Archive for the ‘Jahreszeitentisch’ Category

Wildwuchs

Ein Rotkehlchen Nest – geschützt in der alten heugefüllten Sandmuschel am Boden im Schuppen. Zuerst bin ich erschrocken – ein dunkler Fleck, eine diffuse Bewegung, als ich nach längerer Zeit mal wieder die Türe öffnete.

Dann aber recht bald Entzücken und Rückzug. Nun ist das Nest bereits leer und einige Hüpferlinge waren im Garten zu sehen.

Wir füttern die Vögel das ganze Jahr über. Gerade jetzt in der Brutsaison stehen Weichfutter und Erdnüsse bereit, um die gestressten Altvögel während der Brut- und Aufzuchtphase bei Kräften zu halten und es ihnen zu erleichtern, die Insekten, die sie finden ihren Kleinen füttern zu können. So brüten hier neben Rotkehlchen u. a. auch Amseln, Spatzen, Meisen, Stare und Mönchsgrasmücken. Am Vogelhaus sind zudem Kleiber, Specht, Buchfink und Goldammer regelmäßig zu Gast.

Aber auch anderen Besuchern gefällt das Take-away ausgesprochen gut

Jeden Tag schaue ich dankbar dem bunten Treiben da draußen vor den Fenstern zu. Ich erlebe, wie sich verschiedene Tiere in unserer unmittelbaren Umgebung beheimaten und ihren Nachwuchs aufziehen. Ich bemerke, wie neue Pflanzen in unseren Wiesen Einzug halten, manche, um zu bleiben, manche, um nach einer Saison wieder zu verschwinden, um andernorts Wurzeln zu schlagen. Ich höre im Morgen- und Abendgrauen die verschiedensten Vögel, ihre Rufe und ihre Lieder und bin eifrig daran, sie zuordnen zu lernen.

Und mag auch nicht jedem der Wildwuchs, die dichten Hecken, die blühenden Wiesen oder mittlerweile ziemlich hohen, schattenspendenden Bäume in unserem Garten gefallen – die Steinhaufen, das Astgewirr, die Totholzhaufen, alte Baumstämme, Brenn- und Taubnesselecken oder so einige unaufgeräumte, halb vergessene Stellen wie die alte Heu gefüllte Sandmuschel im Stadel:

Wir sind glücklich, zumindest ein bisschen zu teilen und selbst Teil zu sein

Es ist das, was mir die täglichen Farben und Formen schenkt

Es ist, was mich beflügelt und erhält

Maientanz

Lasst den Frühling ein

In dieser Figur vereinen sich Gotlandpelzlocken mit meiner mit Erlenzapfen gefärbten Lieblingshautfarbe und einem leichten Filz aus Wensleydale und Ramie.

Im Figuren filzen auf diese Art und Weise stehe ich am Anfang einer sehr spannenden Reise – Schritt für Schritt fügen sich Puzzleteile offener Fragen in einem Prozess des Lernens, Scheiterns, Weitermachens.

Lasst auch ihr euch bescheinen und durchwärmen, selbst in Wind und Regen.

Sammelt Licht und Energie – die helle Zeit ist da, immer wieder, immer neu.

Wichtelglück

Ich habe eine schöne Art gefunden, Handfilz mit einem bestickten Trikotköpfchen stabil und ansprechend zu verbinden. Gerade für kleine Hände sind diese Wichtel gedacht – zum Puppenspiel oder zum Dekorieren auf dem Jahreszeitentisch.

Das Besticken macht mir gerade besonderen Spaß – wenn ich es auch bewusst schlicht halte.

Das Herstellen der Köpfchen katapultierte mich im Herzen um viele Jahre zurück – zur Zeit im Waldorfkindergarten.

Und so entstanden immer mehr verschiedene Köpfchen – und die nächste Möglichkeit der Verarbeitung war bald erinnert.

Auch diese Fingerpüppchen können den Jahreszeitentisch beleben, wenn sie nicht gerade im Einsatz sind.

Von einer guten Freundin bekam ich vor vielen Monaten ein wunderbares Körbchen geflochten.

Mit Dach und Türe wurde es zum kleinen Wiesenhäuschen

So können sich die Elfchen am Ende eines langen Tages einkuscheln und es ist Ruh am Tisch

Bis das Spiel am nächsten Morgen weitergehen kann….

Jetzt aber

Ein hoffentlich letztes Mal greift der Winter mit schneebedeckten Krallen zu – ehrlich: mir ist das nun schon lang genug….

In all den langen Tagen mit unzähligen Spaziergängen an unspektakulär und doch so verwunschenen Plätzen an Donau oder Isar entlang bahnte sich auch auf dem Filztische ein bisschen Veränderung an. So entstehen gerade kleine Wesen, die ich bis auf ihre Kleidchen komplett in Nadelfilz Technik arbeite

Die verwendeten Wollen sind oft direkt hier aus der Gegend und ich habe sie mit den Pflanzen meiner Umgebung gefärbt. In diesem Jahr wanderten bereits Erlenzapfen, Rosenblüten und Kirschbaumrinde in den Topf – auch eine Portion von Freunden mit gesammelter Avocadokerne schenkte mir warmes Rose.

All diese Wollfarben und im letzten Jahr gefärbtes Stickgarn gepaart mit den Erlebnissen in Wald und am Fluss ergab diese kleine Mischung:

Und seitdem habe ich – zumindest im Kopf – bei jedem Spaziergang Begleitung

So wünsche ich auch euch eine Zeit voller Begleitung und kleiner Freuden – es lohnt sich meist, genauer hinzuschauen…

Und noch vieles wartet darauf, entdeckt und gestaltet zu werden

Wachgeküsst

Was bleibt zu sagen? Die Tage werden länger, die Vögel werden lauter, die Luft wird wärmer – die Natur ist wach geküsst….