Archive for the ‘ecoprint’ Category

zaubern

Zum Schal filzte ich in den Tagen zwischen den verschiedenen Kursen einen passenden Cacheur in Wunschfarben

so ganz weiß-rosa konnte und wollte ich allerdings nicht bleiben – ich finde die Kombination verschiedener Töne, Farben und Muster einfach spannender. So treffen sich Chiffon, Pongeeseide und Baumwollmousseline, industriell und von Hand bedruckt. Die Oberfläche  ist zurückgesetzt ruhig bis auf ein paar freche Blubbs, ein bisschen Durchsicht und die gewünschten Blütchen….

so kann das Twinset bald auf die Reise gehen

passend zu den ersten Frühlingsahnungen – die hier momentan von tiefen Frostemperaturen – allerdings bei strahlendem Sonnenschein – auf Eis gelegt sind. Nach dem nun schon mal das Rosa  in all seiner Pracht auf dem Tisch lag (was bei mir gar nicht allzu oft vorkommt ) entstand noch dieser Schal aus kleinen gepatchten Seidenresten – teils mit Pflanzendruck (Storchenschnabelblütenstände – passend zum Zauberhaften…) teils völlig ungefärbt, auch Seidenstoffkanten und kleinste Glitzerreste fanden ihren Platz

irgendwie ist es für mich immer noch ein Zauber – wie aus so vielen kleinen Stückchen ein Großes wird…also: weiterhin NICHTS wegwerfen, nicht das kleinste Fitzelchen Seidenstoff und Glitzerkram – vielleicht trägt es mal eine Fee…

 

 

blätterrascheln

vor längerem wollte ich eigentlich über dieses projekt sprechen –

nun hat dieser schal bereits die besitzerin gewechselt – ich hoffe, er bringt freude.

da ich aber mehr lust auf löcher, blätter und struktur hatte entstand gleich noch ein goldbraunes pendant

auf seide mit ecoprint  – eiche, rose und storchenschnabel, die letzten blätter des jahres – sammeln sich filzblätter mit durchblick.

die strukturen enstehen durch reservierung, in diesem fall mit filzstücken. die tage muten so herbstlich an, dass mir weihnachten gefühlsmäßig ganz schön weit weg erscheint  – trotz des 7.dezember.

 

 

 

königliche hilfe

als ich heute morgen meine kernhölzer für die ecoprintrollen auspackte, hatte mir jemand einen freundlichen gruß hinterlassen – so fängt der tag wahrhaft königlich an! seit einiger zeit wandern immer wieder in blätter gewickelte stoffe in den färbetopf – zu verlockend ist das momentane angebot im selbstbedienungsparadies garten.

da sich nicht alle stoffe farblich per se empfehlen, habe ich diesen hellblauen und auch einen babyrosafarbenen wunderbar feinen baumwollbatist erstmal kurz gewalnußt – die letzten „baumwurfnüsse“ des letzten jahres – also die, die der baum im laufe der fruchtzeit selbst abwirft – aus der kühltruhe sollten sowieso weichen.

gerne verwende ich alles, was sich mir in meiner umgebung bietet – das gilt auch für die eisenbeize, die sich in meinem etwas unordentlichen vielseitigen garten mal wieder von ganz alleine angesetzt hatte

jetzt ist sie verbraucht… dem blick in den himmel nach zu urteilen wird aber bald eine neue angesetzt sein…

während nun wieder mal einiges vor sich hinköchelt, gebunden auf alte plastikrohre, starke astabschnitte oder auch metallrohre kann ich noch schnell ein paar fotos der drucke von gestern machen. wer selbst dem ecoprint verfallen ist, weiß, wie fatal das ist. zuviele motive, zuviele liebenswerte und zu bewundernde einzelheiten auf den stoffen (hier übrigens ein gar nicht so fein gewebter baumwollcanvas)

ach ja – der eigentliche grund des heutigen drucks war die gabe der nachbarin

ein riesenhaufen perückenstrauch – hier mit färberkamille auf canvas

an der randzeichnung gut zu erkennen seht ihr hier die rückseite des blattes – für die kennerinnen unter euch ein alter hut – aber immer wieder neu spannend, oder?

mein kleines guti am schluß sind die blüten der esskastanie – natürlich färben die blätter zuverlässig, warum sollten die blüten nicht. trotzdem und wie gesagt: immer wieder schön – ich fühle mich beschenkt.

 

little impressions

alle bilder vom kurs mit der australischen textilkünstlerin  pam de groot stammen von unserer „kursfotografin“ sigrun – ebenso das wunderbare schlüsselerlebniskleid. vielen dank an pam und unsere ganze stimmige gruppe für eine woche voller impressionen aller art.

gartenfunde

man kann nicht sagen, dass uns die diversen spinner (also: die vierflügeligen, bzw. deren madenbabies) dieses jahr sehr viel übrig lassen. eichen, kastanien, birken, apfel, kirsche, alles durchlöchert – trotzdem wanderte heute beim garten- und wieseschlendern das ein oder andere ins körbchen und anschließend in die seide

was beim auspacken noch verheißungsvoll aussah, entpuppte bzw. entrollte sich heute jedoch nur schattenhaft – experimentiere ich doch immer wieder mit der art und der menge der vorbeize…heute wohl etwas zu sparsam dosiert. da die sich drucke ja beim filzen weiter verfremden und verwischen, habe ich gerne deutliche farbunterschiede zur grundfarbe. der ecoprint bricht die farbe der von mir mit säurefarben gefärbten stoffbahnen auf eine art, die so zufällig anmutet – natürlich haben auch die deutlichen abdrucke von blättern ihre faszination, muten sie doch wie fotodrucke an – mir gefällt (momentan) die eher ahnungsvolle, farbdurchwirkte  gestaltung der stoffe besser – die einer weiteren veränderung unterliegt, wenn diese danach noch eingefilzt werden.

zuverlässig drucken sich esskastanie

rainfarn (blüten und blätter)

und mein liebling, die walnuss ab.

gute drucke erhalte ich auch von rosengewächsen wie heckenrose, brombeere, himbeere, aber auch von eiche, birke, roter hartriegel und den blüten der färberkamille. auch einige kräuterpflanzen wie salbei finde ich sehr schön. gerne dazu ein anderes mal mehr. schwerer fällt es mir,neben den grünen und dunklen drucken braun-rote färbungen zu erzielen – ich arbeite viel nach dem prinzip try&error – aber bald werde ich mal einer fachfrau über die schulter schauen dürfen. pam de groot hält in 2 wochen in oberrot einen filz- und druckworkshop  – und ich freue mich riesig, dabei sein zu können.

ich liebe die spuren, die die pflanzen auf den verschiedenen stoffen hinterlassen, selbst der schlimm-mint-farbene baumwollbatist durchlief eine wandlung, wie ich sie nur bewundern kann – dabei habe ich außer einem dippbad in angesetzten windfall – walnüssen, einer leichten rostbeize und ein paar eingewickelten blättern und kräutern nichts getan, außer dem topf beim dampfen zuzusehen –

farbspuren eines julitages.

 

abgesang

war er das wirklich? dieser wunderbar warme, nach laub und sonne duftende herbst? ein tag gefüllt mit ruhiger aktivität in haus und hof, immer im wissen um die vergänglichkeit dieser geschenkten sonnenstunden.

so tauchten im laufe dieses tages auch lang vermisste oder gar vergessene schätze in mittlerweile laubarmen sträuchern und rangen auf – neben 12 bällen aller art pflückte ich in tiefen der wiese ein paar blättchen – esskastanie, walnuß, eiche, rainfarn und heckenrose

auch die birkenblätter vom letzten waldspaziergang, der uns am ufer eines wasserspeichers an einer art birkenschösslingmassaker vorüberführte (die werksbetreiber verstehen da anscheinend keinen spaß) trockneten gerade in der sonne. ebenfalls „auferstanden aus ruinen“ fand sich ein eimer, angefüllt mit regenwasser und dem schöpflöffel meiner großtante –

ich könnte ja behaupten, das war geplant – so aber wurde diese eisenbeize eine gefundene grundlage für einen sonnenuntergangsecoprint auf vorgefärbten seidenbahnen – als abbindeschnüre dienten ebenfalls eingesammelte heuballenverschnürungen aus der winterfütterung – eine wunderbar ungeplante färbung nahm seinen lauf

und so konnte ich alsbald die farben des tages spülen und schleudern – sie trockneten tatsächlich noch im abendwind, im beginnenden sternengefunkel. ein bisschen wie eingefangene zeit, dieser stoff – schön.

 

walnuss

mmmmh – das riecht mir gut….! wirklich – ich mag den geruch des walnusssuds und beim färben  damit bin ich gar nicht zimperlich. die kleinen abgefallenen nüsschen des vorjahres, in massen gesammelt und dann erst mal auf eis gelegt – heute einfach schockgetaut mit kochendem wasser und rein damit! das häßliche pink dieses schals ist bald schon hoffentlich geschichte –

diesen hier habe ich nach einer färbenacht heute morgen gespült und getrocknet.

walnussgefärbte seide ohne vorbeize filzte ich bereits im april mit einem entsprechend großem stück weißen chiffon zusammen – dazwischen ranken feinster merino und einige ausgeschnittene seidenblätter in hellem grün. anschließend dämpfte ich birkenblätter darin – alles in allem eine recht blasse angelegenheit – eher nude-look ….und das mir, die ich farben doch so liebe…

also nach einigen monaten des hin- und herräumens dieses doch recht langen und breiten und anschmiegsamen stückes rein ins walnussschockbad – zumindest zum teil und nur schnell mit zwingen/klammern präpariert.

wolle, chiffon, pongee – jede schien eine andere farbnuance dieser pflanze anzunehmen – von grün über hell-und tiefbraun bis zu hautfarben ist jetzt alles dabei

nun wird er nicht mehr hin- und hergeschichtet – jetzt ist er fertig und darf getrocknet und gebügelt zu den anderen schals für markt und laden – denn: gut ding will weile haben – und manchmal eben auch walnuss

 

sommerdämmerung

wenn die nebel ziehen und am frühen morgen aus den donauniederungen aufsteigen, wenn die luft feuchtfrisch in die zimmer weht, wenn die kreuzspinnen ihre vor tautropfen glitzernden netze nicht länger vor neugierigen augen verstecken können, dann ist er da, der herbst.

und mit ihm die letzten sonnentage, die es zulassen, die gesammelten schurschätze endgültig urbar zu machen – so verbrachte ich viele stunden mit aussortieren, waschen, lockern, trocknen.

karamellfarbenes und dunkelbraunes, fast schwarzes bergschaf (danke! das paket ist angekommen!), ouessant in schwarz, braun und grau und heidschnucke in weiß und grau – die kisten füllen sich mit leise duftenden wollwolken und das ist ein gutes gefühl! ebenso waren bereits einige menschen bei mir, die ungewaschene wolle erbaten, um die tannen oder obstbäume winterfest und rehsicher zu machen – der verbiß läßt nach, sobald das reh auf wolle beißt (oder sie riecht?) – was für eine gute möglichkeit, auch die bauchwolle zu verwenden.

der blätterdruck ließ mich nicht los, so entstanden z.b. einige baumwoll-loops. und endlich traute ich mich, einen bedruckten etamin einzufilzen – nur am rand in rauchblau, stimmig zu den blauholztönen der färbung –

und siehe da: der print wurde leicht schwächer, die farben und formen aber blieben erhalten. wahrscheinlich ist es dennoch ratsamer erst zu filzen und dann zu drucken – das schont die nerven – ein versuch war es aber völlig wert.

und was ist das???!

ja – das sind die neuen räume der werkstatt augentrost – mitten in der deggendorfer innenstadt. schon in 10 tagen wird dort der erste kurstag stattfinden – einiges sucht noch seinen platz. ich kenne hier mittlerweile jedes knarzende brett, jede schiefe wand, jede alte tür – sie alle erzählen geschichten von früher, als hier geschneidert, gelacht, gelebt wurde in diesem gut hundert jahre alten haus – und ich fühle mich mitten drin und warm.

 

 

naturdruck

inspirierenden einblick in die technik des ecoprint durfte ich mir bei brunhilde scheidmeir gönnen – und ich war mehr als begeistert. es liegt mir einfach, mit meinem körbchen loszuziehen und rund um mich herum brauchbare dinge zu suchen (früher habe ich mit meiner besten freundin barbara sehr oft sachensucher gespielt – irgendwie hat das nie aufgehört).

brunhilde unterfütterte meine kenntnisse mit ihrem reichen färbe- und druckerfahrungsschatz. die zwei tage vergingen wie im flug. alleine durch kontrolliertes beizen der stoffe und dem richtigen färbegut entstehen im dampf faszinierende naturdrucke, die durch erneutes überfärben oder überdrucken in immer neue dimensionen wachsen können. aber auch der einzelne erstdruck läßt schon träumen

nach vielen proben mit und ohne beizen und auf verschiedenen stoffqualitäten (an denen ich endlos weiterwickeln und drucken hätte können) filzte ich mir ein großes schultertuch merino 18mic auf walnußgefärbter seide, bedeckt mit chiffon. aus grüngefärbter seide schloß ich kleine ausgeschnittene blättchen zwischen die pongee- und die chiffonseide ein, beizte alles in eisen und druckte noch eine paar kleine erinnerungsblätter auf den abschluß auf.

und wieder sehe ich meine umgebung mit anderen augen, erfahre farbschattierungen intensiver – es geht nicht immer um neue techniken und methoden, die ich be-nutz-en kann, wenn neue bereiche sich öffnen. es ist vielmehr eine bereicherung meiner wahrnehmung und die bewußtmachung  von allerlei, was die natur uns schenkt – umsonst und ohne hintergedanken.