Posts Tagged ‘Jahreszeitentisch’

Unter der alten Eiche

Kleine Aufgabe für deine nächste Waldzeit:

Setz dich unter eine alte Eiche und schau dich um. Entdecke Spuren, die dir eine Geschichte erzählen – wenn du es zulässt.

Hagebuttchen

Kann es sein, dass bereits die Hagebutten zu leuchten anfangen?

Freut es mich? Läuten sie wohl die nächste Jahreszeit ein, ganz ohne mich zu fragen, ob ich bereit bin für den Herbst?

Ja.

Na dann – willkommen!

Sommer

Heute ist er nun da, der Sommer. Und eben fielen mir Bilder dieser drei gefilzten Figuren in die Hand – bereits im Advent zogen sie aus der Werkstatt aus. Damals schien er soweit fort,

der Sommer

mit all seinem Duft nach Beeren und Blüten

nach Kräutern und Heu

mit seiner leuchtenden Farbenpracht an allen Ecken und Enden.

Und so zogen Walderdbeerchen, Wilder Thymian und Ringelblume ohne große Sentimentalitäten von dannen. Jetzt aber habe ich sie gerade fest im Herzen und im Moment grüßen sie mich alle drei, wenn ich durchs Fenster in den Garten schaue und scheinen mir zu zurufen:

Der Sommer ist da – nimm dir die Zeit zu staunen, zu genießen, zu entdecken….

Willkommen!

Waldgeschichten

Bereits im Februar trafen sich sechs Frauen bei mir in der Werkstatt, um ihre ganz eigene Waldgeschichte zu filzen. Für zwei Tage tauchten wir ein in die Faserarbeit – sowohl ins Nass- als auch ins Nadelfilzen.

Mit starken, naturfarbenen, heimischen Wollen widmeten wir uns am ersten Tag ganz unserem Geschichtenbaum mit all seinen Wurzeln, Astlöchern und Rindenstrukturen. Auch eine Höhle im hohlen Stamm durfte nicht fehlen – und so loteten wir neben der individuellen Gestaltungsfreiheit, die uns selbst eine gemeinsame Schablonenform zugesteht, Farben und Formen der jeweiligen Baumrinden aus. Das alles geschah mit Wasser und Seife – es wurden Fasern gelegt, Einzelteile vorbereitet und vorgefilzt und anschließend alles stabil miteinander verbunden, verfilzt, gewalkt und ausgeformt.

So endete der erste Filztag mit einem Blick in den entstandenen Wald in all seiner Unterschiedlichkeit und Diversität. Eine lernte von der anderen und bereits jetzt stand für einige bereits der Plan für einen weiteren Baum fest.

Am zweiten Filztag widmeten wir uns ganz den BewohnerInnen unserer Bäume.

Ausgehend von einer einfachen Grundform erforschten wir die Möglichkeiten der einfachen Tiergestaltung – immer in Hinblick und der Abwägung auf den zukünftigen Einsatzzweck.

Verschiedene Fasern boten hier ganz verschiedene Ansätze und Möglichkeiten.

Und: es ist immer gut zu erproben und zu prüfen, welches Material/ welche Wollsorte für welches Projekt in welcher Technik für welchen Zweck dienlich und brauchbar ist. Ich wage zu behaupten, dass an diesem zweiten Filztag viel Raum und viel Energie zum Ausprobieren, Lernen und Einüben war. Viele verschiedene Vögel und Waldtiere wurden nach einem ersten Impuls und mit meiner Begleitung genadelt und alles bezog nach und nach den Geschichtenbaum.

Die Ergebnisse, die am Ende der zwei Tage in alle Himmelsrichtungen abreisten – ob in Kindergärten, Schulklassen, Familien oder Praxen waren wahrlich aufsehenerregend…

Jedes Werk trug seine ganz eigene Handschrift und ich war am Ende dieses Tages eine sehr glückliche Filzerin….

Diesen Kurs werde ich im nächsten Werkstattjahr erneut anbieten

– schreibe mir gerne eine Nachricht nach info@augentrost.info, wenn ich dich vorab über den neuen Termin ( 2-tägig) informieren soll sobald dieser feststeht. Denn tatsächlich war dieser Kurs der erste, der sehr schnell ausgebucht war und es gibt bereits eine Interessentinnenliste, auf die ich dich gerne aufnehme.

Filzfrühling

Spürst du ihn schon?

Den Frühling?

Nach der dunklen Zeit ist die Luft lau und die Tage werden immer länger

Die letzten Schneeglöckchen verblühen – nur noch ihre üppigen Blätter erzählen von den Tagen, da sie die einzigen blühenden Vorboten waren.

Die Werkstattzeit war im ( nicht mehr neuen) Jahr angefüllt mit verschiedensten Arbeiten. So entstanden bereits fünf Anleitungen für verschiedene Auftraggeberinnen.

Aufträge und neue Ideen wurden fertig gestellt und weitergedacht

Und eine Vielfalt an Kursen hat seit Januar bereits in meiner Werkstatt oder bei anderen Trägern stattgefunden – die Ergebnisse sind wie immer einfach schön und verdienen einen eigenen Beitrag, den ich bald verfassen werde.

Zudem ist ein jahresbegleitendes Projekt mit meiner geschätzten Kollegin und Freundin Ingrid Modlmayr/Spunkwerk entstanden – über dieses werde ich die Tage berichten.

Auch habe ich es endlich mal geschafft, die Tauschbar im Nawareum Straubing zu besuchen. Diese findet immer jeden ersten Donnerstag im Monat zu verschiedenen Themen statt – letzte Woche wurden Werkzeuge, DIY- und Handarbeitsmaterial getauscht.

Ich brachte dazu nicht nur eine gut gefüllte Kiste mit für mich nicht wirklich brauchbaren Materialien mit sondern war beglückt, mit einigen Kleinigkeiten beschenkt den Rückweg antreten zu können. Aus diversen dieser Schätzen ist bereits Brauchbares entstanden. Ja, tatsächlich in guter alter Bastelmanier, in Serviettentechnik, verzierte ich zwei Jakobsmuschelschalen, Farbverlaufswollreste und Verschluß wurden zu einem netten Täschchen. Hohle verschiedenfarbige Stricknadeln werden demnächst zu Armbändern, die zum Schluß einsam übrig gebliebenen Dekokiesel werde ich in Türstopper einarbeiten. Ein verknittertes französisches Stickvorlagenheft von 1952 wird ein wirklich schöner Einband für mein neues Werkstattbuch werden, ein senfgelbes Wollstickgarn auf diversen Figurenkleidchen Platz nehmen und ein Flachszopf wird mich zum nächsten Figurenkurs begleiten.

Jetzt werde ich mich an die nächste Anleitung setzen – teaser: da wird es sommerlich werden. Bis zum Wochenende ist noch einiges zu tun. Ausserdem ich freue mich schon auf den Tageskurs am Samstag in der LVHS Niederalteich, wo es frühlingshaft wird und auch die Jubiläumsveranstaltung im Nawareum, wo ich am Sonntag einen Karöttchenanhänger -to-go-mini -workshop ( keine Anmeldung nötig, aber eine Eintrittskarte fürs Museum) ganz ohne Wasser oder Filznadel anbiete. Nähere Infos zum Jubiläumswochenende hatte ich euch im letzten Beitrag verlinkt.

Bevor ich aber nahtlos von Blogeintrag zum Anleitung schreiben rase werde ich ein paar Schritte durch den Wald machen und ein bisschen horchen….es lohnt sich

Kurs Frühlingserwachen bei SinnBild Natur

Der Monat März führte mich unter anderem auch ins Allgäu. Hier war ich von Roswitha Lüer eingeladen, in den liebevoll ausgebauten Räumen von SinnBild Natur in Dietmannsried meinen Filzkurs “ Frühlingserwachen“ zu leiten – und so allerlei Frühlingshaftes entstand an diesem intensiven und harmonischen Kurstag.

Vormittags filzten die Teilnehmerinnen ihre ganz eigene Erdenhöhle – verschiedenste Wollen und andere Fasern standen für kleine Materialexperimente im Nassfilzen bereit.

Variationen aus einer Form führten zu verschiedenen Ausführungen – und die von Roswitha so aufwendig und liebevoll vorbereiteten Snacks und Kuchen konnten nach dem leckeren Essen in der Mittagspause nun endlich gebührend gekostet und genossen werden.

Nachmittags gingen wir nun zum Nadelfilzteil des Kurstags über. Nach kurzer Einführung in die Technik bestückt mit einigen Hinweisen zum Figurenbau aus Wolle arbeiteten die Teilnehmerinnen an kleinen BewohnerInnen für ihre Erdenhöhle.

Gegen Abend hieß es dann Abschied nehmen – in verschiedene Himmelsrichtungen und Orte ging die oftmals recht lange Reise zurück. Nicht allein, denn im Gepäck dabei das ganz eigene Frühlingserwachen, fürs Zuhause, für die Werkstatt oder für die Arbeit in Kindergarten oder naturpädagogischer Gruppenarbeit.

Wenn auch im letzten Bild nicht mehr alle Zwiebelchen präsent waren – im Herzen waren sie dabei.

Danke liebe Roswitha für die Einladung und deine umfassende Bekümmerung. Es war mir eine Ehre und Freude.

Danke liebe Teilnehmerinnen für euer Schaffen, für den Austausch und die Freude, Offenheit und gemeinsame Energie am Filztisch. Es war mir eine Freude und ein Fest.

Winterfluß

Noch klirrt die Luft und kleine Eisflächen liegen in den Altwassern der Donau

An Schattenhängen blitzt es schneeweiß, der Boden ist getaucht in dieses farblose winterbraun, zumindest vordergründig…

Und doch leben die Auen, wenn auch vieles im Geheimen, in der Tiefe, im Erdendunkel vor sich geht

Es wird werden – es wird Frühling werden…

Lichtbringerin

…und bevor man anfängt, in all den Wirren der letzten Zeit den Kopf in den Sand zu stecken und die eigenen Gedanken den allgegenwärtigen Nebeln anheim zu geben und müde einzudämmern

ist es mehr als angebracht, sich aufzurichten und auf den Weg zu machen

um sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen und vielleicht zu jener zu gehen, die gerade noch mehr im Dunklen steht.

Apfelmütterchen

Wenn die Morgende kühl durchs offene Fenster schwappen

und den Duft der reifen Äpfel von der Wiese mittragen

dann ist es die Zeit des Apfelmütterchens, die sich liebevoll um ihre Kernchen schmiegt, bevor diese aus ihrer Winterruhe tief in der Erde als neue Apfelbäume erwachsen wiederkehren.

Wilde Möhren

Auf der Suche

nach der Wildesten aller Möhren

In jeder meiner stabil nadelgefilzten Figuren steckt immer ein Teil handgearbeitete Pflanzenfärbung – hier Eukalyptusrinde aus der Bretagne als Hautfarbe. Gefärbt auf Bergschaf und kombiniert mit  verschiedenen Schurschätzen aus der Region entstehen immer wieder kleine Wesen – ganz in Liebe zu der uns umgebenden Natur.

Schaukelt gut durch Sommer