Archive for the ‘Sommerlust’ Category

stiller duft

immer wieder ein kleines wunder sind die lange im verborgenen wachsenden walderdbeerfleckchen – doch irgendwann kommt der sonnentag, an dem kleine warme duftwolken durchs grün hinaufwehen und die pracht sich entdeckbar macht.

mit viel sitzweil und fingerspitzengefühl kommt man in den genuß einer wahrlich königlichen mahlzeit – und mit viel glück und offenen augen findet man vielleicht in der blauen stunde, wenn der tag geht und die nacht kommt, wenn die erdbeerchen noch röter leuchten als am tag kleine spuren zwischen den erdbeerbäumchen

eingehüllt vom duft der roten laternchen und sanft in seiner weidenholzwiege geschaukelt schläft es – sei ganz still, dann wird es nicht aufwachen sondern weiterträumen von wiesen, schützenden blättern, wurzelgewisper und schmetterlingsgeflüster –  träume doch mit.

on the rocks

..ja, ja, die erdbeerzeit beginnt, die erste ernte findet bereits ihren weg an frühlingsbereite ohren…gerade eher ein strawberry margeritha on the rocks…

während die kleinen meisen sich emsig die bäuche vollschlagen solange die sonne den schnee zum tauen bringt, um die dunkle nachtgefrörne heil und kugelig zu überstehen, widme ich mich weiter meinem lieblingstier des monats.

 

wohlig weich und trotzdem ein hauch ist dieser schalkragen- 22 kategorisierte  alpakafarben, die unter anderem so wunderbare namen haben wie  light champagne, champagne, latte, light fawn, silver grey, light rose grey… nur um einige zu nennen, gibt es mit zig zwischentönen und meine begeisterung für die naturfarben hat mich mal wieder voll im griff.

aber auch gefärbt macht alpaka einen guten eindruck  – die wolle verliert nichts von ihrem glanz und die verschiedenen farbnuancen malen eine lebendige oberfläche, am liebsten gerade hauchzart ausgelegt.

hier habe ich zusätzlich ein paar tussaseidefasern in ähnlichen tönen eingearbeitet – den fertigen schal ein anderes mal.

und doch….

bin ich unwiderruflich nicht den edeltieren, sondern den ganz profanen schafis verfallen – meine allerliebste goldschmiedefreundin weiß das und hat mich adäquat ausgestattet – hier grast also eine silberne walliser schwarznase gemütlich auf einer steinschafwiese und harrt den lauer werdenden lüften – aber noch braucht sie ihre ach so schöne wolle selber….geduld!

sommer in orange

 

1980 – eine bhagwan-kommune aus berlin zieht nach thalbichl, ein oberbayrisches dorf, um dort ein therapiezentrum zu errichten – eine wahre gaudi…

wer den film von markus h. rosenmüller, kurz rosi noch nicht gesehen hat – bitte zur erbauung einplanen

wer den film nicht sehen kann, weil er nicht in bayern wohnt und er evtl. gar nicht zu sehen ist – weinen und später mal ausleihen

und für alle bayerinnen und nicht-bayerinnen eine kleine auswahl aus den neuen halsbändern für die wies`nsaison oder einfach zur jeans – einige sind im dawanda-shop zu erwerben, viele liegen hier schon für die weihnachtsmärkte bereit.

wenn also genau die wunschfarbe fehlt oder ein band ganz genau angepasst werden soll, einfach melden.

sonnenzeit

die wochen fliegen mit den sommerlüften dahin – oft weiß ich gar nicht, wo die zeit bleibt. die momente, die mit sonnenlachen, sommerduft und spielen über wiesen rollen geben kraft und gute laune – verpasst sie nicht, und seien sie auch noch so kurz!

einige solcher momente der begegnung und des in-sich-gehens gab es für mich in der letzten woche am jakobsberg, dem benediktinischen kloster in der nähe von bingen. vier tage lang versammelten sich dort junge und ältere menschen aus ganz deutschland, aber auch aus einigen anderen nationen zum eine-welt-camp. unter dem motto“pax an!“ fand unter den 150 menschen unterschiedlichster herkunft  begegnung statt, sei es in workshops zur friedensarbeit, im gebet, im gesang oder „einfach“ nur im aufeinander zu gehen, sich kennenzulernen und sich über die erfahrungen, die die meisten bereits im rahmen ihres  freiwilligendienst als MaZ (missionar auf zeit) in den verschiedensten ländern der einen welt gemacht haben, auszutauschen.

die tage waren heiß, die nächte am lagerfeuer lang – meine filzworkshops waren durchwegs gut besucht – denn manchmal müssen die hände etwas tun, damit sich gedanken und impulse im kopf und herz ordnen und formieren können – und so vergingen die tage in emsiger, bunter, kreativer arbeit. am samstag waren v.a. die kinder bei mir  – und die phantasie trieb blüten!

nach einer abenteurlichen (…langen…) ICE-fahrt, in der meine gedanken um meine lange zurückliegenden auslandseinsätze , um die eine welt und meine  verantwortung im hier und jetzt kreisten, startete die neue woche weiter sonnig.

am dienstag machten sich sonnenbringerinnen daran, eine sonne für ihren garten zu filzen –

im meiner anhaltenden rohwollbegeisterung stockte ich das wollsortiment um heidschnuckenhaare und gotländisches pelzschaflocken auf – und diese fanden überraschenderweise große beachtung – keine ekelte sich vor der schafsbrühe, die teilweise die arbeitstische flutete – die ergebnisse der zwei kurse bargen abschließend nicht nur farben, glassteine, locken, leinen und seide, sondern auch viel lachen, neugier auf neue techniken und energie des gemeinsamen tuns.

euch wünsche ich einen sonnenträger in dunklen stunden, in denen dieses lachen vonnöten ist  und auch immer die kraft, das eigene licht zu spüren.

scherereien

ich will hier raus – 

das war rosis einziger gedanke, als dieser fremde mann die weide betrat. Robi war (noch) ganz cool –

schließlich ist er hier der uneingeschränkte chef dieser herde – bis es losging

mit der schererei.

konnte man (bzw. bock) vorher die 4 mädels noch mit imposantem körperbau und einer wilden frisur beeindrucken

sah das hinterher doch etwas luftig aus (zumindestens den temperaturen angepasst…).

nachdem alle fünf von der last ihrer felle befreit waren – nach vielem anschließendem hin- und hergeschnüffel, geboxe und gemähe

kehrte dann doch langsam wieder ruhe und frieden ein – was zu einem großteil der ruhigen und sicheren hand und art unseres schafscherers zu verdanken ist.

nur rosi wollte immer noch gehen – dorthin, wo die böcke lange haare tragen mit blumen darin …..sie ist halt doch ein verkapptes blumenkind …

sommerwissen

 

im eisigen licht der morgensonne liegt für mich bereits ein versprechen

bald wird es sommer – den ganzen winter warte ich darauf, jahr für jahr

so filzte ich unverdrossen ein kleidchen aus extrafeiner merinowolle, tussaseide und etamin de laine

die wärmsten sommerfarben aus der sommerfärbung des letzten jahres waren dafür genau richtig – glaubt mir:

er kommt – der sommer

sommerfest

der heutige vormittag war ein wahres geschenk des sommers – ein sommerfest!

die wahl des färbetopfs fiel nicht schwer – warum nur?

gleich noch ein paar filzplatten für blumenkinder mitgefärbt – der winter wird lang ….

außerdem die wochenendnaturfärbereien inspiziert. ich habe sie ohne planung, in kleinen mengen und nur zum dranbleiben gefärbt.

dem rainfarn auf der gegenüberliegenden wiese kann ich in keinem jahr widerstehen – ich mag dieses goldene grün (nach alaunbeize), daneben krapp- und rosenholzfärbung. eigentlich mag ich alle naturfarben, die aber, die ich von der wiese oder vom baum direkt in meinen korb sammel, sie auf den warmen steinen trocknen lasse und sie dann weiterverarbeite, mag ich am liebsten.

sommerdüfte

einmal im jahr, im höchsten sommer, wenn mein kräutergarten komplett verwuchert ist, kommt die zeit, inmitten all dieser düfte luft zu schaffen. es werden dann kräuterbuschen und kränze gebunden, duftsäckchen gefüllt, tee gekocht und mit eis gekühlt und schöne kräuterblüteneiswürfel gemacht – einfach so zum spaß und an der lust, sich an den schweren aromatischen düften zu berauschen.

wenn währendessen im topf die wolle in einem erdigen dunkelrot vor sich hin simmert wächst die vorfreude, sie am nächsten tag herauszunehmen und zu bewundern – bis dahin:abwarten und (salbei)tee trinken…

baumgesichter

was ist das für ein gewisper, geflüster

geraschel, gewaschel

geflunker und gerunkel

dort im wald-

es sind gelichter mit gesichter dort am baum

und da an rinde

die lachen mit dem kinde.

kleine eindrücke von einem waldausflug mit 4-9jährigen im sommerlichen sprühregen.

grüne sehnsucht

22.18 – es blitzt, donnnnnnnnert und es regnet – und ich glaube, dass ist erst der vorsichtige anfang.die unglaubliche schwüle des tages entlädt sich krachend und die verkrustete erde kann den ersten wassersegen gar nicht fassen.

eigentlich hatte ich heute morgen schon zu erdigen rottönen gegriffen – wie so oft ließ ich mich umleiten durch meine stimmung – die sehnsucht nach frischem grün – jetzt hat es wieder eine chance