Archive for the ‘Inspiration’ Category

Glockenblumenklang

Auch wenn der Sommer trocken ist – im Garten blühen unermüdlich meine Glockenblumen. Diese hatten mich früher im Jahr bereits zu diesem Windspiel inspiriert ( die detaillierte Anleitung findet sich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Holunderelfe – Werbung wegen Markennennung)

Gar nicht schwer – oder? Allerdings wie bei jede Handarbeit liegt die Liebe im Detail. Denn nur wirklich fertig gefilzter Filz ist guter Filz ( meine Kursteilnehmerinnen wissen, wovon ich spreche…)

Und so braucht es auch bei diesem Stück – selbst wenn es aus einfachen Einzelformen besteht, Zeit, Ausdauer und das besagte Quentchen Liebe zum Handwerk, dass sich die Langlebigkeit und Stabilität unserer heimischen Wolle wirklich zeigen kann.

Wie so oft ist auch dieses Stück komplett aus österreichischer Bergschafwolle gefilzt – ein Hoch auf diesen nachwachsenden Rohstoff mit kurzen Wegen, auf die Vielseitigkeit und die Nachhaltigkeit dieser Wolle. Es sind die kleinen Klänge, die die Welt zum Schwingen bringen, auch wenn dieser Gedanke in den heutigen Zeiten romantisch wirkt….machst du mit?

Feltswap 2026

Beim diesjährigen Thema des alljährlichen Feltswap der international feltmakers association „Geometry“ tat ich mir ehrlich gesagt unheimlich schwer – bis ich einfach meinen Kopf aus und meine Hände anschaltete.

Aus handgefärbten Merinowollen entstanden einfache und auch aufwändigere Vorfilze, die ich anschließend mit weiterer Wolle und einem Stück im Ecoprintverfahren hergestellten Stück Käseleinen verfilzte.

Passend zu einem frei interpretiertem Hirschkäfer bedruckte ich das Textilstück mit Eichenblättern aus dem Garten – nachdem der Käfer unverbrüchlich im Nunofilzverfahren darauf Platz genommen hatte waren diese nur noch schemenhaft zu erkennen – aber da.

Die weitere Gestaltung der Beine nahm ich mit der Filznadel vor.

Ja, ich hätte das gesamte Werkstück auch irgendwie mit der Filznadel fertigen können, doch mich reizte die Herausforderung, mich zu konzentrieren, die passende Materialzusammensetzung zu finden, mich zu üben und zu entschleunigen.

Zu planen und zuzulassen, dass und wie sich Faser um Faser, Schicht um Schicht miteinander verbinden.

Wahrscheinlich wird genau dieser Prozess selbst dem Thema „Geometry“ eher gerecht als das Endergebnis. Schließlich bin ich mit der Geometrie nie richtig warm geworden – weder mit der aktuellen Themenstellung noch mit dem Unterricht an der Schule.

Was mich damals als auch heute rettete waren schlicht Fleiß, Beharrlichkeit und ein gewisses Maß an Ignoranz…

Im Innen und im Außen

Die Werkstatt in eine bunte Farbenpracht voller Wolle, Seide, Fasern anderer Arten und sonstiger vielfältiger Materialien zu verwandeln war Ingrids und meine geliebte Aufgabe am Vorabend unseres gemeinsamen Tageskurs „Filzgefäß“.

Nach einer kurzen Einführung in Material und Technik und einem tiefen Griff in unsere Probenkisten war bereits zu spüren, wie die Gestaltungslust innerhalb der Gruppe zu brummen anfing. Nun ging es daran, die ersten Entscheidungen zu treffen, was farbliche aber auch technische Gestaltung wie z.B. Vorbereitung für Reservierungen betraf.

So vielfältig wie die Materialauswahl waren auch die Ideen der Teilnehmerinnen und in der Folge auch ihre gefilzten Gefäße.

Schwelgend in Fasern und Formen gestaltete jede innen, außen und ja – auch manche ein dazwischen.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause ging es bald schon ans weitere Ausgestalten und manches Gefäß änderte nochmal seine Gestalt – unversehens.

Anfängerinnen im Filzhandwerk wie Geübte – sie alle bildeten für diesen Tag eine Gemeinschaft der Gestaltenden an meinen Tischen, begleitet von Ingrid Modlmayr, Filzgestalterin und Kunsttherapeutin ( Erlangen) und von mir.

Am Ende des Tages stand, wie so oft, der Stolz aufs Geschaffene, die begeisterte Würdigung der anderen Werke und eine bunte Runde an Gefäßen, denen allen die gleiche, schlichte Schablone zugrunde lag.

Im Innen und im Außen – jedes Gefäß zeigt beide Ansichten. Mag sein, dass das ein oder andere Gespräch im Raum auch mal vom Innen erzählt hat oder warum gerade diese Farbe oder Textur eine Rolle spielen darf. Das alles hatte Platz – aber nichts musste zwangsläufig formuliert werden. Was von Grund auf verband war das gemeinsame Wolle legen, das Entscheidungen treffen, das sanfte Anfilzen, das kraftvolle Walken und das beherzte und flexible Form finden, die schaffende Gemeinschaft mit dem Ohr und immer einem gutem Wort für die andere.

So tragt nur euer Gefäß mit Stolz und findet den richtigen Platz in eurem Zuhause – es birgt soviel.

Wir danken euch.

Filzkurs: Im Innen und im Außen

In knapp 2 Wochen findet in meiner Werkstatt ein besonderer Kurs statt. Diesen möchte ich euch hier nochmals vorstellen –

denn kurzfristig sind nun gerade 2 Plätze frei geworden – vielleicht für dich? neu vergeben

Samstag, 17.1.2026

10.00 – 17.00

95,-€ inkl. vegetarischem Mittagsimbiss

zzgl. 10,-€ Materialpauschale

Filzgefäß – Im Außen und im Innen

Dieser Kurs ist geeignet sowohl für Filzanfängerinnen als auch Geübte, die sich ganz in Wolle und Tun fallen lassen und ihrer Gestaltungslust Ausdruck verleihen möchten.

Begleitet durch Ingrid Modlmayr ( Erlangen), Filzgestalterin und Kunsttherapeutin und Delia Grimm, Filzgestalterin und Sozialpädagogin

Was ist in mir geborgen, was erfüllt mich, welche Bilder und Farben formen, stabilisieren, tragen mich, was ist sichtbar, was eher nicht ?

Diesen Impulsfragen wollen wir an diesem Tag in Ruhe nachgehen, ohne sie zwangsläufig formulieren oder austauschen zu müssen.

Im Gestalten und Filzen eines größeren Gefäßes ( Auslegemaß ca. 30-40cm im Durchmesser) nähern wir uns durch die Auswahl von Farben und Strukturen und später durch die Formgebung dem Thema. Wir werden uns vom vielfältigen Angebot an Fasern aber auch an vielerlei anderen Materialien ebenso wie von inneren Bildern, Techniken wie Nunofilz oder Reservierungstechniken leiten lassen. Wir nutzen Schere, Nadel und Faden oder malen einfach nur Farben und Formen in Wolle und verorten uns einen Tag lang in Filz.

Was dann noch geteilt werden möchte, bekommt Raum.

Ganz absichtlich zeige ich hier kein fertiges Gefäß –

jede wird sich durch ihre Neugier, unser vielfältiges Material- und Technikprobenangebot, unsere Begleitung und letztendlich durch ihre Tagesstimmung leiten lassen.

Wir freuen uns.

connections

Jede meiner Figuren fängt an als ein Haufen Wolle und einige Stränge Draht – völlig belanglos und unförmig.

Doch sobald das Gesicht seine ersten Züge entwickelt entsteht Verbindung.

Auch und gerade, wenn sich die Figur im Laufe ihres Gestaltungsprozesse wandeln darf.

Es kommt die Zeit, an dem sie ihre letztendliche Gestalt erhält – Gewand, Frisur, Körperform…und eben auch , manchmal unvermutet, manchmal lang ersehnt – an dem dies in allen Einzelteilen auch plötzlich zusammen passt und zur Einheit wird.

Mit 40cm ist dieses alte Mädchen von recht hoher Statur und komplett aus Bergschafwolle genadelt. Der Hautton entstand durch Färbung mit Sanddornrinde im dreckigen Topf. Gekrönt mit heimatlicher Heidschnucke ist sie gekleidet in vorgeliebte Textilstücke aus meiner eigenen Kleidung. Diese wurden teils nunogefilzt ( mit feiner Merinostrang), anschließend im Walnusssud gefärbt, mit Gartenpflanzen bedruckt ( ecoprint), handgenäht und -bestickt.

Handgesponnene Wolle anderer Nachbarschafe unbestimmbarer Rasse verstrickte ich zu einer Weste. In ihrer Tasche, geschmückt mit einem Donaukiesel, sammelt sie Naturschätze und Momente.

„Heimatverbunden“ – mit diesem Titel ist sie mein Beitrag zur Online-Ausstellung 2025 der IFA ( international feltmakers) unter der Überschrift „connections“.

Diese Figur steht für meine ganz persönliche Verbindung – connection – sowohl zu der mich umgebenden äusseren Heimat mit all ihrem Vielfalt an Pflanzen (-farben) und dem Schatz regionaler Wollen als auch zu meiner inneren Heimat in meinem handwerklichen Tun, all der Vielfalt der textilen Fertigkeiten und Techniken, mit welchen ich mich Tag für Tag umgeben und beschäftigen darf.

So ist diese Ausstellung ein kleines Fenster ins Träumen und Schaffen so vieler inspirierender Filzschaffender rund um den Globus. Get connected!

Ausgeläutet

Ich glaube fast, die Schneeglöckchen haben sich ausgeläutet….

Vorgestern schön ließen sie die Köpfchen hängen, gestern machten sich ihre weiße Glöckchen klein und schmal.

Heute sind sie im Regen kaum mehr zu sehen – nur ihr tiefes Grün bedeckt die immer noch winterbraune Erde. Bald sind sie nur noch Erinnerung – der Frühling beginnt…..

Märzenmaus

Und schon ist es wieder die Zeit der Märzenmäuse – eine etwas scheue, aber umso liebenswertere Zunft.

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Unter dem Schutz des Märzenbecherles und mit Ausblick hoch über dem Geschehen begrüßen sie den Monat März..

Und ich mit ihnen – mit Frühlingssehnsucht im Herzen.

Armbänder rund um die Welt

Schon vor einiger Zeit nahm ich am felt swap der international feltmakers association teil. Das diesjährige Thema war bracelet/ Armband und ließ viel Raum für individuelle Gestaltung.

Beim swap ist es wie beim Wichteln – verschiedenste Menschen, in diesem Fall FilzerInnen aus Europa, USA und Kanada werden paarweise zusammengewürfelt, um sich – unbekannterweise – mit einem gefilzten Geschenk, in diesem Fall einem Armschmuck, zu bedenken. So entstehen Kontakte rund um den Globus und das Netzwerk der Faserschaffenden wird enger und persönlicher.

Unverhoffterweise fand ich mich dieses Jahr einige Wochen vor Abgabe mit zwei Tauschpartnerinnen beschenkt – und so filzte ich mein Armband „Bloom“ in zwei Farbkombinationen, rot für England und weiß für Portugal.

Auf ein Band ( Hohlform) gefilzt mit handgefärbter feiner Merino und Tussaseide, anschließend bestickt, zu schließen mit einem Magnetknopf, macht es sich ein kleiner nadelgefilzter Blütenelf gemütlich und bringt in einem integrierten Beutelchen gleich eine Handvoll Blumensamen aus meinem Garten mit, damit auch bei meinen Tauschpartnerinnen im nächsten Jahr ein Heim für Blütenelfen wachsen kann.

War es dann geschafft, den allgemeinen Fertigungstermin einzuhalten, alles verpackt und versandt zu haben begann die Wartezeit.

Spannend … bis die Tauschpartnerin die Sendung erhielt, denn das kann gerade auch quer durch Europa ziemlich lange dauern und auch hier der tägliche Gang zum Briefkasten, bis auch ich meine beiden Geschenke in Empfang nehmen durfte.

Vielen lieben Dank, Fiona und Georgina – es war mir eine Freude! Die ganze Geschichte des swap ist auf der Seite der international feltmakers association zu finden.

Nunofilzexperimente

Im letzten offene Werkstattkurs im Kursjahr 2023/24 tauchten wir ein ins Experimentierfeld Nunofilz. Aus einem bunten Haufen feiner und feinster Stöffchen und feiner Wolle entstanden kleine aber ebenso feine Täschchen.

Nach Gusto kombiniert, sorgfältig gelegt, vorsichtig angefilzt und dann bis zur berechneten Endgröße geschrumpft – so hält auch ein kleines Täschchen aus Seidenstoffen mit einigen Gramm Wolle verbunden Handy und Geldbeutel am richtigen Platz.

Farb- und Materialzusammenspiel entfalteten schnell ihren ganz eigenen Reiz, Gewebestrukturen verschwammen und traten als ganz neuer Stoff im Filzvorgang wieder hervor. Nunofilzexperiment geglückt würde ich da mal sagen…

So wird es auch im nächsten Jahr einen Abend zum Thema Nunofilzexperiment geben – gedacht für alle Beginnerinnen, die sich einfuchsen wollen, wie das nun funktioniert, das Verbinden von Wolle und Stoff. Aber auch Geübte werden sich – sprichwörtlich oder auch real- in Farben und Texturen fallen lassen und etwas Kleines unter ihren Händen entstehen lassen können. Ich freue mich schon darauf.

Figurenliebe

Vorfrühling

Über die Jahre sind so viele Figuren unter meinen Händen entstanden….viele aus meiner eigenen Laune heraus und noch mehr auf Bestellung für Kindergärten, Schulen, Bildungseinrichtungen oder auch Privatpersonen. Jede Einzelne bringt mich weiter auf meiner Reise durch die phantasievolle kleine Welt und lässt mich das Material Wolle immer neu austesten – ob nun in Nass – oder Nadelfilztechnik.

Viele Figurenkurse durfte ich bereits anleiten, in meiner Werkstatt und auch bei anderen Bildungseinrichtungen und Trägern sozialer Arbeit. (Noch habt ihr die Möglichkeit, euch für einen zweitägigen Kurs im Februar in der LVHS Niederalteich anzumelden – hier werden wir tief in die Wollwerkelei und die kleine Welt eintauchen)

Besondere Freude machen mir die kleinen und großen Figuren, die ich für die Naturschule MV in Mecklenburg- Vorpommern anfertigen durfte und immer wieder darf. Hier dienen diese nicht nur zur Dekoration des Schaufensters in Wismars Altstadt oder der Mitte während der Einheiten, sondern dürfen auch Ihren Teil in der Aus- und Weiterbildung von Natur- und Waldpädagoginnen beitragen. So entstehen immer neue Annäherungen an Jahreszeiten, Naturphänomene und andere wilde Themen, die in der Wald- und Naturpädagogik und vor allem in der Umsetzung dieser in der Gruppenarbeit jeglicher Ausprägung eine Rolle spielen.

Frühling

Figurenbau, und scheinen die Protagonisten noch so schlicht, erfordert Wissen um Material, Proportionen und Bauweise – und viel Übung und Einfühlungsvermögen. Es gibt so viele verschiedene Arten, sich einer Figur zu nähern – ausschlaggebend ist für mich die gewünschte Einsatzweise. So baue und verarbeite ich Figuren, die im Kindergarten als Erzählfigur zum Einsatz kommen auf andere Weise als Figuren, die im erzieherinnengeleiteten Puppenspiel, als Dekoration der Mitte in der Gruppe oder als Erzählfigur einer Lehrerin verwendet werden.

Sommer
Eichelhäherfrau

Offen dürfen sie sein, meine Figuren – offen für die neuen Geschichten und Gefühle derer, die sie mit ihnen zeigen, erzählen, hören und fühlen.

Schlicht dürfen sie sein – ohne Klimbim und vorgefertigter Ausstattung, bereit, einfach zu sein und zu unterstützen, nicht zu bestimmen.

Hummelmütterchen

Besonders im Gedächtnis und auch im Herzen geblieben sind mir die Kurse, die ich bei Maika Hoffmann im Rahmen der zweijährigen Ausbildung „Ganzheitliche Naturbildung“ der Naturschule MV in natura gegeben habe.

Nicht nur, dass der erste Kurs vor mittlerweile 3 Jahren meine erste Reise nach Mecklenburg- Vorpommern, ins schöne Wismar und die angrenzende Umgebung war. Die Atmosphäre innerhalb der Menschen, die hier für ihre Fortbildung im Rahmen der Umweltbildung zusammen kommen ist eine ganz spezielle.

Liebevoll, lustig, kritisch hinterfragend, wissbegierig, phantasievoll, eifrig und achtsam – so beschreibe ich die Stimmung in den Kurseinheiten, in denen die Teilnehmerinnen ihre Figur in Bezug auf ihr ganz persönliches Naturthema in ihrer Ausbildung gestalteten.

So entstanden auch im Sommer 2023 inmitten von Wald, Wiesen und Wasser einzigartige Wollwesen, gebaut mit Herz und Verstand. Mögen sie die Figurenbauenden lange begleiten in ihrer so wichtigen Arbeit.

Gruppenbild der Naturwesen Kurs 2023

Momentan bin ich bereits wieder beschäftigt mit der Anfertigung kleiner Waldmeisterchen (ich habe darüber im letzten Jahr hier erzählt.

Auch, wenn man nicht in Mecklenburg- Vorpommern wohnt gibt es bei der Naturschule MV in-natura die Möglichkeit für Mitarbeitende in Kitas, Kindergärten, Schulen oder anderen sozialen Einrichtungen, aber auch für alle interessierten Einzelpersonen, sich im Bereich Natur- und Waldpädagogik qualifiziert und zertifiziert auch online fortzubilden. Das ist nun Werbung (denn gute und ernst zu nehmende Weiterbildungen gibt es nun mal nicht umsonst) jedoch unbezahlt, unbeauftragt und aus tiefer persönlicher Überzeugung.

Nun schicke ich euch in eine neue Woche vorfrühlingsahnungsvollen Winters – der bald mal Platz machen darf, von meiner Seite aus….Geduld, Geduld…