Archive for the ‘bestickt’ Category

werkstattleben

vogelnestchen

sovieles passiert hier an begegnung, dass ich gar nicht mehr dazu komme, jeden kurs entsprechend zu dokumentieren. gerne möchte ich heute kurz die zwei abende „vogel to go“ revue passieren lassen – ziemlich vogelwild. also: erstmal schnell eigene kleinstarbeiten vom tisch, kehren und putzen (ich putze nur für teilnehmerinnen…!), passende wollsorten herrichten, tee kochen, schokolade ansprechend auf dem teller verteilen und deren qualität überprüfen. türe aufsperren, sich freuen, dass alle da sind und beginnen.

vogel to go 1

nachdem schon bald die farben klar waren ging es daran auszulegen und diverse details vorzubereiten.

vogel to go 2vogel to go 3

danach hatten sich alle eine nachtruhe wohlverdient.  am nächsten abend nahmen die vögel gestalt und form an

vogel to go 4vogel to go 5vogel to go 6

noch etwas zerknittert, aber voll freudiger erwartung eines ersten ausflugs kamen sie am späteren abend aus der schleuder – mit praktischen innentaschen, schlüsselbändern, füßen, federschmuck und taschenschlaufen (auf dem abschlußfoto fehlt leider eine waldeule – diese war bereits auf dem weg ins eulenloch).

vogel to go 7vogel to go alle

nach einem allgemeinen abflug wirkte die filzwerkstatt – wie so oft nach kursen- erstaunlich leer und ruhig. nur onkel franz und tante käthe waren noch da

tasche euletasche rabe

und die träumten – wie sollte es anders bei mir sein – vom sommer …

 

schuhu

so müde – hoffentlich fällt sie nicht vom baum….

ach so – sie liegt schon am canapee….na dann: gute nacht!

immer weiter!

die sommerferien neigen sich dem ende zu – ein bisschen wehmütig schaue ich ihnen hinterher. nichtsdestotrotz freue ich mich auf ein neues kursjahr in meiner werkstatt.

bereits am 18.9. filzen wir eine buchhülle – passend für einen ringblock, in dem wir alle gedanken, fakten, inspirationen und den guten alten (meist weiblichen) to -do -listen ein ganz persönliches plätzchen bieten können. und sollte der block dann bald voll sein schlagen wir sie einfach um den nächsten – weiter gehts!

die oberfläche gestalten wir mit einfachen mitteln, also kann sich auch die ein oder andere filzanfängerin ganz sicher fühlen.

das schöne ist, daß diese hülle – wie so vieles im leben zwei seiten hat (genau genommen ja eigentlich vier) – also bleibt viel platz für farb- und motivexperimente.

aber: alles in ruhe – und weniger ist oft mehr. denn: sollte sich bald der ein oder unwirtliche herbsttag einschleichen habt ihr zeit, euer stück zuhause mit nadel und faden noch individueller zu gestalten – eine für mich unglaublich entspannende tätigkeit.

so freue ich mich auf ein wiedersehen oder ein kennenlernen hier über den deggendorfer dächern – das gesamte filzkursprogramm findet ihr hier auf meiner seite oben in der rechten leiste. immer weiter!

 

 

verlockung to go

gotländisches pelzschaf und süddeutsches merino to go

auftragsvariation in grau zum warmen orangeton der süddeutschen filzwolle von wollknoll – eine tolle möglichkeit, mit heimischer wolle in toller qualität und farbe zu arbeiten. die kürzeren wensleydalelocken waren hier von mir handgefärbt – auch heute simmert im topf ein buntes faserallerelei – das grau besorgt heute der himmel.

 

fernweh

ich packe meine tasche und wandere aus – nach afriko oder ameriki – dahin wo es warm und sonnig ist und einem der grauslige regen nicht mehr folgen will, da er sich hier ja sowieso wunderbar angeheimelt hat

oder ich bleib hier und sticke weiter….oder probiere weiter rum am reservieren, aufpolstern und „3d-nunofilzen“ –

außerdem: viel paßt ja in so ein täschen auch wieder nicht rein….

bikini, sonnenbrille und ein geldbeutel allerdings schon – was brauche ich mehr in der südsee? abtrocknen kann ich mich ja dann mit der tasche…!

ganz genau

kann ich mich an den letzten schultag im juli 1980 erinnern – denn ich durfte mir für mein zeugnis etwas beim papier enderlin aussuchen. seitdem war es für lange zeit mein größter schatz – und es ist komplett bis heute – trotz zahlreicher umzüge und lebenswendungen. jetzt – nach langen jahren – hat es eine weiche und sichere hülle bekommen. es ist nur ein spiel, papier, kleine bildchen, abgegriffen, etwas zerknickt, eventuell kitschig – und doch wohnt ihnen ein teil meiner kindheit inne.

jeder von uns hat zumindest einen solchen schatz – nimm ihn doch heute mal wieder zur hand und fühl zurück.

anbeginn

von eva strittmatter

mein leben setzt sich zusammen: ein tag wie dieser. ein anderer tag. glut und asche und flammen. nichts gibt es, was ich beklag.

 

früher habe ich so gefühlt: irgendetwas großes wird sein. inzwischen bin ich abgekühlt: es geht auch klein bei klein.

 

was soll schon großes kommen? man steht auf, man legt sich hin. auseinandergenommen, verlieren die dinge den sinn.

 

doch manchmal sind solche stundenvon freiheit vermischt mit wind.da bin ich ungebunden und möglich wie als kind.

 

und alles ist noch innen in mir und unverletzt. und ich fühle: gleich wird es beginnen. das wunder kommt hier und jetzt.

 

was es sein soll? ich kann es nicht sagen. und ich weiß auch: das gibt es gar nicht. aber plötzlich ist hinter den tagen noch zukunft ohne pflicht.

 

und frei von furcht und hoffen, und also frei von zeit. und alle wege sind offen. und alle wege gehen weit.

 

und alles kann ich noch werden, was ich nicht geworden bin. und zwischen himmel und erden ist wieder anbeginn.

 

danke frau strittmatter und dem andere- zeiten- team für diese aufwühlend-mutspendenden worte.

stich für stich

…denk ich an dich…

…und freue mich

 

schneckentempo

jedes mal eine freude – ein verlassenes schneckenhaus im unterholz. verfärbt, fremdbewohnt, bemoost oder schneeweiß – ein jedes anders. gerade der frühe frühling, in dem das gras noch kurz und die rangen kaum bewachsen sind, ist unsere hauptjagdzeit. denn jedes schneckenhaus, das in meiner werkstatt ein neues gesicht oder einen neuen bewohner erhält ist mit sicherheit niederbayerischen, schwäbischen oder fränkischen ursprungs – und allesamt selbst- oder familiengefunden.

gerade ziehen wieder nicht nur scharenweise schneckenhauskinder in ihre frisch geschrubbten und an der sonne getrockneten behausungen ein, in der zeitweil entsteht im schneckentempo schmückendes kleid für diese wunderwerke der natur.

ich sitze unter dem duftendem flieder und besticke stich für stich – nicht „um“, nicht „weil“ sondern einfach nur aus freude über die sonne, die farben, die düfte.

ein bisschen schneckentempo am tag – das hindert mich nicht am tun, nein. es tut mir und meiner seele gut.

 

 

 

 

underwaterlove

 

fisches nachtgesang

U U

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U U U U

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U U U U

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U U U U

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U U U U

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U U

 christian morgenstern, galgenlieder, 1895-96