schurschätze

es ist wunderbar, was in den letzten wochen so alles bei mir eintrudelt… manche nachbarn bemerken den odeur, der sich im aussenbereich manifestiert hat – sind aber milde und eher fröhlich erstaunt über meine immer wieder neu entfachte begeisterung. diese wolle kam gerade, es ist frisches ouessant – hier findet ihr die früheren träger.

säckeweise hornlose heidschnucke durfte ich mir bei der chefin meines lieblingsbauernmarktstandes abholen – die schäfis weideten derweil auf einer weiten baumbestückten wiese und schienen komplett uninteressiert an ihrer früheren haarpracht.

angesichts der mengen (das ist nur knapp die hälfte) kam ich daheim doch ganz schön ins schwitzen – stammten die vliese doch von glücklichen schafen, dementsprechend viel botanik gab es in der unterwolle zu entdecken. also sortierte ich nach kompletter trocknung (ja – nur trockene schafe sind gute schafe, diese waren bei der schur regenfeucht) großzügig aus. ganz konnte ich mich aber wiederum auch nicht vom ausschuß trennen, also zog ich auch hier die schönsten strähnen heraus

– wer kann sowas auch wegschmeißen…ebenso verfuhr ich mit einer ladung gotländischem pelzschaf – leider befanden sich soviele vegetabilen in den locken und der unterwolle, das ich nach ca. 2 stunden sortieren aufgab und doch schon mal eine ladung wusch

den großteil der anderen, grauen lieferung verarbeitete ich IN ein kissen, die nerven- und zeitaufwändige frucht vieler zupferei darauf

und fügte es meiner rohwollkissensammlung bei. auch für die schnuckenwollspenderin (bzw, deren besitzerin…) filzte ich ein schnuckenkissen für mußestunden im freien

den enthaltenen pflanzenteilen rückte  ich dieses mal mit einer minidrahtbürste zuleibe. eigentlich dachte ich, dass ich diese puscheloptik nicht mag, die meisten „verpflanzungen“ lösten sich allerdings prima (striegelzeit bestimmt 30 minuten) – und so lösten sich auch die meisten der haare, die durch fehlende unterwolle nicht stabil festgefilzt waren – zurück blieb ein wirklich weißes, weiches ( und das bei heidschnucke!) wohliges kissen, das nur noch entfernt nach schäfchen duftete. auf dem bild sieht man sehr gut, dass ich die wolle von zwei verschiedenen körperpartien verwendet habe – oben nacken/schulter – unten flanke.

1 Kommentar

  1. avatar Anja sagt:

    Liebste Delia, vielen Dank für deinen Einblick in die Untiefen frisch geschorener Schafe. Inzwischen liebe ich hier und da diese Locken mit einzuarbeiten. So wie in einen Taschendeckel, deiner Ouessantdame …
    Foto bald in meinem Blog. Anja

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