Posts Tagged ‘färben mit naturfarben’

kurz vor ladenschluß

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ja – es sind nun noch 3 schäfchen, die mich tag täglich begleiten – im wahrsten sinne des wortes…und ihre wolle ist einfach viel zu schön – also ging es die tage, kurz vor der sommerpause, an die arbeit,

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neben dem kardieren von ouessant habe ich auch reste von heidschnucke, karamellfarbenem bergschaf und wensleydale zum färben vorbereitet.

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ein weiterer gefällter apfelbaum und ein großer arm voll stumpfblättrigem ampfer – in dem fall nur die samen –  von der weide ( nur im grenzbereich zur bewirtschafteten wiese unseres nachbarn wachsend) habe ich getrocknet. in den gängigen blogs zum pflanzenfärben habe ich zwar den krausblättrigen und den sauerampfer als färbemittel gefunden, diesen nicht – aber da dieser dringend von der weide weiter mußte und ich ihn sonst komplett nur dem lagerfeuer anheim gegeben hätte, probiere ich es nun einfach aus:

samen (abgeribbelt) ca. 300g habe ich 3 tage in 5l wasser eingeweicht, dann die samen in einen sehr feinporigen wäschebeutel gepackt.

ca. 110g färbegut (30g der wensleydale-locken, 80g dochtgarn und ein stückchen pongee) nach 0,5std alaunbeize (ca. 15%) sind nun inkl. färbesack und natürlich einweichwasser im topf – ich denke so an die 3 stunden.

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im moment erwarte ich ein unaufgeregtes gelb-braun ( da ich ja auch zu faul war den topf zu säubern…) – mal morgen sehen!

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nun ist doch wieder einiges ausprobiert, schachteln und säckchen für das nächste werkstattjahr gefüllt – zeit zum ausruhen. und wenn es nur minuten sind, so wertvoll – man muß die lücke nur zu schätzen wissen!

 

kleiner bildnachtrag:

wolle ampfer

 

gartenfunde

man kann nicht sagen, dass uns die diversen spinner (also: die vierflügeligen, bzw. deren madenbabies) dieses jahr sehr viel übrig lassen. eichen, kastanien, birken, apfel, kirsche, alles durchlöchert – trotzdem wanderte heute beim garten- und wieseschlendern das ein oder andere ins körbchen und anschließend in die seide

was beim auspacken noch verheißungsvoll aussah, entpuppte bzw. entrollte sich heute jedoch nur schattenhaft – experimentiere ich doch immer wieder mit der art und der menge der vorbeize…heute wohl etwas zu sparsam dosiert. da die sich drucke ja beim filzen weiter verfremden und verwischen, habe ich gerne deutliche farbunterschiede zur grundfarbe. der ecoprint bricht die farbe der von mir mit säurefarben gefärbten stoffbahnen auf eine art, die so zufällig anmutet – natürlich haben auch die deutlichen abdrucke von blättern ihre faszination, muten sie doch wie fotodrucke an – mir gefällt (momentan) die eher ahnungsvolle, farbdurchwirkte  gestaltung der stoffe besser – die einer weiteren veränderung unterliegt, wenn diese danach noch eingefilzt werden.

zuverlässig drucken sich esskastanie

rainfarn (blüten und blätter)

und mein liebling, die walnuss ab.

gute drucke erhalte ich auch von rosengewächsen wie heckenrose, brombeere, himbeere, aber auch von eiche, birke, roter hartriegel und den blüten der färberkamille. auch einige kräuterpflanzen wie salbei finde ich sehr schön. gerne dazu ein anderes mal mehr. schwerer fällt es mir,neben den grünen und dunklen drucken braun-rote färbungen zu erzielen – ich arbeite viel nach dem prinzip try&error – aber bald werde ich mal einer fachfrau über die schulter schauen dürfen. pam de groot hält in 2 wochen in oberrot einen filz- und druckworkshop  – und ich freue mich riesig, dabei sein zu können.

ich liebe die spuren, die die pflanzen auf den verschiedenen stoffen hinterlassen, selbst der schlimm-mint-farbene baumwollbatist durchlief eine wandlung, wie ich sie nur bewundern kann – dabei habe ich außer einem dippbad in angesetzten windfall – walnüssen, einer leichten rostbeize und ein paar eingewickelten blättern und kräutern nichts getan, außer dem topf beim dampfen zuzusehen –

farbspuren eines julitages.