Archive for the ‘Herbstgeflüster’ Category

walnuss

mmmmh – das riecht mir gut….! wirklich – ich mag den geruch des walnusssuds und beim färben  damit bin ich gar nicht zimperlich. die kleinen abgefallenen nüsschen des vorjahres, in massen gesammelt und dann erst mal auf eis gelegt – heute einfach schockgetaut mit kochendem wasser und rein damit! das häßliche pink dieses schals ist bald schon hoffentlich geschichte –

diesen hier habe ich nach einer färbenacht heute morgen gespült und getrocknet.

walnussgefärbte seide ohne vorbeize filzte ich bereits im april mit einem entsprechend großem stück weißen chiffon zusammen – dazwischen ranken feinster merino und einige ausgeschnittene seidenblätter in hellem grün. anschließend dämpfte ich birkenblätter darin – alles in allem eine recht blasse angelegenheit – eher nude-look ….und das mir, die ich farben doch so liebe…

also nach einigen monaten des hin- und herräumens dieses doch recht langen und breiten und anschmiegsamen stückes rein ins walnussschockbad – zumindest zum teil und nur schnell mit zwingen/klammern präpariert.

wolle, chiffon, pongee – jede schien eine andere farbnuance dieser pflanze anzunehmen – von grün über hell-und tiefbraun bis zu hautfarben ist jetzt alles dabei

nun wird er nicht mehr hin- und hergeschichtet – jetzt ist er fertig und darf getrocknet und gebügelt zu den anderen schals für markt und laden – denn: gut ding will weile haben – und manchmal eben auch walnuss

 

sommerdämmerung

wenn die nebel ziehen und am frühen morgen aus den donauniederungen aufsteigen, wenn die luft feuchtfrisch in die zimmer weht, wenn die kreuzspinnen ihre vor tautropfen glitzernden netze nicht länger vor neugierigen augen verstecken können, dann ist er da, der herbst.

und mit ihm die letzten sonnentage, die es zulassen, die gesammelten schurschätze endgültig urbar zu machen – so verbrachte ich viele stunden mit aussortieren, waschen, lockern, trocknen.

karamellfarbenes und dunkelbraunes, fast schwarzes bergschaf (danke! das paket ist angekommen!), ouessant in schwarz, braun und grau und heidschnucke in weiß und grau – die kisten füllen sich mit leise duftenden wollwolken und das ist ein gutes gefühl! ebenso waren bereits einige menschen bei mir, die ungewaschene wolle erbaten, um die tannen oder obstbäume winterfest und rehsicher zu machen – der verbiß läßt nach, sobald das reh auf wolle beißt (oder sie riecht?) – was für eine gute möglichkeit, auch die bauchwolle zu verwenden.

der blätterdruck ließ mich nicht los, so entstanden z.b. einige baumwoll-loops. und endlich traute ich mich, einen bedruckten etamin einzufilzen – nur am rand in rauchblau, stimmig zu den blauholztönen der färbung –

und siehe da: der print wurde leicht schwächer, die farben und formen aber blieben erhalten. wahrscheinlich ist es dennoch ratsamer erst zu filzen und dann zu drucken – das schont die nerven – ein versuch war es aber völlig wert.

und was ist das???!

ja – das sind die neuen räume der werkstatt augentrost – mitten in der deggendorfer innenstadt. schon in 10 tagen wird dort der erste kurstag stattfinden – einiges sucht noch seinen platz. ich kenne hier mittlerweile jedes knarzende brett, jede schiefe wand, jede alte tür – sie alle erzählen geschichten von früher, als hier geschneidert, gelacht, gelebt wurde in diesem gut hundert jahre alten haus – und ich fühle mich mitten drin und warm.

 

 

hinaus!

sovieles zu entdecken gibt es – pausenlos, immerzu… es lohnt sich, genau zu schauen, im kleinen und kleinsten…

so bin ich denn auch viel unterwegs auf der wiese und am wald, um z.b. nach blättchen zu suchen, ich kann gar nicht anders. da ich sowieso vom typ sachensucher bin, bin ich eigentlich nie gelangweilt, denn ich finde immer irgendwas interessantes – so auch im urlaub.

bei flirrender hitze machte ich mich auf in die olivenhaine, um zerreiche, steineiche, lorbeer und anderes laub zu sammeln – getrocknet und gepresst kam es nun zum einsatz – gemeinsam mit meinen eigenen wiesen- und gartenschätzen: walnuss, eiche, birke, heckenrose, rainfarn und färberkamille.

etamin, baumwollgaze, käseleinen, verschiedene seiden und auch baumwollmousseline – alles belegte ich im rhythmus des windes, im zirpgesang der heuhüpfer, im zufriedenen schafsgeblöcke, im wechsel der wolken und der sonne mitten auf der wiese. fast wollte ich nicht mehr aufhören –

das rollenzubinden allerdings  (v.a. bei den dickeren stoffen, die ich – ja, ich gebe es zu – sehr lang gewählt habe…) gab meinen fingern dann doch den rest – aber ich sehe  auf wunderbare tücher, rieche die kraft der gerbsäure und den feinherben duft des rainfarn, meiner lieblingswiesenfärbepflanze. seht ihr die struktur des gefiederten blatts und die dolde?

ich konnte es mir nicht ganz verkneifen, ein paar krümelchen krapp musste ich einfach daraufstreuen;  ein bisschen kam ich mir dabei vor wie ein koch – ein bisschen krapp, ein bisschen birkenbrösel von letztem jahr, die ich nicht wegschmeißen wollte und: war da nicht noch blauholz vom eierfärben übrig? ja – nur das war mir im endeffekt doch zuviel blau….

also: doch beim eigenen färbegut bleiben und beobachten wie drei mal walnuss auf etamin dreimal anders färbt –

auffällig auch, wie stark die zerreichenblätter ihre farben spendeten – und die blattform so bizarr

wie auch bei anderen abbindefärbungstechniken: je gröber der stoff/je lockerer gewebt desto diffuser der druck. auf etamin eine wahre pracht, auf seide ist es mir fast zu stempelig, so exakt sind die drucke. was ich wohl damit anstellen werde? filzen? nähen?weiter färben? …der dunkle winter wird es mir zeigen!

für heute schließe ich die tür. doch sobald die risse in den fingern (vom schnüre anziehen) verheilt sind….die schätze  winken herein – schau hinaus und lass dich begeistern!

 

sag, wer mag

das männlein sein

das da steht im wald – allein

mit dem purpurroten mäntelein?

 

rappelzwerge

normalerweise verschenke ich keinen gedanken an wärmespender im juli – habe ich mich doch meistens auf die sonne verlassen….

um nicht völlig verlassen zu sein, bekam ich höchst kuschelige gesellschaft – gott sei dank hilft diese mir, über nicht wirklich laue nächte hinweg zu kommen – allerdings stehen die kleinen auch für wehe bäuchlein und kuschelbedürftige traurige gerne zur verfügung. die rappelzwerge runkeln und klickern auch beim spiel fröhlich vor sich hin, denn sie sind mit rappeligen kirschkernen gefüllt.

 

manche von ihnen mögen es allerdings auch leiser und schmeicheliger, sie tragen rapssamen in sich und wollen die von kachelöfen oder anderen wärmequellen gewonnene wärme gerne an zuwendungsbedürftige klein- und großmenschen weiterschenken.

und so wanderten sie auch zu paul und sophie, rosa und jonas und bringen dort klickerige kirschkernlaune  und ruhebringende rapssamenstimmung – viel spaß!

 

 

in meinem kleinen apfel

da sieht es niedlich aus

es sind darin fünf stübelein, grad wie in einem haus.

in jedem stüblein wohnen zwei kernlein schwarz und klein

die liegen dort und träumen vom hellen sonenschein.

sie träumen auch noch weiter gar einen schönen traum

wie sie einst werden hängen am lieben weihnachtsbaum.

                                                         (traditionelles kinderlied)

wieviel schöner ist es, die reichtümer des herbstes

mit einem lied auf den lippen zu ernten und zu verarbeiten – der winter naht mit großen schritten, der erste nachtfrost erschreckt die letzten blumen und früchte. bald sind die schlehen süß!

wiesenzwerge

 

die felder sind abgeerntet, die leitern lehnen an den apfelbäumen, die eichhörnchen holen die letzten haselnüsse, die rehe laben sich am fallobst.

und die zwerge?

auf dem weg in ihre winterhöhle mit einem geschenk bedacht wispern sie leise im morgennebel rund um den weißdornhaag.

spätsommerlaunen

die ferien neigen sich ganz hart dem ende zu – sechs wochen voller aktivität aller arten liegen hinter mir.

entstanden sind in diesen tagen viele kleinigkeiten mit und für kinder – angefangen bei der wichtigen handytasche (welche fast ohne meine mithilfe gefilzt wurde) bis hin zu den eichelkindern.

für meine märkte und für den laden von sonja entstanden schon die ersten schals aus handgefärbter seide und wolle

übrigens wird voraussichtlich im oktober ein schalkurs in sicking am alpakahof stattfinden – das genaue datum gibt es in ca. 14 tagen hier oder auf der seite „kurse“ zu sehen.

einige plätze sind ebenfalls noch zu vergeben am filzabend „herbstfrüchte“ – montag, 26.9. , 19.30 – 22.00 in der hollerstubn seebach.  anmelden könnt ihr euch bei mir info@augentrost.info oder auch bei direkt bei elisabeth emlinger. an diesem abend werden wir einigen herbstfrüchten auf filzigem wege nachspüren.

viele , viele ideen schwirren durch meinen kopf – mehr davon in der nächsten zeit  (noch lebe ich im rhythmus des nie enden sollenden trägen sommers – nur morgens fröstelt es mich bereits etwas…)

wer gerne per newsletter über aktuelle projekte und termine informiert werden möchte trägt sich gerne linkerhand auf die liste ein – denn – o wunder – der erste neuigkeitenbrief wird baldigst verschickt (ja – alle, die bereits seit langem eingetragen sind und schon nicht mehr daran glaubten – aufhorchen!)

kieselstein zauberstein

ein kleiner herbstabschiedsausflug an die donau

die warmen sonnenstrahlen geniessen, sammeln für den winter

kieselsteine verlocken zum sammeln

jedes mal, immer wieder

welcher lacht dich an?

kieselstein zauberstein

was hast du gesehen

erdendunkel, sterngefunkel

berge, flüsse, seen?

kieselstein, zauberstein

was hast du gesehen?

kieselstein, zauberstein

was kannst du mir geben?

einen kurzen augenblick in deinem langen leben

kieselstein, zauberstein

was kannst du mir geben?

– aus einem kinderlied von dorothee kreusch-jakob-

herbstfrüchte

heute fand der erste filzkurs des herbst-/winterprogramms im gARTen hengersberg statt.

wieder regten sich viele unermüdliche hände und filzten, rollten, wickelten, drehten oder wie das hier in niederbayern so nett heißt: „wutzelten“ herbstfrüchte aller arten.

das ziel, mit einfachen aber probaten gestaltungsmitteln zu einer naturnahen abbildung zu kommen hängt meiner meinung nach zu einem teil von der beobachtungsgabe, natürlich vom können in der praktischen umsetzung der gestaltungsidee, aber auch maßgeblich vom einsatz der richtigen wolle ab.

so tut es mir desöfteren leid, wenn teilnehmerinnen frustriert, ja fast ängstlich von ihren ersten filzbegegnungen erzählen, in denen ungeeignete und absolut überteuerte wolle aus bastelbeständen, zudem noch in homöopathischen dosen verkauft, zum einsatz kamen – mißerfolg vorprogrammiert.

deswegen kann ich nur allen anraten, die sich fürs filzen interessieren: laßt euch beraten, welche wollsorte und in etwa wieviel davon für euer vorhaben die geeignete ist, so daß mühe, schweiß und kreativität schlußendlich ein zufriedenstellendes ergebnis finden können – und laßt euch nicht von einem verunglückten versuch vom filzen abhalten, wenn es euch in den fingern juckt, denn:

 langer atem trägt schließlich (herbst-)früchte!