Archive for the ‘allgemein’ Category

aufleuchten

nachher ist immer das große aufräumen angesagt.

marktware muß sicher gelagert werden, das auspreis-und ich-mach-das-noch-schnell-fertig-chaos im arbeitszimmer muß eradiziert und die werkstatt entwässert, gelüftet und neu sortiert werden. und so kam es, daß ich die woll- und seidenfärbungen der letzten wochen endlich mal auf einen haufen räumte und ein aufleuchten ging durch den raum – endlich farbe in all dem regenherbstgrau, lust auf filzen regt sich schon wieder, obwohl ich mir eigentlich eine pause von mindestens drei tagen verordnet habe; außerdem kamen meine neuen karten und ich kriegte ich vor freude rote ohren…

im wald

dieses wochenende verbrachte ich da, wo der wald am wildesten ist – am woid weijd-festival am haus zur wildnis in ludwigsthal im nationalpark bayrischer wald.

als ich sa morgens um 5.30 in die sintfluten schaute, die da vom himmel fielen, machte ich mich mit nicht ganz leichtem herzen auf den weg – das auto war gottseidank (entgegen meinen gewohnheiten ) tatsächlich KOMPLETT gepackt, und so fuhr ich in den wald, umfuhr vier umleitungen auf abenteuerlichen wegen (besitze kein navi, fahre der nase nach oder frage beim freundlichen dorfmetzger, die bereits kurz nach halb 7 arbeitet, nach dem weiteren vorgehen).

mein stand war von außen nicht der mit dem schönheitspreis, aber ich habe ihn in einer knappen stunde wetter-und einigermaßen sturmfest bekommen, was mir im laufe des wochenendes doch zugute kam.

mein standort war allerdings sehr exponiert, so konnte ich z.b. „ungschminggd“ in erster reihe hinter meinem tisch aus lauschen, was mich als freundin bayrischer musi mit spritz sehr erfreute (www.ungschminggd.de)

am abend rutschte ich ungeplant in eines der berührendsten konzerte, die ich in den letzten jahren (!) besucht habe – „ich warte“ von anna veit, der chansonniere und michael gumpinger, dem mann am klavier – ich habe heute noch gänsehaut ob der präsenz dieser beiden künstler (www.annaveit.com)

die stimmung vor ort hat mich nach kurzer zeit gefangen genommen – die lage mitten im wald (die auch bedingte, die autos einen 10 min fußmarsch weit durch den wald am besucherzentrum zu parken), die freundlichen gesichter,das wechselhafte wetter und die interessierten besucher, egal ob einheimische oder feriengäste, die kinder, die übers gelände tobten, aber sobald der märchenerzähler seine runde ging, erwartungsvoll mit ihm mit zogen…

besonders war für mich der gang durch den wald am sonntag morgen kurz vor acht. es regnete leicht, die luft war kühl und feucht, der wald tropfte und beschützte mich gleichzeitig und mein blick fing sich alle nase lang in wurzel-, baum- und steinformationen; plötzlich heulten die wölfe, riefen sich zusammen oder wünschten einfach nur einen gesegneten sonntag – all das, der regen, der verfall des naturbelassenen nationalpakwalds, das geheule, die abstrusen moosburgen am weg, der blick in den wolkenverhangenen himmel…es erfüllte mich mit leben und mit einem lächeln.

es war der moment, an dem sich dieser markt gelohnt hat, jenseits von selbstüberwindung, profit oder marketing – es war ein moment der freiheit, der nun geborgen in mir ist.

bunte stunde(n)

lust auf bunt und in farbe – die zeiten des  schwarz-weiß fernsehens sind vorbei (obwohl ich mich tatsächlich noch an diese kiste erinnern kann…) –  ich tätigte einfach den griff in die kunterbunte vorfilzkiste und filzte, was mir so einfiel – immer im herzen bei meiner freundin, deren geburtstag nahte.

das war mir dann irgendwie immer noch zu unbunt, zu statisch und unbelebt – also:

einfach noch einen freitagmittag, nachmittag, abend und nacht (ich bin halt noch nicht so schnell) mit sticken verbringen – von fast manischer betriebsamkeit ergriffen, bis ich einen schlußstich setzte und die tasche für fertig erklärte – bereits von der lust auf eine neue verfolgt….

und nachdem ich mich nicht zwischen den ganzen bildern entscheiden kann…

zeige ich heute soviele ich will….

tea time

…ich will doch nur spiel`n….

roux du valais meets ouessant

habe das walliser landschaf, auch roux du valais, kennengelernt – und seinen schwarznasigen kollegen, das walliser schwarznasenschaf.

die wolle des ersteren ist sehr robust,  filzt schnell und unkompliziert und ergibt einen festen und strapazierfähigen filz – ideal für sitzauflagen oder taschen, würde ich sagen.

unglaublich, daß ich mich immer wieder begeistern kann – wie verschieden sie doch alle sind.

wer sich näher informieren möchte schaut doch mal auf www.walliser-landschaf.ch

was macht man nun mit 1 kilo desselbigen und einer schubkarre rohvlies ouessant, wenn alle aus dem haus sind? ausprobieren, zupfen, wiegen, legen, filzen, riechen, formen, freuen – was vergessen?

die tasche besteht aus extrafeiner merino, die klappe aus mollys nackenlocken

und zu diesen (und weiteren – aber davon morgen) naturfarbenen taschen passen diese traumknöpfe doch wunderbar…

ich habe gestern fast das halbe knopfregal leergekauft…aber ist ja fürn guten zweck…andere kaufen schuhe…

reisende

…soll man nicht aufhalten….

heute stattete mir onkel theodor, die wanderratte, ihren alljährlichen sommerbesuch ab.

leider geht er mittlerweile etwas krumm, er ist einfach schon in die jahre gekommen und doch für sein alter noch erstaunlich rüstig.

das trübe feuchte wetter macht seinen knochen allerdings sehr zu schaffen, so hielt er dieses mal nur eine kurze rast bevor er sich wieder aufmachte, richtung breslau zu cousin pavel, einem emigrierten mauswanderer.

leider ist zu bemerken, dass den schnaken oder staunzen, wie sie hier heißen, die nasse witterung sehr zuträglich ist – bemerkenswerte exemplare lassen sich (aber nicht ohne ausreichend autan) in natura beobachten – folgende aufnahme wurde unter einem hochauflösendem mikroskop gemacht und enthüllt die schonungslose wirklichkeit dieser lästigen insekten.

zum glück machte sich dieser schnaaak ebenfalls auf die reise – nach transsylvanien oder berlin, vielleicht auch auf die seychellen…

puuutttputtputt

seidenhühner – ob die wohl filzen..?..puuttputtputt…….

dramatischer zwischenfall beim fotoshoot

zu einem dramatischen zwischenfall mit dem starlet lucy lou kam es am frühen donnerstagmorgen mitten auf einer belebten wiese im bayrischen wald. während ihres posings wurde die bekannte labormaus opfer eines heimtückischen angriffs aus dem hinterhalt – gerade noch rechtzeitig warf die fotographin die kamera aus der hand, eilte zur hilfe und verhinderte damit schlimmeres.

die fassungslosen fans verfolgten das geschehen hilflos und hautnah hinter den absperrungen – einige mussten anschließend vom hinzugezogenen kriseninterventionsteam psychologisch betreut werden.

trotz aller dramatik ist lucy lou unversehrt und wohlauf und äußerte sich gewohnt souverän nach dieser attacke: „die katze, die es schafft, mich zu fressen, muß erst noch geboren werden“.

herbstgeflüster

es gibt jedes jahr den morgenmoment, in dem klar wird, daß der herbst nicht mehr weit ist – die luft ist feucht, der dunst über den wiesen kühl und die wald -, garten- und wiesenfrüchte entwickeln ihre erste pracht. das zirpen der grillen und heupferde ist aber noch zu bewundern – erst wenn sie schweigen, fängt der herbst richtig an.

und doch – der sommer zieht sich sanft und leise, langsam und unaufhörlich zurück – um dem herbstgeflüster raum zu schenken.

weiches wasser

…und wieder wird klar – auch ohne wolle und seife ist wasser bewegend, ob see oder fluß  –

das weiche wasser bricht den stein – quarz, schiefer, granate, kristalle, flußkiesel, …

eindrücke der letzten woche – weich und gewaltig.