Archive for the ‘allgemein’ Category

you`ve got a friend

 

when you`re down and troubled and you need some love and care

and nothing, nothing is going right

keep your head together and call my name out loud

soon you`ll hear me knocking at your door

(…)

you`ve got a friend – carol king

es gibt tage, da braucht man jemanden, der einen auf die nase küsst – und dann ist es wieder gut…

kardieren

 

kardieren, auch kardätschen oder krempeln nennt man den vorgang des wolle kämmens. ziel ist es hierbei, die fasern der wolle so parallel wie möglich auszurichten, um daraus ein (krempel-) vlies oder flor zu gewinnen.

eine wunderbare winterbeschäftigung ist das kardieren mithilfe der sogenannten handkarden. diese haben eine wollauflagefläche von ca. 10x25cm und sind gespickt mit kleinen parallel ausgerichteten drahthäkchen. durch ein gleichmäßiges ziehen und wenden kann so wolle nach dem waschen gekämmt oder aber auch bereits gekämmte wolle farblich gemischt werden.

gleichermaßen, wenn auch in einer größeren durchlassmenge arbeitet man mit der tischkardiermaschine (elektrisch oder mit handkurbel). diese wird in verschiedenen breiten angeboten. mithilfe gegenläufiger walzen, ebenfalls mit unzähligen kämmhäkchen gespickt, wird die unten eingegebene wolle zu einem je nach geduld und können mehr oder minder gleichmäßigen vlies gekämmt. das eine wie das andere ist bei einer größeren wollmenge eine anstrengende bisweilen schweißtreibende arbeit – verglichen mit der arbeit, die wolle mithilfe des samenstands der weber-karde, auch kardendistel genannt (dipsacus sativus) für die handspindel vorzubereiten , wie die frauen in den frühen zeiten, ist das  allerdings bereits ein kinderspiel.

…wobei es durchaus ein kinderspiel wert ist, mit denselbigen das wollekämmen im herbst auf der wiese mit dieser pflanze einmal auszuprobieren – und danach mit der handspindel ein fädchen zu drehen …

im handel erhältliche vliese und bänder werden über große elektrische oder noch mechanische kardiermaschinen geschlagen. je nach wollsorte, grad der verschmutzung durch vegetabilien, feinheitsgrad etc. wird die charge ein oder mehrmals über die walzen gelassen, teilweise bestehen kardiermaschinen, die früher vorwiegend in spinnereien standen auch aus zwei aufeinanderfolgenden walzen.

 
 
 

mit großem wissen um die maschinen und das ausgangsmaterial können so auch verschiedenste melangen und materialmixe entstehen – wie hier in der kardiererei von sonja und bernd fritz von wollknoll (www.wollknoll.eu)

da schlägt das herz einer filzerin, weberin, spinnerin doch gleich ein paar takte höher…ideen-ideen-ideen………….

must have

zurück von einer woche filzinput bin ich voller neuer und kribbeliger eindrücke – zum thema „sich ein fell zulegen“ beschäftigten wir uns beim wollknoll in neuhausen eine knappe woche mit rohwolle.

rohwolle ist der begriff für die wolle, die direkt vom schaf kommt. nach der schur, ungewaschen, unsortiert und ungekämmt ein eldorado für den schafliebhaber, gewöhnungsbedürftig in haptik und geruch für die ländlich eher ferneren teilnehmerinnen.

unter der sehr erfahrenen und fröhlichen leitung von heidi greb erfuhren wir nicht nur theoretisch sondern auch praktisch die eigenheiten in der direkten verarbeitung dieses materials.  wir lernten zu sondieren, zu sortieren, vorzubereiten, zu kombinieren und mutig auch die farblich unbestimmteren wolllocken zu verwenden, mit der hoffnung auf eine angenehme farbe nach wasser und seife.

neben unterschiedlichsten proben entstanden verschiedenste archaisch anmutende kleidungsstücke, die ein wirklicher schutzraum für den körper sind.

stellt wolle in neuseeland oder australien einen wichtigen wirtschaftsfaktor dar, bekommt man in europa aufgrund der gröberen qualität verschwindend geringes entgelt pro (vorsortiertem) kilogramm – so landet rohwolle nach der schur meist auf dem mist oder im feuer. was ehemals lebenswerte schuf verkommt zum entsorgungsfall – und mit dem ursprungsmaterial ebenso der saisonale auswurf der gewinnmaximierend arbeitenden textilindustrie, welche in der regel ohne rücksicht auf menschliche oder ökologische verluste in erzeugerländern alle woche neue „preis-WERTE“ (????) ware unter die leute labelt .

die arbeit mit der rohwolle, dem wollfett an den händen, gras, kletten und auch wegstaub inklusive ließ mich eintauchen in ursprünglichkeiten,  ließ mich nachdenken über wege von textilien, über notwendigkeiten und überfluß in sachen kleidung, über regionalen reichtum der wollsorten und über so manches damit verbundenes.

es ist nicht jederfraus sache, gefilzte kleidung aus rohwolle/ mit rohwollelementen zu tragen und das muß es auch nicht werden. für mich war die auseinandersetzung mit diesem thema jedoch wieder mal ein anstoß in die richtige richtung – weg vom „must have“ hin zum „how to do“  – eine wirklich WERT-volle erfahrung.

im schnee

die welt weiß in weiß will irgendwie so gar nicht zu ihnen passen – eigentlich warten sie auf die ersten grünen hälmchen

– doch weit und breit nur schnee…sie warten – so wie ich, mit frühlingssehnsucht im herzen

noch zu früh für gras

– nie zu früh für sehnsucht

filzmontag

 

wie bereits im vorjahr verbringe ich die montagvormittage in den deggendorfer werkstätten der lebenshilfe. diese bieten für die werkstattgängerInnen als zusätzliches angebot verschiedenste kurse an, wie z.b. schreiben, tanzen, trommeln oder eben auch filzen.

ich habe mich gefreut, als auch für dieses jahr die anfrage an mich kam, ob ich diese sechs vormittage übernehmen wolle. im letzten jahr hatten wir nämlich eine menge spaß, da flogen die filzbälle über den tisch oder hopsten die schatzdosen von einem zum anderen.

nach anfänglichen raum-und zeitverwirrungen am ersten tag (ich spreche allerdings nicht von wurmlöchern…) fanden wir uns dann doch noch zusammen und nutzten die verbliebene zeit eifrig, obwohl nur die hälfte der mann-/frauschaft erschien.

mittlerweile hat es sich jedoch eingependelt und auch heute habe ich wieder ein neues gesicht begrüßen dürfen – 8 teilnehmerInnen umfaßt die gruppe nun.

schön zu erleben, wie die erfahreneren den wollneulingen („ist das watte?“) mit rat und tat zur seite stehen – so entstand heute im größten neuschnee grade zum trotz ein kleiner blütenurwald in buntesten farben – na, auch schon frühlingssehnsucht?

gerne schreibe ich einen beitrag über unsere montags-filzprojekte  – wenn interesse besteht, lasst es mich via kommentar wissen – auch interessieren mich eure erfahrungen im bereich filzen in der arbeit mit menschen mit behinderung sehr. ich kann nur sagen : dieser montag hat mit viel spaß und lachen begonnen – die woche kann kommen!

durchatmen

trotz einiger abendkurse und den montagvormittagen in der lebenshilfe, wo ich mit einer gruppe werkstattgängerInnen filze, ist dieser januar für mich wie jedes jahr der monat des durchatmens. ich geniesse es, das jahr (zumindest beruflich gesehen) ruhig und strukturiert angehen zu können – purzelbäume schlagen werden die dinge im laufe der zeit ganz von selbst, und ich mit ihnen. an so einem ruhigen abend ist dieses duo entstanden. allein die tatsache, bunte materialmix-vorfilze ohne zeit- und farbvorgaben zu gestalten war ein reines spiel, die stulpen hinterher noch zu besticken geschah nur aus lust zur gestaltung.

viel zu oft lasse ich mich hetzen durch fremderwartungen oder eigene zwänge („davon muß ich noch…., das habe ich nicht mehr…., ich wollte doch dringend….., „) – wie schön ist es, sich einfach dem material hinzugeben, ohne die erwartung zu haben, etwas innovatives, sensationelles, unglaublich diffizieles, nie dagewesenes, alles können zeigendes, keine mühe scheuendes zu kreieren –

laß dich mitnehmen von deinen farben sag ich oft in meinen kursen – filzen und freuen.

und wenn man die zeit raum gewinnen läßt, sei sie quantitativ auch noch so klein, können auch ideen raum greifen, wachsen und gestalt annehmen

so kann ein staubflirrendes altes dachgeschoss  mit knarrenden dielen und vorkriegslinoleum, blankgegriffenen türklinken auf nebelweißen türen und einem einladenden spitzboden bereits lachen, farben und begegnungen bergen – noch in meinem kopf.

…noch….

gedankenspiel

manchmal durchzuckt es mich kurz und in fieberhaftem schaffen tiefer nächte gewinnen gedanken gestalt.

cousinen aus amerika

 

ihr erinnert euch noch an lucy lou, das glitzernde starlet aus den laborkatakomben? (archivbild)

pünktlich zu new year kamen ihre drei cousinen from boulder, colorado zu besuch – latoya, samantha und angelina

die drei nutzten die letzten tage zum ausgiebigen powerumtausching in der einzelhandelslandschaft, berauschten sich an der vielfalt des angebots der alten welt, betrieben eifriges sight-seeing und begeisterten sich am althergebrachten brauchtum wie z.b. dem abbau des christkindlmarktes.

im nächsten jahr wollen die drei (die übrigens natürlich 1. klasse DB ab münchen in nur 4,23 std ab munich airport in deggendorf eintrafen) unbedingt schon die vorweihnachtszeit nutzen, um noch mehr traditionen und brauchtum (noch mehr powershoppen, glühweintrinken und evtl. christkindlmarkt AUFbau) nah, unverfälscht und kulturell integriert zu erleben.

„absolutely gorgeous, so nativ!“ schwärmt latoya und ist sich sicher, dass dieser besuch im tor zum bayrischen wald nicht der letzte gewesen ist. und wenn sie es nächstes jahr nicht schafft, dann bestimmt zur landesgartenschau – die architektur des geplanten parkdecks interessiert sie da am meisten – denn da stecken gewiss eine ganze menge mäuse drin.

jahreswechsel

…die sonne läßt die verschneite landschaft wie das reich der kristallzwerge funkeln – so schön und auch so kalt. die schafe werfen nur hin und wieder einen blick richtung sommerweide – oder was davon noch sichtbar ist und verziehen sich zumindest nachts in ihren stall.

naja, es sind halt auch keine kristallschafe…

ouessant, ushant oder quessantschafe stammen ursprünglich von der ile d`ouessant, einer bretonischen insel im atlantik. sie sind die kleinste schafrasse der welt – ihr stockmaß beträgt (bei herdbuchtieren) 47 bzw. 49 cm. ihre wolle ist sehr dicht, feine unterwolle und rauhe, lockige oberwolle. man sagt, dass fischersfrauen der insel aus der (dort üblichen) schwarzen wolle ihre trauergewänder sponnen und webten, wenn ihre männer auf see blieben – ein schicksal, das uns im bayrischen wald  wohl eher erspart bleiben wird. robust wird die rasse genannt, menschenfreundlich und anhänglich möchte ich noch hinzufügen – kuschelschafe halt.

ich wünsche euch allen einen fröhlichen und gesunden jahreswechsel – ob mit familie, mit schafen, mit freunden – auf parties, auf bällen – in galarobe oder schlafanzug – auf dem gipfel des hausberges, am strand, im wohnzimmer

auf ein buntes jahr 2011!

gedankenflug

viele dinge noch zu schaffen

viele worte noch zu sagen

viele projekte noch abzuschließen

viele gedanken noch zu ende denken

die wörtchen „noch zu“ geben  allem einen geschmack von hast, unrast, endzeitstimmung, hetzjagd

viele dinge sind bereits geschafft/geschaffen

viele worte sind bereits gefunden

viele projekte sind bereits abgeschlossen

viele gedanken sind bereits gedacht

der blick in die vergangenheit ist oft tröstlich, ermutigend, bewegt, bewegend

viele dinge  schaffen

viele worte  sagen oder auch wenige

viele projekte abschließen und neue beginnen

viele gedanken zu ende denken und in neue eintauchen

das wünsche ich euch – gesegnete weihnachten.