Ich habe eine schöne Art gefunden, Handfilz mit einem bestickten Trikotköpfchen stabil und ansprechend zu verbinden. Gerade für kleine Hände sind diese Wichtel gedacht – zum Puppenspiel oder zum Dekorieren auf dem Jahreszeitentisch.
Das Besticken macht mir gerade besonderen Spaß – wenn ich es auch bewusst schlicht halte.
Das Herstellen der Köpfchen katapultierte mich im Herzen um viele Jahre zurück – zur Zeit im Waldorfkindergarten.
Und so entstanden immer mehr verschiedene Köpfchen – und die nächste Möglichkeit der Verarbeitung war bald erinnert.
Auch diese Fingerpüppchen können den Jahreszeitentisch beleben, wenn sie nicht gerade im Einsatz sind.
Von einer guten Freundin bekam ich vor vielen Monaten ein wunderbares Körbchen geflochten.
Mit Dach und Türe wurde es zum kleinen Wiesenhäuschen
So können sich die Elfchen am Ende eines langen Tages einkuscheln und es ist Ruh am Tisch
Bis das Spiel am nächsten Morgen weitergehen kann….
Ein hoffentlich letztes Mal greift der Winter mit schneebedeckten Krallen zu – ehrlich: mir ist das nun schon lang genug….
In all den langen Tagen mit unzähligen Spaziergängen an unspektakulär und doch so verwunschenen Plätzen an Donau oder Isar entlang bahnte sich auch auf dem Filztische ein bisschen Veränderung an. So entstehen gerade kleine Wesen, die ich bis auf ihre Kleidchen komplett in Nadelfilz Technik arbeite
Die verwendeten Wollen sind oft direkt hier aus der Gegend und ich habe sie mit den Pflanzen meiner Umgebung gefärbt. In diesem Jahr wanderten bereits Erlenzapfen, Rosenblüten und Kirschbaumrinde in den Topf – auch eine Portion von Freunden mit gesammelter Avocadokerne schenkte mir warmes Rose.
All diese Wollfarben und im letzten Jahr gefärbtes Stickgarn gepaart mit den Erlebnissen in Wald und am Fluss ergab diese kleine Mischung:
Und seitdem habe ich – zumindest im Kopf – bei jedem Spaziergang Begleitung
So wünsche ich auch euch eine Zeit voller Begleitung und kleiner Freuden – es lohnt sich meist, genauer hinzuschauen…
Und noch vieles wartet darauf, entdeckt und gestaltet zu werden
sovieles passiert hier an begegnung, dass ich gar nicht mehr dazu komme, jeden kurs entsprechend zu dokumentieren. gerne möchte ich heute kurz die zwei abende „vogel to go“ revue passieren lassen – ziemlich vogelwild. also: erstmal schnell eigene kleinstarbeiten vom tisch, kehren und putzen (ich putze nur für teilnehmerinnen…!), passende wollsorten herrichten, tee kochen, schokolade ansprechend auf dem teller verteilen und deren qualität überprüfen. türe aufsperren, sich freuen, dass alle da sind und beginnen.
nachdem schon bald die farben klar waren ging es daran auszulegen und diverse details vorzubereiten.
danach hatten sich alle eine nachtruhe wohlverdient. am nächsten abend nahmen die vögel gestalt und form an
noch etwas zerknittert, aber voll freudiger erwartung eines ersten ausflugs kamen sie am späteren abend aus der schleuder – mit praktischen innentaschen, schlüsselbändern, füßen, federschmuck und taschenschlaufen (auf dem abschlußfoto fehlt leider eine waldeule – diese war bereits auf dem weg ins eulenloch).
nach einem allgemeinen abflug wirkte die filzwerkstatt – wie so oft nach kursen- erstaunlich leer und ruhig. nur onkel franz und tante käthe waren noch da
und die träumten – wie sollte es anders bei mir sein – vom sommer …
die sommerferien neigen sich dem ende zu – ein bisschen wehmütig schaue ich ihnen hinterher. nichtsdestotrotz freue ich mich auf ein neues kursjahr in meiner werkstatt.
bereits am 18.9. filzen wir eine buchhülle – passend für einen ringblock, in dem wir alle gedanken, fakten, inspirationen und den guten alten (meist weiblichen) to -do -listen ein ganz persönliches plätzchen bieten können. und sollte der block dann bald voll sein schlagen wir sie einfach um den nächsten – weiter gehts!
die oberfläche gestalten wir mit einfachen mitteln, also kann sich auch die ein oder andere filzanfängerin ganz sicher fühlen.
das schöne ist, daß diese hülle – wie so vieles im leben zwei seiten hat (genau genommen ja eigentlich vier) – also bleibt viel platz für farb- und motivexperimente.
aber: alles in ruhe – und weniger ist oft mehr. denn: sollte sich bald der ein oder unwirtliche herbsttag einschleichen habt ihr zeit, euer stück zuhause mit nadel und faden noch individueller zu gestalten – eine für mich unglaublich entspannende tätigkeit.
so freue ich mich auf ein wiedersehen oder ein kennenlernen hier über den deggendorfer dächern – das gesamte filzkursprogramm findet ihr hier auf meiner seite oben in der rechten leiste. immer weiter!
gotländisches pelzschaf und süddeutsches merino to go
auftragsvariation in grau zum warmen orangeton der süddeutschen filzwolle von wollknoll – eine tolle möglichkeit, mit heimischer wolle in toller qualität und farbe zu arbeiten. die kürzeren wensleydalelocken waren hier von mir handgefärbt – auch heute simmert im topf ein buntes faserallerelei – das grau besorgt heute der himmel.
ich packe meine tasche und wandere aus – nach afriko oder ameriki – dahin wo es warm und sonnig ist und einem der grauslige regen nicht mehr folgen will, da er sich hier ja sowieso wunderbar angeheimelt hat
oder ich bleib hier und sticke weiter….oder probiere weiter rum am reservieren, aufpolstern und „3d-nunofilzen“ –
außerdem: viel paßt ja in so ein täschen auch wieder nicht rein….
bikini, sonnenbrille und ein geldbeutel allerdings schon – was brauche ich mehr in der südsee? abtrocknen kann ich mich ja dann mit der tasche…!
kann ich mich an den letzten schultag im juli 1980 erinnern – denn ich durfte mir für mein zeugnis etwas beim papier enderlin aussuchen. seitdem war es für lange zeit mein größter schatz – und es ist komplett bis heute – trotz zahlreicher umzüge und lebenswendungen. jetzt – nach langen jahren – hat es eine weiche und sichere hülle bekommen. es ist nur ein spiel, papier, kleine bildchen, abgegriffen, etwas zerknickt, eventuell kitschig – und doch wohnt ihnen ein teil meiner kindheit inne.
jeder von uns hat zumindest einen solchen schatz – nimm ihn doch heute mal wieder zur hand und fühl zurück.