Posts Tagged ‘ouessant’

schnee in motion

schafis-17

Schnee, Schnee, Schnee…..von oben,  von der Seite, irgendwie von überall….

die Schäfchen wurden heute sogar mal tatkräftig freigeschaufelt – bzw. deren Wege.

edgar2

Wie gut, wenn man da – als ansonsten sehr gschaftige Wanderratte – trotz der Kälte draußen – einfach mal abliegen kann, im völlig schneefreien Karton

edgar3

immer im Vertrauen darauf, dass das Päckchen auch beim Empfänger eintrifft…

edgar1

um sich dort wieder genau so überzeugenden Blickes am Schnee vorbei in die Herzen und die dort ansässige noch unbekannte Speisekammer zu schmuggeln – Bewegung macht ja bekanntlich Hunger…..Guten Appetit, Edgar!

kurz vor ladenschluß

sommerfärbung10

ja – es sind nun noch 3 schäfchen, die mich tag täglich begleiten – im wahrsten sinne des wortes…und ihre wolle ist einfach viel zu schön – also ging es die tage, kurz vor der sommerpause, an die arbeit,

sommerfärbung6

neben dem kardieren von ouessant habe ich auch reste von heidschnucke, karamellfarbenem bergschaf und wensleydale zum färben vorbereitet.

sommerfärbung4sommerfärbung8

sommerfärbung1

ein weiterer gefällter apfelbaum und ein großer arm voll stumpfblättrigem ampfer – in dem fall nur die samen –  von der weide ( nur im grenzbereich zur bewirtschafteten wiese unseres nachbarn wachsend) habe ich getrocknet. in den gängigen blogs zum pflanzenfärben habe ich zwar den krausblättrigen und den sauerampfer als färbemittel gefunden, diesen nicht – aber da dieser dringend von der weide weiter mußte und ich ihn sonst komplett nur dem lagerfeuer anheim gegeben hätte, probiere ich es nun einfach aus:

samen (abgeribbelt) ca. 300g habe ich 3 tage in 5l wasser eingeweicht, dann die samen in einen sehr feinporigen wäschebeutel gepackt.

ca. 110g färbegut (30g der wensleydale-locken, 80g dochtgarn und ein stückchen pongee) nach 0,5std alaunbeize (ca. 15%) sind nun inkl. färbesack und natürlich einweichwasser im topf – ich denke so an die 3 stunden.

sommerfärbung11

im moment erwarte ich ein unaufgeregtes gelb-braun ( da ich ja auch zu faul war den topf zu säubern…) – mal morgen sehen!

sommerfärbung5

nun ist doch wieder einiges ausprobiert, schachteln und säckchen für das nächste werkstattjahr gefüllt – zeit zum ausruhen. und wenn es nur minuten sind, so wertvoll – man muß die lücke nur zu schätzen wissen!

 

kleiner bildnachtrag:

wolle ampfer

 

meisenheim

fasern und wollen verbinden sich zu einem meisenheim –

wie die beutelmeise, die alles erreichbare in ihre kunstvollen hängenester einwebt, habe ich verschiedenste –  meist regionale – rohwollen vom ouessant (deggendorf), heidschnucke (neuhausen), gotländischen pelzschaf, bergschaf (zwiesel), waldschaf (grafling) aber auch vom alpaka (sicking) vom schreiberhof und die fasern eines von der donau angespülten ausgebasteten pappelstamms miteinander verfilzt.

diese kleine nisthöhle wandert in die „das-ist filz“-ausstellung nach dortmund – vielleicht zieht da ja jemand ein…..

julischaf

endlich – endlich konnte die schur stattfinden….da dieses ereignis für alle seiten auch eine gewiße aufregung bedeutet, hielt sich die begeisterung der betroffenen wie jedes jahr in grenzen

und doch siegte nach dem termin die erleichterung über die erleichterung – obwohl die ouessants als kleinste europäische rasse gelten ist der wollertrag wirklich groß – fünf dicke, wunderschöne vliese liegen nun zum lüften im stadl. mit durchschnittlich 28mic ist die wolle fein  und die fasern sind mit bis zu 35cm (je nach tier) richtig schön lang. im gefilzten zustand ist es wahrlich kuschelig und variiert farblich von hellem grau an den spitzen über sattes braun bis zu schwarz. das grau wird von jahr zu jahr dominanter – auch schafis werden älter! ein blick auf die herbst- und wintertracht läßt das farbspiel erahnen

nach getaner arbeit lernen sich freunde neu kennen

und frauchen kann wieder filzen und sich nach getaner arbeit wohlig eingehüllt zu ruhe setzen –

 in diesem jahr auch im juli nicht wirklich ungewöhnlich…

taschen voller frühling

 

ja, jetzt ist er wirklich da – der boden ist schon am morgen warm und die wiesen und wälder strotzen nur so von leben und lauten.

auch die herde ist auf die streuobstwiese umgezogen – der halbjährliche almauftrieb geschafft, die aufregung ob der riesigen grünen sommerweide bereits verdaut.

gerne würde ich diese frühlingsgefühle der freiheit, der wärme und des aufbruchs in eine tasche packen und in die welt schicken – meine gedanken sind oft bei menschen, die diese zeit in anderen ecken der erde verbringen – seid mir bedacht!

also filze ich eben frühlingstaschen – und das auch mal in rosa….einer von mir stiefmütterlich behandelten farbe. ganz ohne anthrazit kam ich auch hier nicht aus.

die enziantasche ziert wohl schon ein anmutige junges dirndlmädchen – vielleicht darf sie ja auch mal zum frühlingsfest mit.

der kuckuck ist gerade aufgewacht und ruft – seit sonntag ist auch er wieder angekommen und liefert sich mit dem grünspecht die spektakulärsten schreiduelle – das singen übernehmen die singdrossel, amsel, zilpzalp, zaunkönig, goldammer, buchfink (naja, der hört sich eher wie ein unermüdlicher beschwerdeführer an)  und die unmengen an verschiedensten meisen, die, auf der suche nach nistmaterial, auch immer wieder neugierig am fensterbrett sitzen, hereinschauen und sich wohl fragen, warum ich so untätig hier sitzen kann, wo doch soviel zu tun ist…. 

 wohl dem, der ein haus hat und gerade keines bauen muß – ich schau euch gerne zu!

 

 

 

 

februarschaf

miss februar – mimi, eines unserer ouessantschäfchen.

der heftige schneefall der letzten 18 stunden hält an – einmal gut geschüttelt, dann ist das wollkleid wieder von geschätzten 10cm neuschnee befreit. leider 3 sekunden vor auslösen der kamera….aber wer kann diesem blick schon böse sein??

ouessantschafe fühlen sich draußen eigentlich immer wohl, in regen, schnee und eis. selten sind sie in ihrem  stall anzutreffen- mehr ouessantwollbilder findet ihr hier auf diesem meinem kanal.

ich werde jetzt nochmal rausschauen – die chance, die 5 im schnee zu finden verringert sich trotz der kontrastfarbe von minute zu minute…vielleicht begeben sie sich ja nach längerer diskussion doch mal nach drinnen – zum frühlingserwarten….

sommerdämmerung

wenn die nebel ziehen und am frühen morgen aus den donauniederungen aufsteigen, wenn die luft feuchtfrisch in die zimmer weht, wenn die kreuzspinnen ihre vor tautropfen glitzernden netze nicht länger vor neugierigen augen verstecken können, dann ist er da, der herbst.

und mit ihm die letzten sonnentage, die es zulassen, die gesammelten schurschätze endgültig urbar zu machen – so verbrachte ich viele stunden mit aussortieren, waschen, lockern, trocknen.

karamellfarbenes und dunkelbraunes, fast schwarzes bergschaf (danke! das paket ist angekommen!), ouessant in schwarz, braun und grau und heidschnucke in weiß und grau – die kisten füllen sich mit leise duftenden wollwolken und das ist ein gutes gefühl! ebenso waren bereits einige menschen bei mir, die ungewaschene wolle erbaten, um die tannen oder obstbäume winterfest und rehsicher zu machen – der verbiß läßt nach, sobald das reh auf wolle beißt (oder sie riecht?) – was für eine gute möglichkeit, auch die bauchwolle zu verwenden.

der blätterdruck ließ mich nicht los, so entstanden z.b. einige baumwoll-loops. und endlich traute ich mich, einen bedruckten etamin einzufilzen – nur am rand in rauchblau, stimmig zu den blauholztönen der färbung –

und siehe da: der print wurde leicht schwächer, die farben und formen aber blieben erhalten. wahrscheinlich ist es dennoch ratsamer erst zu filzen und dann zu drucken – das schont die nerven – ein versuch war es aber völlig wert.

und was ist das???!

ja – das sind die neuen räume der werkstatt augentrost – mitten in der deggendorfer innenstadt. schon in 10 tagen wird dort der erste kurstag stattfinden – einiges sucht noch seinen platz. ich kenne hier mittlerweile jedes knarzende brett, jede schiefe wand, jede alte tür – sie alle erzählen geschichten von früher, als hier geschneidert, gelacht, gelebt wurde in diesem gut hundert jahre alten haus – und ich fühle mich mitten drin und warm.

 

 

schurschätze

es ist wunderbar, was in den letzten wochen so alles bei mir eintrudelt… manche nachbarn bemerken den odeur, der sich im aussenbereich manifestiert hat – sind aber milde und eher fröhlich erstaunt über meine immer wieder neu entfachte begeisterung. diese wolle kam gerade, es ist frisches ouessant – hier findet ihr die früheren träger.

säckeweise hornlose heidschnucke durfte ich mir bei der chefin meines lieblingsbauernmarktstandes abholen – die schäfis weideten derweil auf einer weiten baumbestückten wiese und schienen komplett uninteressiert an ihrer früheren haarpracht.

angesichts der mengen (das ist nur knapp die hälfte) kam ich daheim doch ganz schön ins schwitzen – stammten die vliese doch von glücklichen schafen, dementsprechend viel botanik gab es in der unterwolle zu entdecken. also sortierte ich nach kompletter trocknung (ja – nur trockene schafe sind gute schafe, diese waren bei der schur regenfeucht) großzügig aus. ganz konnte ich mich aber wiederum auch nicht vom ausschuß trennen, also zog ich auch hier die schönsten strähnen heraus

– wer kann sowas auch wegschmeißen…ebenso verfuhr ich mit einer ladung gotländischem pelzschaf – leider befanden sich soviele vegetabilen in den locken und der unterwolle, das ich nach ca. 2 stunden sortieren aufgab und doch schon mal eine ladung wusch

den großteil der anderen, grauen lieferung verarbeitete ich IN ein kissen, die nerven- und zeitaufwändige frucht vieler zupferei darauf

und fügte es meiner rohwollkissensammlung bei. auch für die schnuckenwollspenderin (bzw, deren besitzerin…) filzte ich ein schnuckenkissen für mußestunden im freien

den enthaltenen pflanzenteilen rückte  ich dieses mal mit einer minidrahtbürste zuleibe. eigentlich dachte ich, dass ich diese puscheloptik nicht mag, die meisten „verpflanzungen“ lösten sich allerdings prima (striegelzeit bestimmt 30 minuten) – und so lösten sich auch die meisten der haare, die durch fehlende unterwolle nicht stabil festgefilzt waren – zurück blieb ein wirklich weißes, weiches ( und das bei heidschnucke!) wohliges kissen, das nur noch entfernt nach schäfchen duftete. auf dem bild sieht man sehr gut, dass ich die wolle von zwei verschiedenen körperpartien verwendet habe – oben nacken/schulter – unten flanke.

…und setz dich zu mir hin

weil ich`n mädchen bin, weil ich` n mädchen bin

keine widerrede, man, weil ich ja sowiso gewinn`

weil ich`n mähähähä    – dchen bin.

na also.

 

 

mai

wie schön es draußen gerade ist brauche ich wohl niemandem zu erzählen – es ist meine lieblingsjahreszeit, die ich in vollen zügen zu geniessen versuche, und sei es nur in sonnendurchfluteten, fliederduftenden, steinfliesenwarmen momenten

in diesen momenten „passieren“ mir bilder, die mich oft lange begleiten –

wie die begegnung unserer schafe mit einem starenschwarm. lange saßen die tiere beieinander und ich bin mir sicher, dass sie sich in irgendeiner weise tatsächlich trafen – wie ein rendez-vous energiegeladener weitgereister mit eher stoisch daheimgebliebenen.