Archive for the ‘allgemein’ Category

frühlingserwachen

im unterholzgewisper

in warmbrauner erde, feucht und wohlig dunkel

gispeln und rumoren die wurzeln und zwiebeln

und jedes blättchen, jeder keim

erreicht die sonnenluft wohlfein

behütet und geschützt

leg dich dazu

 und lass dir geschichten erzählen

vom erdendunkel, der frühlingssehnsucht

und der gewissheit eines neuen beginns.

einmummeln part 2

 

auch wenn die nächte nochmal frostig werden – das sonnenlicht im reif lässt die morgende frühlingsahnend glitzern.

die letzten schmelzenden schneezungen an waldrändern und hainen geben die ersten winterschneckenhäuser frei – leer und unbewohnt sind sie – noch…

 jetzt ist die zeit der kittel, würde meine oma sagen – wobei ihre kittel weitaus farbenfroher und musterintensiver waren als es meine nun sind. hauptsache, sie geben der körpermitte die wärme, die sie in diesen ersten märztagen noch braucht.

handgefärbter etamine verbindet sich hier mal mit merinovlies – eine neue mischung, filze ich doch kleidungstechnisch hauptsächlich mit kammzug. so enstand ein auch farblich wärmender kittel mit schwingenden seiten. dies ist nicht zuletzt meiner schwäbischen herkunft zuschulden – denn wohin mit dem sogenannten ver-schnitt nach legen des rockes? entstandene lange dreiecke einfach in die seitennaht einpassen – dann klappts auch mit den sparsamen vorfahren….

nach dem ersten verfestigen dann aber ordentlich walken, denn etamine ist zwar 100% wolle, schrumpft im reinzustand ab einem gewissen punkt jedoch nur unter großem krafteinsatz – im bild oben waren die kräfte erschöpft und die walkarbeit wurde auf den nächsten tag verschoben.

die anschließenden fotoarbeiten draußen waren ein wahrer zuschauermagnet – wahrscheinlich interessierte mehr mein auf die seite gelegter frühstückssemmel als die eigene mode…

wie war das mit dem prophet im eigenen land? da können viele ein lied davon singen…da hilft nur einmummeln und die nase in die sonne halten – viel spaß dabei.

 

 

 

 

nasigoreng

es gibt tage

da braucht man jemanden

der einen auf die nase küßt.

mummelig

und noch einmal alpaka – dieses mal als duftige stola.

 in der mitte befindet sich pongeeseide kombiniert mit feiner merino und alpaka – bis auf das schwarze alpaka alles handgefärbt.

wem ich jetzt doch auch lust auf filzen mit alpaka gemacht habe – in nächster zeit werde ich verschiedenste kurse einstellen, in denen ihr genau das ausprobieren könnt – feiner und stabiler filz mit dem ganz gewissen etwas und das auch noch in unmittelbarer gesellschaft der lieben faserspenderInnen….bleibt am apparat, nähere infos gibt es in kürze hier und bei sonja

 

bis dahin bleibt eingemummelt und genießt die wärmenden sonnenstrahlen – hört ihr morgens schon die vögel singen….?!

 

on the rocks

..ja, ja, die erdbeerzeit beginnt, die erste ernte findet bereits ihren weg an frühlingsbereite ohren…gerade eher ein strawberry margeritha on the rocks…

während die kleinen meisen sich emsig die bäuche vollschlagen solange die sonne den schnee zum tauen bringt, um die dunkle nachtgefrörne heil und kugelig zu überstehen, widme ich mich weiter meinem lieblingstier des monats.

 

wohlig weich und trotzdem ein hauch ist dieser schalkragen- 22 kategorisierte  alpakafarben, die unter anderem so wunderbare namen haben wie  light champagne, champagne, latte, light fawn, silver grey, light rose grey… nur um einige zu nennen, gibt es mit zig zwischentönen und meine begeisterung für die naturfarben hat mich mal wieder voll im griff.

aber auch gefärbt macht alpaka einen guten eindruck  – die wolle verliert nichts von ihrem glanz und die verschiedenen farbnuancen malen eine lebendige oberfläche, am liebsten gerade hauchzart ausgelegt.

hier habe ich zusätzlich ein paar tussaseidefasern in ähnlichen tönen eingearbeitet – den fertigen schal ein anderes mal.

und doch….

bin ich unwiderruflich nicht den edeltieren, sondern den ganz profanen schafis verfallen – meine allerliebste goldschmiedefreundin weiß das und hat mich adäquat ausgestattet – hier grast also eine silberne walliser schwarznase gemütlich auf einer steinschafwiese und harrt den lauer werdenden lüften – aber noch braucht sie ihre ach so schöne wolle selber….geduld!

filzen mit alpaka

das neue jahr bringt viele pläne, projekte und viel neugier – gerade widme ich mich immer wieder der interessanten alpakafaser und ihren filzeigenschaften. viel ist zu lesen über die eigenheiten  – zwischen 18-25 myc sollte sie haben, sie ist eine lanolinfreie hohlfaser und kann ganz unterschiedliche kräuselungen aufweisen – bei den huacayas viel und bei den suris kaum. im nassfilzbereich wird sie ansonsten wie schafwolle verarbeitet – ihr bekommt sie in der schurflocke, im vlies (eher selten – oft mit merino gemischt) und (rein) als kammzug. verschiedenste naturfarben finden sich bei den alpakas – die hauptfarben weiß, schwarz, grau, hell-und dunkelbraun, sowie gescheckt – alles ist vertreten.

auf den bildern seht ihr (wie schon öfter) die tiere von sonja schreiber . auf ihrem bayerwald-alpaka-hof werden auch in diesem jahr halbtages-und tagesfilzkurse unter der verwendung dieser hochwertigen faser stattfinden – wer interessiert ist an acccessoires für kopf, hals und hände ist dazu herzlich eingeladen , termine werden bald hier und bei sonja eingestellt.

die struktur von gefilztem alpaka ähnelt der von leicester und wensleydale – hier eine  kleine optische vergleichsanordnung:

alpaka 2lagig

alpaka 1lagig kreuzweise

alpaka 1lagig parallel – dazu im vergleich

leicester 1lagig parallel

und wensleydale 1lagig parallel gelegt – allerdings in haselnussbraun-grau.

und da proben ja immer auch gleich praxisgetestet werden müssen, filzte ich zwei paar stulpen

wobei man bei den (handgefärbten) grünen, welche auch mit mehr material, aber trotzdem 1lagig parallel gelegt wurden die charakteristische alpakaoberflächenstruktur mit den schläufchen und dem weichen langen flor sehr gut erkennen kann. im filzprozess greifen die fasern schnell (je feiner, desto schneller – also: je hochwertiger desto erfolgversprechender) – der entstandene filz ist flexibel, weich und anschmiegsam, dabei sehr stabil und formbar. außerdem, wie oben gezeigt, sehr strukturreich.

ihr seht – die aussichten sind gut, auch in diesem jahr immer neue türen zu öffnen um die sonne aufgehen zu sehen – das wünsche ich euch!

wellnessen mit erwin

nachdem sich der große weihnachts- und neujahrstrubel gelegt hat, beschloß onkel erwin, den zum feste erhaltenen wellness-gutschein einzulösen.  das geschenk der amerikanischen großnichten latoya, samantha und angelina  mutete ihm zunächst doch etwas befremdlich an (oben ein archivbild) – er sollte in heu baden, sich mit schlamm einschmieren lassen, seine empfindliche mäusehaut mit 156 anderen mäusen (die bestimmt nicht alle so rüstig und um ein gepflegtes äußeres bemüht wären wie er) in lauwarmen solebädern einweichen? er sollte sich vibrierende klangschalen auf den mäuserücken stellen lassen, quieck-gong, thai-cheese und morgenmeditation zum sonnenaufgang betreiben – pfotenreflexzonenmassage und romantisches candle-blütenbad inklusive???

 

aber da die lieben großnichten so incredibly happy waren, ein wahrlich passendes und so brauchbares geschenk für ihren grauen onkel gefunden zu haben („something very special – with love“) brachte er es nicht übers herz, den gutschein an die kleine lucy lou  weiter zu schenken, die ihn in all dem show und performance trubel ja auch nicht einlösen hätte können – außerdem war sie kein kind der provinz mehr und fand sich nur schwerlich außerhalb n.y. zurecht.

also machte sich erwin auf den weg nach bad katzbach, das ihm – trotz des unappetittlichen namens – unglaublich gut gefiel und ließ sich mal ein wochenende so richtig verwöhnen

ob sich denn nun ein wellness-schatten fand, um die romantischen teile des 38-stunden-programms nicht alleine absolvieren zu müssen konnte nicht ermittelt werden – onkel erwin stritt eine liason mit einem zimmermäuschen vehement ab…

man wird sehen…

wer die vorangegangenen geschichten der großfamilie verpasst hat: unter der kategorie „mäusegeschichten“ werdet ihr gebrieft!

 

 

 

frühjahrskurse

…noch können wir sie dringend brauchen, die stulpen, die gestern aus verschiedenen textilien in zusammenspiel mit extrafeiner merino gefilzt wurden – es wird wieder kalt;  vielleicht doch noch schlittschuhlaufen auf den donaualtwassern?…

neben solchen privat gebuchten kursen, übrigens gerne möglich ab 4 teilnehmern zu verschiedenen themen bei mir in der augentrost-werkstattt, gebe ich wie gehabt  im ersten halbjahr 2012 wieder filzkurse im gARTen hengersberg von mechtild kapfinger

und auch ein ganztagesangebot an der landvolkshochschule niederalteich rückt näher – es sind noch plätze frei

di, 13.3. , 8.30-11.30           wollige schäfchen  

sa, 24.3., 9.00-17.00          alles dabei? die gefilzte tasche

mi, 23.5., 9.00-12.00          elfentanz

di, 19.6. 19.30-22.30          sommergelichter

nähere angaben und bilder findet ihr oben unter„kursangebote“ -ich freue mich darauf, die ein oder andere wieder zu sehen oder persönlich kennen zu lernen!

buntes treiben

am wochenende wurde mir etwas gegönnt – ein shibori-färbe-workshop unter der leitung von frau annemarie zoller-sicker  im handwerksmuseum in deggendorf. am samstag und sonntag trieben wir es unter sehr fachkundiger und persönlicher anleitung ziemlich bunt.

ich lernte einige neue abbinde-und abnähtechniken kennen und auch das färben mit procion mx farben war neuland für mich – und klappte wirklich gut, auch wenn der färbevorgang um einiges aufwändiger ist (oder erscheint) als das färben mit säurefarbstoffen wie z.b. ashford.

verschiedenste stoffe wie baumwollsatin, batist, käseleinen, pongeeseide, etamin, leinen, wildseide etc. wanderten durch salz-, farb- und sodabäder – einige mit brilliantem farbergebnis, andere eher lau. zur 2. kategorie gehörte ganz eindeutig der etamin de laine – währenddessen seide (obwohl auch eine proteinfaser) die farben leuchten ließ, blieb der wollstoff sehr pastellig – weitere proben und vorbehandlungen sind nötig, um ein besseres ergebnis zu erzielen – auch ein resultat!

ob ich weiter mit procion färben werde, mal sehen. das vorhandene farbpulver werde ich sicher noch experimentierend verbrauchen. vielleicht gewöhne ich mich dabei an das procedere – wobei ich schon sehr an den eher unkomplizierteren und für meine zwecke bestens geeigneteten säurefarben hänge.

ansonsten leuchten die farben vorallem auf baumwollstoffen (und auf meinem käseleinen) und sind wasch-und lichtecht – einige färbungen aus der gruppe:

und – wie immer, wenn sich türen wieder ein stück mehr öffnen – sprudeln mir ideen in den kopf und in die finger

danke, frau zoller-sicker!

es lebe der könig!

ja – wo beibt er nur, der schafkönig?

allerlei fußvolk wurde gestern morgen aus der (seifenwasser)-taufe gehoben, gekleidet in feinste wolle – zur feier des tages…

doch halt – hört ihr es, das königliche glöckchen kündet an –

da!  er zeigt sich am fenster des royalen stalles!!! welche ehre! vivat!!

 und da! tatsächlich verlässt er die schützenden mauern, um seinem volk nahe zu sein

schaut – nun bleibt er stehen, sinnierend – bedeutungsschwer bewegt sich seine unterlippe – erst unhörbar, dann umso majestätischer

„MÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH!“

„o, papa; ich bin so stolz darauf, ein schaf zu sein!“

„ja, mein junge – ich bin mir sicher, dieses määäääh wird die welt verändern“

noch ein moment ergriffenes schweigen – dann ist dieser magische moment vorüber und der schafkönig wendet sich ab, um sich seinen wichtigen werken weiter zu widmen

 

wie alle staatsoberhäupter und VIS (very important sheep) käut er vorwiegend wieder – majestätisch, schwer an der ihm zukommenden verantwortung tragend und sich dieser wohl bewußt – dieser könig wird übrigens noch in die annalen eingehen, da seine reform der wald-, wiesen- und landesbanken wegweisend für die nächsten generationen sein wird – er plädierte für die einführung einer allgemeine kötteleinlage (auch zu riestern) zur förderung der kürbisbeete.

vivat!