eine Kinderbuchgestalt – vieles wird an diesem Tag möglich werden und Gestalt annehmen.

Eine zweite Möglichkeit, sich in geselliger Runde und kulinarisch mit regionalen Köstlichkeiten bestens versorgt mit dem Thema Figurenfilz zu beschäftigen gibt es am Sa, 18.2. in der Landvolkshochschule Niederalteich. Hier widmen wir uns den kleineren Figuren ( ca.10 – 15cm) .

Aus verschiedensten Wollen und Draht entstehen mithilfe der Filznadel ausdrucksstarke Figuren fürs Zuhause oder auch für den Einsatz in der Gruppenarbeit. In der Ausgestaltung lassen wir uns leiten von Frühlingssehnsucht, vom Jahreskreis im allgemeinen und von unseren individuellen Wünschen. Einige Details ( Hüte, Blüten, Körbchen…) können auch nass gefilzt werden.

Vielleicht ist der Kurs ja auch eine schöne Geschenk- oder Wunschidee für die ein oder andere unter euch – für den Werkstattkurs gibt es aktuell noch zwei freie Plätze, für den Kurs in der LVHS bestimmt noch ein paar mehr ( Anmeldung HIER). Nun werde ich mich dem Filzen einiger später Luziafiguren widmen – mögen eure Tage lichtvoll und friedlich sein.

Waldgestalt

Ein kleiner Einblick in meine Figurenarbeit – hier eine Auftragsarbeit mit Wunschtier aus dem letzten Sommer.

Materialien: Wilde heimische Wollen wie Bergschaf und Zackelschaf, süddtsch. Merino handgefärbt, pflanzengefärbte Wolle ( Essigbaum) für die Hautfarbe, Flechten und Moose, Bergkristall, Eichelhütchen und handgefärbte Wollgarne (Krapp und Rainfarn) für die Bestickung des Gewands.

Endlich wieder

Willkommen am 13. Lindauer Zeughausmarkt!

Freitag, 25.11. 19.00- 22.00

Samstag, 26.11. 11.00- 19.00

Sonntag, 27.11. 11.00- 17.00

Bunte Reste

Merinostrangreste aus vielen Jahren Kursarbeit – auch wenn ich immer fleißig am Resteabbau bin stieß ich beim Aufräumen über auf eine vergessene bunte Kiste.

Dieses Mal habe ich erstmal etwas sortiert und danach farblich abgestimmt kardiert.

Einige dieser bunten Batts habe ich – zusammen mit einer ziemlich großen Menge Bergschaf – zu stabilen Nadelfilzkissen verarbeitet – schon lange wollte ich mir für meine tägliche Arbeit welche anfertigen.

Und wirklich: es überzeugt mich mehr als gefüllte Rupfenkissen, Bürstenunterlage und als Schaumstoff sowieso. Das Ergebnis lohnt den Aufwand – ich denke, ich werde mal eine kleine Anleitung schreiben – ob ihr dazu dann ebenfalls eure Reste verwendet oder ob ihr diesen Arbeitsschritt einfach überspringt bleibt euch dann überlassen. Nun muss aber erst mal die Vorweihnachtszeit entsprechend gefeiert werden, denn der Zeughausmarkt in Lindau rückt ganz schnell näher – nur noch ein paar Tage….

Herbst im Kranz

Manchmal sind es die ganz kleinen Dinge, Farben oder Begebenheiten

die aus einer Idee

Schritt für Schritt einen Erzählkranz werden lassen.

Mir geht es in der Gestaltung nicht um möglichst viel auf kleinem Raum – mir geht es um das Wesentliche – das, was Phantasie beflügeln kann und auch den Mut zur Lücke.

Hier stapfen zwei Hand in Hand mit ihrer Wachspapierlaternen durch das bunte, gestickte Herbstlaub.

Krapp, Reseda und Indigo wärmen mit ihren von mir handgefärbten Naturtönen die Kinder in Schal und Mütze.

Nur angedeutet steht die Hecke in wilder Wolle Spalier.

Nicht alles muss bis ins kleinste Detail abgebildet sein – denn: wo bleiben sonst deine inneren Bilder, wenn schon das Äußere nicht einlädt, eigene Details gedanklich zu ergänzen und so Erinnerung und Geschichten hervorzubringen – augenscheinlich von ganz allein…

Herbstfarbenspiel

Auch wenn die Novembernebel wallen – die Natur ist noch voller Farben.

Lasst euch mitnehmen vom späten Herbstzauber – und berühren.

Wilde Schale

Beitrag Herbstausgabe 2022

Der Herbst lässt uns so einiges sammeln – dafür entstand – schon im höchsten Sommer- die Anleitung in Wort und Bild für eine wilde Schale.

Seit einigen Jahren schreibe ich Filzanleitungen für die Zeitschrift „Holunderelfe“ – einem one-woman-Herzensprojekt von Kristin Ritschl aus München.

Sie komponiert aus vielfältigen Beiträgen einer umfangreichen und verschiedenartigen Autorinnenschaft in jeder Jahreszeit eine Zeitschrift in kleiner Auflage, die zum Nachlesen, Träumen und selber tätig werden einlädt.

Beitrag Sommerausgabe 2022

Ob kleine Sonnenblumenblüten im Sommer oder auch mal ein Nadelfilzbild im Winter –

Beitrag Winterausgabe 2020

das Anleitungen schreiben macht mir Spaß. Am meisten Freude machen mir die Rückmeldungen mit Bildern eurer selbstgefilzten Werke nach meiner Beschreibung. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle mal bedanken – es freut mich immer sehr, wenn ihr seht, was in euch steckt.

In der aktuellen Herbstausgabe 2022 findet sich neben der Wilden Schale zudem noch ein kleines Interview.

Obwohl ich nun schon lange hier im Blog über meine Arbeit schreibe haben mir Kristin’s Fragen wieder ganz neu zu denken gegeben und ich durfte über so vieles erzählen. Vielen Dank – es war mir eine Ehre.

Aber da ja nach dem Spiel bekanntlich vor dem Spiel ist….

seht ihr hier – ganz geheim…. – meinen nächsten Beitrag zur Winterausgabe. Ihr könnt es nicht erkennen? Na- das klärt sich dann wohl in ein paar Wochen…

So lange gibt es ja noch die Herbstausgabe zum Schmökern, Ausprobieren, Nachdenken, Aufheben…

Und da Zeitschriften bekanntermaß zum käuflichen Erwerb produziert werden ist dieser Beitrag gerne WERBUNG. Unbeauftragt und von Herzen.

Herbstliches

Jetzt hat er uns – der Herbst. Eine reiche Zeit des Sammelns und sich Sammelns…

Und kaum waren die ersten Töpfe mit Eicheln gesammelt ( zur Vorbehandlung von Stoffen vor dem eigentlichen Färben mit Pflanzenfarben) war der erste Kurs des Werkstatt Jahres 22/23 schon wieder vorbei.

Alle warme Herbstfarbenpracht wanderte in die Herbsthexerei – und für alle Hexen, die großen wie die kleinen, gab es auch noch einen Kürbis dazu.

Zum nächsten Nadelfilzabend versammelten sich dann nach gut 3 Stunden konzentrierter Einzelteilarbeit süße Rotkehlchen auf Tisch und Händen

So mancher erprobte Handgriff, Trick oder auch eine Einführung in Werkzeug oder Wollauswahl sorgte dafür, dass alle ihr ganz individuelles Vögelchen mit nach Hause nehmen könnten, ob nun geübt oder weniger geübt im Umgang mit der Filznadel.

Die nächste Möglichkeit, sich mit der Nadel auszuprobieren wird am Mo, 9.1.23 sein – dann werden wir eine kleine Winterschlafmaus in ihrem Nest filzen.

Und wer sich mal einen ganzen Tag dem Figurenbau widmen möchte:

Am Samstag, 21.1.23 wird es einen Tageskurs zu diesem Thema geben – gib Gestalt, was in dir schlummert, gib Gestalt in einfacher und doch so ausdrucksstarker Form – verschiedenste Wollen, Fasern und Garne stehen zur Verfügung deine ganz eigene Figur in stabiler Nadelfilztechnik entstehen zu lassen.

Wir werden über verschiedene Wickel- und Filztechniken sprechen, über die unterschiedlichen Filznadeln und deren Einsatz, über Proportionen – vorallem aber werden einzigartige Figuren entstehen, mal ganz leise, dann wieder in fröhlicher Gesprächsrunde und es wird ein intensiver gemeinsamer Schaffenstag werden.