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Gestalt geben – Kurstermin Figurenbau – Rückschau und Vorschau

Bis nach Mecklenburg-Vorpommern an die Ostsee durfte ich reisen, um für die Naturschule Kursangebote im Figurenbau anzubieten. Inspiration zur eigenen Figur gab nicht nur die uns umgebende wunderbare Natur am so freundlichen Gutshof Friedrichswalde ( Werbung unbezahlt) sondern auch die Reflektion des eigenen Weges und ihrer Stationen, Inhalte und Impulse in der Fortbildung Ganzheitliche Naturbildung, die die Kursteilnehmenden in den letzten zwei Jahren absolviert hatten.

Und so entstanden an zwei Tagen verschiedenste Begleiterchen in Wickel- und Trockenfilztechnik, stabil und sauber verarbeitet, die auch einen Einsatz im Waldkindergartenalltag oder als Erzählerin in einer Geschichte unbeschadet und fröhlich auf sich nehmen können.

Aber auch hier in Bayern gibt es noch in diesem Jahr die Möglichkeit, in den Figurenbau mit Wolle hinein zu schnuppern

Am Samstag, 4. Dezember werden wir uns von 9.30 bis 17.30 dem Bau von Krippenfiguren aus Wolle zuwenden.

Gastgeberin ist das Evangelische Bildungs-und Tagungszentrum Pappenheim. Ein ganzer Tag in der Gastfreundschaft dieses Hauses und verschiedenste bunte Wollen stehen bereit, um zu Erlernen und Einzuüben, Figuren für die eigene Krippenlandschaft oder auch Einrichtung stabil und ansprechend bauen zu können. Gearbeitet wird über ein Drahtgestell – eine von vielen Möglichkeiten der Figurenherstellung.

Die Offenheit und Einfachheit dieser Figuren lädt ein zum Gedankenspiel. Sie eignen sich zur Illustration so vieler Geschichten und Puppenspiele, zum Einsatz im Gruppenalltag oder einfach zur liebevollen Dekoration des eigenen Zuhause.

Dieser Tag richtet sich an alle Interessierten- Vorkenntnisse im Filzhandwerk sind nicht von Nöten.

Anmeldungen nimmt das EBZ entgegen- ich würde mich freuen, die ein oder andere von euch dort mal persönlich kennenzulernen. Vielleicht wohnt ihr ja in der Gegend oder nutzt diesen Adventssamstag für eine kleine Reise ins Altmühltal, als kreative Insel, als Tag mit Freundinnen…

König Winter

Wenn man in dieser Jahreszeit an ein Reich von König Winter denken will dann jetzt. Hier glitzert der Schnee und die Eiszapfen bilden verwunschene Paläste in Hecken und Geäst.

Und so entstehen in meiner Werkstatt immer wieder die klassischen Figuren für den Jahreszeitentisch.

Auch mit der gleichen Materialauswahl, im gleichen Werkflow, in der gleichen Technik gearbeitet wird jede Figur anders aussehen, einen anderen Charakter haben, anders wirken. Nie will es mir gelingen, zwei gleiche Figuren herzustellen.

So ist jede Figur immer wieder ein neuer Beginn – ein schöner Gedanken.

Adventskalender

Habt ihr ihn schon entdeckt? Auf der Seite des Filznetzwerks gibt es einen liebevoll zusammengestellten Adventskalender. Jeden Tag findet ihr ein Bild einer Filzerin aus dem Verein mit einem gedankenvollen Text von Susanne Schächter-Heil, der Vorsitzenden des Filznetzwerks.

Hier verlassen langsam aber sicher die letzten Auftragsarbeiten die Werkstatt.

Viele Krippenbesucher sind in diesem Jahr durch meine Hände gegangen.

Vielleicht auch einige, die man so eher weniger erwartet….

Habt auch ihr in letzter Zeit vielleicht einige Figuren gearbeitet? Soviele Abende / Tage habe ich mit vielen von euch mit Figurenbau verbracht – schickt mir gerne Bilder, was ihr seitdem hergestellt habt – ich freue mich darüber!

Ich wünsche euch weiterhin eine zuversichtliche Adventszeit – und vergesst nicht hin und wieder euer Türchen beim Filznetzwerk zu öffnen – alle bisherigen Bilder sind für euch natürlich gesammelt hinterlegt. Viel Freude daran und an dem, was eure Tage euch so anbieten.

Gestalt geben

Ein kleiner Einblick in einen Auftrag, der mir bereits im Sommer viel Freude gemacht hat.

Für ein Kinderhaus entstanden Krippenfiguren aus einem Mix aus Wollwickeltechnik und Nadelfilz.

Wie im letzten Artikel erwähnt gibt es viele verschiedene Arten der Figurenherstellung aus Wolle. Diese hier sind bei einer Größe von ca. 18cm nicht komplett aus Wolle sondern über ein Drahtgerüst gewickelt und gefilzt. Ich mag es, wenn diese Art von Figuren, mit denen weniger gespielt als erzählt oder Szenen gestellt werden, zwar stabil, aber nicht komplett durchgenadelt sind – so behalten sie ihre Weichheit und Flexibilität, der Faserverlauf bleibt sichtbar und auch Kinder fassen sie ganz anders an, behutsamer und bedachter.

In vielen Kursen habe ich diese Art des Figurenbaus bereits weiter gegeben – es ist mir jedes Mal eine Freude, wie nicht nur die Phantasie sondern auch die Fertigkeit der Teilnehmer*innen von Figur zu Figur wächst. Denn neben der Qualität der Verarbeitung spielen auch Proportionen, Farb- und Wollauswahl eine große Rolle.

So habe ich für dieses Figurenset vorwiegend heimische Wollmischungen wie süddeutsche Merino oder Bergschaf ( teilweise Handfärbungen) und auch verschiedene Rohwollen wie Heidschnucke oder Romney verwendet – für Frisuren und auch Gewand. Merinostrangwollen finden bei mir noch manches Mal als Haartracht für die Frauen Verwendung – für sehr viel mehr verwende ich diese Wolle – zumindest im Figurenbau – kaum noch.

Auch einige Tiere waren gefragt – und so kam ich in den Genuss, mir auch mal ein Schweinchen genauer anzuschauen, bevor ich es in Wolle nachempfand.

Ein kleiner Schmiegespatz für die tägliche Erzählrunde rundete auch für mich die intensive Arbeit an den Krippenfiguren ab.

Diesen filzte ich nass aus feiner gut schließender Wolle und ließ mir in der Verarbeitung viel Zeit. Gerne sag ich meinen Kursteilnehmer*innen, dass man vorallem Figuren jede Minute Arbeit ansieht – jedes Minütchen ein Quentchen Liebe zum Detail.

Künftig wird er oft durch viele größere und kleine Hände der Spatzengruppe gehen, gekuschelt, gedrückt und gedreht werden – auch das kann eine Filzfigur gut aushalten. Auf die Herstellungsweise und die Materialauswahl kommt es an.

Ein paar kleine stilisierte Rotkehlchen als Baumanhängerchen habe ich im Anschluss fürs „Marktplätzchen“ in Straubing gefilzt. Ihr findet in diesem kleinen Laden in der Albrechtsgasse 23 verschiedenste Produkte regionaler Handwerker*innen und Werkstätten – darunter auch ein paar Kleinigkeiten aus der Filzwerkstatt Augentrost. Vielleicht habt ihr ja morgen oder übermorgen Zeit, nochmal dort vorbei zu schauen.

Mein nächster Beitrag wird etwas für euch zum Mitmachen sein. Wir steuern dem nächsten – wenn auch nur partiellen- lock down entgegen. Und welches Zeichen zauberte uns schon mal ein Lächeln ins Gesicht? Ja…. genau…..