Archive for the ‘Naturfärberei’ Category

Avocado moon

Wie schon erwähnt beschäftige ich mich – wie so viele von euch – seit geraumer Zeit mit dem Färben mit Pflanzen aus meiner Umgebung und mit Küchenutensilien oder auch -resten/ -abfällen. Da ich zwar gerne Garn jeglicher Art färbe aber ungern stricke habe ich mich mittlerweile hauptsächlich auf das Färben von ungesponnenener Wolle, Wolllocken und Stickgarnen verlegt – diese kann ich auch in Kleinstmengen sehr gut für allerlei Kleines verwenden .

Interessant – wie immer – die verschiedensten Farben, die eine Pflanze – hier: Avocado (Schale-Kerne-Schale&Kerne) hervorbringt, je nach Temperatur, Zusätzen, Vorbeizen oder Weiterentwicklern ( von Faktoren wie z.B. Avocadosorte, Reifegrad, Herkunft, Sonnentage während des Wachsens, Erntezeitpunkt, Lagerung…..erstmal nicht zu sprechen, denn das kann ich als Ottonormalguacamolenesserin ja leider schlecht beeinflussen….)

Oben seht ihr ein Beispiel einer Färbung ungebeizten Färbeguts aus Wolle und Baumwolle in einem Farbsud aus Schale & Kernen.

Gerne nehme ich mir die Zeit, bei Gelenheit und Interesse eurerseits meine Versuche genauer zu beschreiben – dazu muß ich noch ein paar mehr Bilder machen. Viel ist auch wie immer und wie zu jedem Thema im WWW zu finden, aber : es funktioniert nicht alles! (welche Überraschung…) Kleiner Tip: lest sorgfältig die kleineren leiseren Einträge…..

Oder aber ihr probiert es einfach selber aus – mit allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen, die das Färben jeglicher Art so mit sich bringen bitte!

Die Tage werden heller und wärmer, so dass man auch fern ab der Küche draußen arbeiten kann, ein alter Topf, Sieb und ein alter Löffel nur fürs Färben wird aufzutreiben sein und Handschuhe und, solltet ihr mit pulverförmigen Weiterentwicklern oder auch Farbpulvern arbeiten, eine Staubmaske sind einfach Pflicht – keine Diskussion! Soviel Zeit muss sein- das sollte euch eure und die Gesundheit der im Haushalt Lebenden einfach wert sein.

Dieses Kleine habe ich aus drei verschiedenen Avocadofärbungen gewickelt, deren Farbpalette von beige, apricot über rose, pink bis fast orange gehen kann.

Hier richtet sie sich einen kuscheligen Schlafplatz in ihrer Avocadoschalenwiege ein –

under the Avocado moon….

Happy

– das bin ich in und mit meiner Arbeit. Die letzten Kursabende haben mir wieder gezeigt dass ich den richtigen Weg mit meiner Filzwerkstatt gehe.

Die Kieselsteintaschen sind – trotz oder gerade wegen- des erweiterten Arbeitsaufwands echt toll geworden. Das Farbspektrum zeigt, dass beim Filzen wenig bis gar nichts unmöglich in Sachen Farbkombination ist und Mut zur Farbe belohnt wird.

Wer selbst sein Handwerk oder seine Kunst in Kursen weiter ( und auch preis-) gibt kennt was ich meine:

In all den Vorbereitungen sprich im Material ausprobieren und sortieren, im Themen konzipieren, Recherchieren, Adaptieren (und sonstigen …TIEREN…) steckt bei mir sehr viel Herzblut. Kurse sind für mich dann gelungen, wenn die Teilnehmer entspannt (aber gerne mit roten Ohren), glücklich und mit neu erworbenen oder verfestigten Kenntnissen und Fertigkeiten nach Hause gehen. Das kann dann geschehen, wenn die Kursthemen und deren Vermittlung die Bedürfnisse, die Neugier aber auch das Vermögen der Kursteilnehmer trifft und der Lehrer bereit ist, sein Wissen in respektvoller, fordernder und offener Weise mit den Lernenden zu teilen. Dazu bedarf es meiner Meinung nach viel der oben genannten Tätigkeiten von Seiten des Referenten, zudem Zeit und Erfahrung, dazu Reflexion, Geduld und gute Laune.

Da gibt es Zeiten, die auszuhalten sind – wenn eigenes Schaffen in den Hintergrund rückt. So tragen meine Filzereien gerade die  Spuren der momentanen oder zukünftiger Thematik  und schaffen es oft nicht selbstbewußt in den Vordergrund, da sie für mich nur ein Sinnbild meiner Beschäftigung mit den einzelnen Themenbereichen darstellen.

Abschalten kann ich momentan (oder schon längere Zeit) am besten – völlig ökonomisch losgelöst – beim Färben und Drucken mit Naturgut.

Es begeistert mich, die Farben so unmittelbar vor meinen Augen sich entwickeln zu sehen – und auch wenn einige Engelskleidchen für den Lindauer Zeughausmarkt am 1. Adventswochenende mit in den Avocadotopf wandern steht nicht irgendeine Produktionslinie von Adventswaren sondern Lust und Laune im Vordergrund. Schön ist es, mit jeder Aktion dazu zu lernen und seinen Erfahrungsschatz zu erweitern. Dieser – und auch der immer wieder neu entflammbare Wille, Neues auszuprobieren und zu lernen – kommt dann auch wieder dem Kursgeschehen zu Gute, denn: Wer immer in der gleichen Suppe fischt, wird irgendwann eine Diät machen müssen…..

und: für eine Filzdiät bin ich (noch) nicht bereit – zu süß ist die Verlockung……

 

 

 

 

Blätterrauschen

Im Spätsommer kann ich gar nicht anders als mit meinem Körbchen durch die Wälder und Wiesen zu streifen und mir frisches Druckmaterial zu pflücken – in dieser Runde habe ich endlich auch mal mit einem kleinen Musterbuch angefangen – das wurde aber auch mal Zeit…..

Dieses Jahr haben es mir die neben den Storchenschnabelgewächsen die verschiedenen verfügbaren Ahornsorten angetan – zumal in Nachbars Garten so viele verschiedene davon wachsen und die mir von dunkelst blau über grün, rot und pink alles zeigt!

Ich behandle bis jetzt alle Stoffe mit einem Eisen-Essigbad vor  (für eine köchelnde Alaunbeize fehlt mir meist die Geduld) – danach drücke ich sie gut über der Schüssel aus und spüle sie in einer anderen Wanne mit Wasser aus. Das Eisen hat seine Schuldigkeit im Stoff ja schon getan – sonst landet all zu viel davon anschliessend im Topf und die Drucke werden mir zu dunkel. Andere entwickeln mit dem Eisenbad  nur weiter und benutzen es nicht als Vorbeize …

Manchmal tauche ich auch nur die frischen Blätter oder anderes Druckgut ins Eisenwasser und platziere es auf dem feuchten aber unvorbehandelten Stoff. Manchmal verwende ich gepresste Pflanzen, die ich kurz in warmen Wasser mit einem Minispritzer Spülmittel wieder weich werden lasse, so dass sie beim Rollen nicht brechen. Ich habe aber auch gelernt, dass es manchen Blättern (bzw. ihren Drucken) gut tut, eine Weile  (oder sogar eine Woche oder  auch viel länger) lang in Wasser eingeweicht zu werden um exaktere Drucke zu bekommen und ein Auslaufen der Farbe zu verhindern bzw. zu vermindern…unterschiedliche Ergebnisse erhalte ich wenn diese Pflanzen in unterschiedlichen Gefäßen ( Eisen, Plastik, Kupfer) eingeweicht waren.

Manchmal weiche ich auch kopfüber getrocknete Pflanzen ein (wie z.B. den hier auch verwendeten Eucalyptus – die eine Sorte ist schon 6 Jahre alt!!!).

Je nach Pflanze komme ich hier zu unterschiedlichen Ergebnissen, die ich nicht immer kategorisiere… aber immer mehr Erfahrung daraus sammle.

Natürlich hängt es auch von den Stoffen ab, wie sich die Drucke letztendlich zeigen ( Pflanzliche Herkunft wie Baumwolle oder doch tierischen Ursprungs wie Seide oder Wolle – aber auch Feinheit, Webart, Alter…) – so ist vom fotorealistischen Bild auf Ponge5 bis zu aquarellartigen Anmutungen auf Batist alles dabei.

Auch wanderten verschiedene Kleidungsstücke in den Topf – als Bündel, Rolle oder auch zwischen Brettchen geklemmt.

Im Topf selber setzte ich verschiedene Farben an – aus Eucalyptus“abfall“ ( aus Südfrankreich) oder Zwiebelschalen (original bavarian). Zusätzlich zu den Drucken entstanden so durch Faltungen und Abbindungen Shibori-Effekte.

Aber auch klassische Wollfärbepflanzen wie z.B. Schilfblüten von den Donauwegen lieferten passable Drucke – in wunderschönem dunkelgrün ( mit Eisenvorbad)

Neu für mich wird nun die Vorbehandlung der Stoffe mit Kaltbeize sein – einer Aluminiumacetatbeize. Viele Pflanzenfärber arbeiten mit dieser Art der Beize, da sie sehr ergiebig, unkompliziert in der Anwendung und auch in ihrer Entsorgung ist. Mal sehen wohin mich diese Stoffvorbereitung führen wird. Das einsatzbereite Pulver liegt schon einige Zeit im Färbekeller und wartet….

Und ich bin gespannt – man kann noch so viel lesen darüber, wer wie wann wo was macht :

SELBER ausprobieren – tüfteln – experimentieren – Mißerfolge einstecken – Überraschungen erleben – weiterforschen

Stück für Stück – Pflanze für Pflanze – Jahr für Jahr

und immer wieder staunen….

Tragbar

Meine Proben waren mini mit ihren 12-15cm Durchmesser – an den beiden Kursabenden ging es dann aber in die Vollen…Für Zeitungen, Wollvorräte oder auch Nüsse sollte genug Platz geschaffen werden…

Nach dem Verbrauch von insgesamt mehr als 3 Kg Wolle präsentierten sich die entstandenen Gefäße als Großraumwunder

Mein Tisch ist 2m lang – so kann man sich die Grundflächen denken. Ich freue mich auf die nächste Schursaison  – Heidschnucke ist jetzt wirklich aus…nur noch kleine Reste wanderten auf den Pott, dafür um so mehr Alpaka vom Alpakahof Schreiber und gotländisches Pelzschaf .

Beim Küchenvorräte aussortieren wanderte dahingegen so manche alte Serviette in den Gewürze- oder Teetopf – echtes Küchenfärben eben. Manches Gewürz musste aufgrund seines Alters weichen – aber so blieben mir zumindest die leuchtenden Farben ( hier: Kurkuma, Matcha) erhalten.

Ansonsten experimentiere ich etwas mit Formen und Texturen – einige Ausstellungen würden auf Beiträge warten – mal sehen, was sich so termingerecht aus der Werkstatt schleichen will – ich bin mir da noch nicht ganz sicher…..

Wer auch gerne mal 2 Abende am Thema Nunofilz experimentieren wollen würde – für den Kurs am 22. & 23.3. sind noch Plätze frei. Hier wird ein luftiger Nunofilzschal in Verbindung mit Seide entstehen – willkommen sind auch Neulinge im Filzhandwerk.

 

es gibt kein schlechtes wetter

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nur unpassende kleidung….

also alpaka gezückt und wieder ein bisschen gekuschelt – bei 11 grad aussentemperatur gerade richtig.

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und damit es nicht ganz so an die schneekönigin erinnert

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farbe! jetzt auf ans meer – der wind kann kommen!

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tatsächlich scheint die sonne heute – als ob es nie diese heftigen regenfälle gegeben hätte bietet die natur all ihre farben und düfte auf

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in der werkstatt ist es nicht so ruhig wie hier am schirm –

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kleine wünschen wie ein hortensienbouquet als firmschmuck oder eine walderdbeerchenbrosche wechseln sich ab mit überlegungen, die sich – wie so oft – um kiesel drehen

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auch ein apfelbaum, der einem sturm zum opfer fiel, spendet nur unter zuhilfenahme eigener kraft seine färbende rinde

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die kurse der folgenden wochen wollen vorbereitet sein – in gedanken bin ich aber auch schon im nächsten werkstattjahr und dem neuen programm, der geplanten ausstellung des filznetzwerks, dem zeughausmarkt in lindau und vielen anderen groß- und kleinigkeiten. oft habe ich keine kamera zur hand – momente, produkte, vorgänge gehen unfotographiert ihren weg. ich wünsche allen eine woche voller bilder im kopf und im herzen, die es nie auf displays schaffen können – und auch nicht müssen.

 

königliche hilfe

als ich heute morgen meine kernhölzer für die ecoprintrollen auspackte, hatte mir jemand einen freundlichen gruß hinterlassen – so fängt der tag wahrhaft königlich an! seit einiger zeit wandern immer wieder in blätter gewickelte stoffe in den färbetopf – zu verlockend ist das momentane angebot im selbstbedienungsparadies garten.

da sich nicht alle stoffe farblich per se empfehlen, habe ich diesen hellblauen und auch einen babyrosafarbenen wunderbar feinen baumwollbatist erstmal kurz gewalnußt – die letzten „baumwurfnüsse“ des letzten jahres – also die, die der baum im laufe der fruchtzeit selbst abwirft – aus der kühltruhe sollten sowieso weichen.

gerne verwende ich alles, was sich mir in meiner umgebung bietet – das gilt auch für die eisenbeize, die sich in meinem etwas unordentlichen vielseitigen garten mal wieder von ganz alleine angesetzt hatte

jetzt ist sie verbraucht… dem blick in den himmel nach zu urteilen wird aber bald eine neue angesetzt sein…

während nun wieder mal einiges vor sich hinköchelt, gebunden auf alte plastikrohre, starke astabschnitte oder auch metallrohre kann ich noch schnell ein paar fotos der drucke von gestern machen. wer selbst dem ecoprint verfallen ist, weiß, wie fatal das ist. zuviele motive, zuviele liebenswerte und zu bewundernde einzelheiten auf den stoffen (hier übrigens ein gar nicht so fein gewebter baumwollcanvas)

ach ja – der eigentliche grund des heutigen drucks war die gabe der nachbarin

ein riesenhaufen perückenstrauch – hier mit färberkamille auf canvas

an der randzeichnung gut zu erkennen seht ihr hier die rückseite des blattes – für die kennerinnen unter euch ein alter hut – aber immer wieder neu spannend, oder?

mein kleines guti am schluß sind die blüten der esskastanie – natürlich färben die blätter zuverlässig, warum sollten die blüten nicht. trotzdem und wie gesagt: immer wieder schön – ich fühle mich beschenkt.

 

gartenfunde

man kann nicht sagen, dass uns die diversen spinner (also: die vierflügeligen, bzw. deren madenbabies) dieses jahr sehr viel übrig lassen. eichen, kastanien, birken, apfel, kirsche, alles durchlöchert – trotzdem wanderte heute beim garten- und wieseschlendern das ein oder andere ins körbchen und anschließend in die seide

was beim auspacken noch verheißungsvoll aussah, entpuppte bzw. entrollte sich heute jedoch nur schattenhaft – experimentiere ich doch immer wieder mit der art und der menge der vorbeize…heute wohl etwas zu sparsam dosiert. da die sich drucke ja beim filzen weiter verfremden und verwischen, habe ich gerne deutliche farbunterschiede zur grundfarbe. der ecoprint bricht die farbe der von mir mit säurefarben gefärbten stoffbahnen auf eine art, die so zufällig anmutet – natürlich haben auch die deutlichen abdrucke von blättern ihre faszination, muten sie doch wie fotodrucke an – mir gefällt (momentan) die eher ahnungsvolle, farbdurchwirkte  gestaltung der stoffe besser – die einer weiteren veränderung unterliegt, wenn diese danach noch eingefilzt werden.

zuverlässig drucken sich esskastanie

rainfarn (blüten und blätter)

und mein liebling, die walnuss ab.

gute drucke erhalte ich auch von rosengewächsen wie heckenrose, brombeere, himbeere, aber auch von eiche, birke, roter hartriegel und den blüten der färberkamille. auch einige kräuterpflanzen wie salbei finde ich sehr schön. gerne dazu ein anderes mal mehr. schwerer fällt es mir,neben den grünen und dunklen drucken braun-rote färbungen zu erzielen – ich arbeite viel nach dem prinzip try&error – aber bald werde ich mal einer fachfrau über die schulter schauen dürfen. pam de groot hält in 2 wochen in oberrot einen filz- und druckworkshop  – und ich freue mich riesig, dabei sein zu können.

ich liebe die spuren, die die pflanzen auf den verschiedenen stoffen hinterlassen, selbst der schlimm-mint-farbene baumwollbatist durchlief eine wandlung, wie ich sie nur bewundern kann – dabei habe ich außer einem dippbad in angesetzten windfall – walnüssen, einer leichten rostbeize und ein paar eingewickelten blättern und kräutern nichts getan, außer dem topf beim dampfen zuzusehen –

farbspuren eines julitages.